Mi, 18:18 Uhr
22.05.2002
Ouvertüre für den Totentanz?
Nordhausen/Sondershausen (nnz). In Sondershausen fand heute eine Sitzung des Aufsichtsrates der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH statt. Sie muß wichtig gewesen sein, denn danach wurde eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben. nnz versieht die Wiedergabe mit einer kleinen Bemerkung.
Danach soll in einer sachlichen Form zur Zukunft des Theaters diskutiert worden sein. Nach einer umfassenden Analyse durch die Geschäftsführung waren sich alle Aufsichtsratsmitglieder einig, dass nur einschneidende Strukturveränderungen ein Überleben des Nordthüringer Standortes sichern können, heißt es in dem Papier.
Die Aufsichtsratsmitglieder billigten eine Dokumentation der Arbeitsgruppe Theaterfinanzierung, die sich aus Mitgliedern des Aufsichtsrates selbst und der Geschäftsführung zusammensetzt. Den Gesellschaftern wird in den nächsten Tagen eine Beschlussvorlage zugehen, die von der überwiegenden Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder vorgeschlagen wurde. Sie wird Thema der Gesellschafterversammlung am 13. Juni 2002 sein. Damit soll erreicht werden, dass weiterhin in Nordhausen qualitativ hochwertiges Theater geboten wird und dass das Haus in allen Sparten bespielt wird.
Anmerkung der Redaktion: Soweit die von Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wahlbuhl unterschriebene Erklärung. Sie ist eigentlich nichtssagend, da es nur um die Schilderung eines Ablaufes, nicht aber um Inhalte geht. Die sind vielleicht zwischen den berühmten Zeilen zu lesen, vor allem im letzten Abschnitt. Scheinbar sorgsam gewählt, wird da von einer Bespielung des Hauses in allen Sparten gesprochen. Das kann zum Beispiel heißen, dass zwar Ballett, Schauspiel und Musiktheater zu sehen und zu hören sein werden, doch produziert werden die Stücke mindestens einer Sparte an einem anderem Haus und in der Promenade wird bespielt. Letztlich würde ein Spartenabbau in Nordhausen Realität werden.
Wen es treffen werde, darüber kann nur spekuliert werden. Die Leitung des Hauses soll nach nnz-Informationen schon vor rund einem Jahr ein Papier erarbeitet haben, das den Abbau von rund 27 Stellen (Schauspiel) vorsieht. Damit würden sich die Leiter auch die Sondershäuser Gesellschafter zur Seite holen, die um das Loh-Orchester mit allen Mitteln kämpfen werden. Jüngste Äußerungen des Sondershäuser Bürgermeisters deuteten das bereits an. Wie dem auch sei: Das Sterben auf Raten des Musentempels ab 2003, einem Jahr vor der Landesgartenschau, ist womöglich heute in Sondershausen amtlich eingeleitet worden.
Autor: nnzDanach soll in einer sachlichen Form zur Zukunft des Theaters diskutiert worden sein. Nach einer umfassenden Analyse durch die Geschäftsführung waren sich alle Aufsichtsratsmitglieder einig, dass nur einschneidende Strukturveränderungen ein Überleben des Nordthüringer Standortes sichern können, heißt es in dem Papier.
Die Aufsichtsratsmitglieder billigten eine Dokumentation der Arbeitsgruppe Theaterfinanzierung, die sich aus Mitgliedern des Aufsichtsrates selbst und der Geschäftsführung zusammensetzt. Den Gesellschaftern wird in den nächsten Tagen eine Beschlussvorlage zugehen, die von der überwiegenden Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder vorgeschlagen wurde. Sie wird Thema der Gesellschafterversammlung am 13. Juni 2002 sein. Damit soll erreicht werden, dass weiterhin in Nordhausen qualitativ hochwertiges Theater geboten wird und dass das Haus in allen Sparten bespielt wird.
Anmerkung der Redaktion: Soweit die von Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wahlbuhl unterschriebene Erklärung. Sie ist eigentlich nichtssagend, da es nur um die Schilderung eines Ablaufes, nicht aber um Inhalte geht. Die sind vielleicht zwischen den berühmten Zeilen zu lesen, vor allem im letzten Abschnitt. Scheinbar sorgsam gewählt, wird da von einer Bespielung des Hauses in allen Sparten gesprochen. Das kann zum Beispiel heißen, dass zwar Ballett, Schauspiel und Musiktheater zu sehen und zu hören sein werden, doch produziert werden die Stücke mindestens einer Sparte an einem anderem Haus und in der Promenade wird bespielt. Letztlich würde ein Spartenabbau in Nordhausen Realität werden.
Wen es treffen werde, darüber kann nur spekuliert werden. Die Leitung des Hauses soll nach nnz-Informationen schon vor rund einem Jahr ein Papier erarbeitet haben, das den Abbau von rund 27 Stellen (Schauspiel) vorsieht. Damit würden sich die Leiter auch die Sondershäuser Gesellschafter zur Seite holen, die um das Loh-Orchester mit allen Mitteln kämpfen werden. Jüngste Äußerungen des Sondershäuser Bürgermeisters deuteten das bereits an. Wie dem auch sei: Das Sterben auf Raten des Musentempels ab 2003, einem Jahr vor der Landesgartenschau, ist womöglich heute in Sondershausen amtlich eingeleitet worden.

