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Di, 16:35 Uhr
15.04.2008

Bunker jetzt in Nordhausen

Mit der Eingemeindung des Nachbarortes Petersdorf ist die Stadt Nordhausen im Besitz einer einmaligen Immobilie: Eines Bunker. Die nnz konnte einen Blick in eine unterirdische Welt werfen

ilo Große am Eingang (Foto: psv) ilo Große am Eingang (Foto: psv)

Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD), Petersdorfs Ortsbürgermeister Tilo Große und Dr. Manfred Schröter (CDU) vom Stadtratsausschuss für Stadtordnung und Ortsteile haben das unterirdische Bauwerk jetzt in Augenschein genommen. Aus eigenem Erleben könne er nichts zur Nutzung des Bunkers sagen, so Tilo Große. Er kenne die Fakten nur aus Gesprächen mit den Bürgern im Ort. „Fest steht, dass der Bunker 1962 gebaut wurde und wahrscheinlich wechselnde Nutzer hatte. Angeblich sollte er auch im Krisenfall als Führungsbunker der Kreiseinsatzleitung dienen“, so Große.

Die Existenz des Bunkers sei vielen im Ort bekannt gewesen – die Bauarbeiten hätten sich ja nicht verheimlichen lassen. Dass er allerdings von einer gewissen Bedeutung gewesen sei, habe ein Vorfall gezeigt, als bei Erdarbeiten für die Melioration im Stadtfeld versehentlich etliche unterirdische Leitungen gekappt worden seien, die zum Bunker führten und sofort repariert worden seien. „Vor allem die Geschwindigkeit bei der Reparatur hat viele Petersdorfer stutzig werden lassen“, sagte Große.

Bis zur Wende soll der Bunker auch regelmäßig gewartet worden sein – von den staatlichen Stellen. Zu Wendezeiten hätten diese dann den Bunker fast komplett geräumt- und sämtliche Kommunikationseinrichtungen deinstalliert. Damals habe auch er zum 1. Mal von der Existenz des Bunkers gehört, sagte Dr. Manfred Schröter: „Am Nordhäuser `Runden Tisch´ wurde immer über diesen Bunker getuschelt“, erinnert sich der ehemalige Nordhäuser Bürgermeister.

Ebenfalls Anfang der 90er Jahre war dann eine Delegation des Bundesverteidigungsministeriums im Ort: „Sie hat über eine mögliche künftige Nutzung des Bunkers beraten. Das Ergebnis: Die Anlage wurde der Gemeinde Petersdorf übertragen“, sagte Große. Seither habe man den Bunker als Lagerraum für die Freiwillige Feuerwehr genutzt. „Denn baulich ist die Anlage grundsätzlich noch in Ordnung“, so Große. „Bis heute ist mir allerdings nichts dazu eingefallen, wie man den Bunker sinnvoll nutzen könnte.“

Der Bunker habe insgesamt 8 Räume. Die Sanitäranlagen seien noch im Originalzustand vorhanden, wie auch die Wasseraufbereitung und die Elektro- und Generatorenanlagen sowie Reste der Lüftungs-, Filter- bzw. Druckluftanlage, mit deren Hilfe man einen Überdruck in der Anlage habe erzeugen können. Es befänden sich auch noch einige Elektro-Geräte für die Aufbereitung on Dokumenten im Bunker. „Menschen können sich im Bunker allerdings nicht allzulange aufhalten, da er nur über eine aktive Lüftungsanlage mit ausreichend sauberer Luft versorgt werden kann.“ Insofern habe sich auch eine Nutzung z.B. als Jugendclub erübrigt.

Auch Nordhausens Bürgermeister kann nur mit den Schultern zucken bei der Frage nach der Zukunft der Anlage. „Auch für Sitzungen des Stadtrates ist die Anlage völlig ungeeignet: „Uns würde schon nach einer halben Stunde die Luft ausgehen. Und bei hitzigen Debatten wäre wohl schon nach fünf Minuten Schluss“ – so Matthias Jendricke mit Augenzwinkern.
Autor: nnz

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