Di, 15:51 Uhr
21.05.2002
Wie ist die Stimmung im Handwerk?
Nordhausen (nnz). In den zurückliegenden Tagen hatte die nnz die aktuelle Konjunkturanalyse der Erfurter IHK veröffentlicht. Die malte ein düsteres Bild. Wie sieht es nun aber im Handwerk aus. Der Redaktion liegt eine Analyse der Handwerkskammer Erfurt vor, die oben gestellte Frage beantwortet.
Der konjunkturelle Abwärtstrend im Handwerk hat sich fortgesetzt. Sinkende Umsätze, eine Verschlechterung der Betriebsauslastung sowie rückläufige Beschäftigtenzahlen kennzeichnen die wirtschaftlich schwierige Situation vieler Betriebe. Belebende Tendenzen sind derzeit nicht erkennbar. Besonders betroffen ist unverändert das Bauhaupt- und Ausbauhandwerk. Die Investitionstätigkeit im Handwerk ist auf einen Tiefstand zurückgefallen.
Die Beurteilung der Geschäftslage fiel im Vergleich zum Vorjahr deutlich negativer aus. So schätzten im 1. Quartal 2001 rund 42 % der Handwerksunternehmen ihre Geschäftslage als schlecht ein. In diesem Jahr sind dies schon 46 %. Besonders betroffen sind dabei die Betriebe des Bau- und Ausbauhandwerks. Ca. 50 % dieser Betriebe beurteilen die derzeitige Geschäftslage als schlecht. Die noch im vergangenen Jahr positive Beurteilung der Geschäftslage im Metallgewerbe hat sich weiter abgeschwächt. Nur noch 63 % der Unternehmen beurteilen die derzeitige Geschäftslage als gut bzw. befriedigend. Dies entspricht einer Verschlechterung um 8 Prozentpunkte gegenüber dem Frühjahr 2001.
Ihre zukünftige Geschäftssituation schätzen 59 % aller befragten Unternehmen mit befriedigend bzw. gut ein. Im 1. Quartal 2001 hatte dieser Wert noch bei 66 % gelegen.
Die Betriebsauslastung liegt im Frühjahr 2002 in nur 41 % aller befragten Unternehmen bei über 70 %. Im 3. Quartal 2001 traf dies noch für 60 % der Betriebe zu. Besonders negativ hat sich die Betriebsauslastung im Bauhaupt- und im Dienstleistungsgewerbe entwickelt. So gaben 61 % der Betriebe des Bauhauptgewerbes und 67 % der Dienstleistungsbetriebe eine Betriebsauslastung unter 70 % an. Konjunkturellen Rückgang zeigt auch die Umsatzentwicklung. Nur noch 7 % der Betriebe verzeichnen steigende Umsätze. Sinkende Umsätze melden aber nunmehr 64%. Dabei dominiert wiederum die Baubranche in Anbetracht der rückläufigen Entwicklung der gesamten Bauinvestitionen in Deutschland, wobei neben den Problemen im gewerblichen und öffentlichen Bau auch der Rückgang im Wohnungsbau die ausschlaggebende Rolle spielt. Die Erwartungen für das nächste Halbjahr sind eher skeptisch. Nur 12 % aller befragten Handwerksbetriebe prognostizieren für die nächsten drei Monate steigende Umsatzerlöse. Dagegen rechnen 43 % mit weiteren Umsatzeinbußen.
Die Reichweite der Auftragsbestände zur Jahreszeit wird von 42 % aller Betriebe als normal bzw. überdurchschnittlich bewertet, was wiederum einer Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Für das kommende Sommerhalbjahr wird eine leichte Besserung erwartet. 13 % der Betriebe erwarten eine Zunahme, 32 % aller Handwerksunternehmen rechnen nicht mit einem Nachfrageschub. Das allgemeine Stimmungstief schlägt sich auch auf die Investitionstätigkeit nieder. Fast zwei Drittel aller Betriebe haben im Berichtszeitraum weniger oder gar nicht investiert. Nur noch 8 % der befragten Betriebe gaben an, ihre Investitionsausgaben erhöht zu haben. Das niedrige Investitionsniveau im Bau- und Ausbauhandwerk wurde in diesem Quartal nochmals unterschritten. Im nächsten Halbjahr wird sich das Investitionsklima nicht verbessern. 58 % der befragten Betriebe beabsichtigen, weniger oder gar nicht zu investieren. Nur 5 % tragen sich mit Investitionsabsichten.
In diesem Frühjahr konnten 19 % der Handwerksbetriebe höhere Verkaufspreise realisieren. Im Bereich Kfz berichten 33 %, im Dienstleistungsgewerbe und im Gewerbe für persönliche Ausstattung 27 % über eine Erhöhung der Verkaufspreise. Im Bauhauptgewerbe konnte der Preisverfall nicht gestoppt werden, 57 % der Betriebe berichten über sinkende Verkaufspreise. Nur 13 % aller Befragten schätzen ein, dass in Zukunft höhere Verkaufspreise realisiert werden können. Hier rechnen die Betriebe des Kfz- und Metallgewerbes am häufigsten mit einer Steigerung.
Die Beschäftigtenzahlen sind im 1. Quartal 2002 wiederum rückläufig. Rund 30% aller befragten Betriebe haben in den letzten Monaten Personal reduzieren müssen. Nur noch in 8% aller Betriebe wurden Neueinstellungen vorgenommen. In den nächsten Monaten werden voraussichtlich 22 % der Betriebe ihren Personalbestand verringern. Lediglich 8 % beabsichtigen mehr Mitarbeiter zu beschäftigen. Saisonal bedingt rechnen 22 % der Betriebe des Bauhauptgewerbes mit steigenden Beschäftigtenzahlen.
Autor: nnzDer konjunkturelle Abwärtstrend im Handwerk hat sich fortgesetzt. Sinkende Umsätze, eine Verschlechterung der Betriebsauslastung sowie rückläufige Beschäftigtenzahlen kennzeichnen die wirtschaftlich schwierige Situation vieler Betriebe. Belebende Tendenzen sind derzeit nicht erkennbar. Besonders betroffen ist unverändert das Bauhaupt- und Ausbauhandwerk. Die Investitionstätigkeit im Handwerk ist auf einen Tiefstand zurückgefallen.
Die Beurteilung der Geschäftslage fiel im Vergleich zum Vorjahr deutlich negativer aus. So schätzten im 1. Quartal 2001 rund 42 % der Handwerksunternehmen ihre Geschäftslage als schlecht ein. In diesem Jahr sind dies schon 46 %. Besonders betroffen sind dabei die Betriebe des Bau- und Ausbauhandwerks. Ca. 50 % dieser Betriebe beurteilen die derzeitige Geschäftslage als schlecht. Die noch im vergangenen Jahr positive Beurteilung der Geschäftslage im Metallgewerbe hat sich weiter abgeschwächt. Nur noch 63 % der Unternehmen beurteilen die derzeitige Geschäftslage als gut bzw. befriedigend. Dies entspricht einer Verschlechterung um 8 Prozentpunkte gegenüber dem Frühjahr 2001.
Ihre zukünftige Geschäftssituation schätzen 59 % aller befragten Unternehmen mit befriedigend bzw. gut ein. Im 1. Quartal 2001 hatte dieser Wert noch bei 66 % gelegen.
Die Betriebsauslastung liegt im Frühjahr 2002 in nur 41 % aller befragten Unternehmen bei über 70 %. Im 3. Quartal 2001 traf dies noch für 60 % der Betriebe zu. Besonders negativ hat sich die Betriebsauslastung im Bauhaupt- und im Dienstleistungsgewerbe entwickelt. So gaben 61 % der Betriebe des Bauhauptgewerbes und 67 % der Dienstleistungsbetriebe eine Betriebsauslastung unter 70 % an. Konjunkturellen Rückgang zeigt auch die Umsatzentwicklung. Nur noch 7 % der Betriebe verzeichnen steigende Umsätze. Sinkende Umsätze melden aber nunmehr 64%. Dabei dominiert wiederum die Baubranche in Anbetracht der rückläufigen Entwicklung der gesamten Bauinvestitionen in Deutschland, wobei neben den Problemen im gewerblichen und öffentlichen Bau auch der Rückgang im Wohnungsbau die ausschlaggebende Rolle spielt. Die Erwartungen für das nächste Halbjahr sind eher skeptisch. Nur 12 % aller befragten Handwerksbetriebe prognostizieren für die nächsten drei Monate steigende Umsatzerlöse. Dagegen rechnen 43 % mit weiteren Umsatzeinbußen.
Die Reichweite der Auftragsbestände zur Jahreszeit wird von 42 % aller Betriebe als normal bzw. überdurchschnittlich bewertet, was wiederum einer Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Für das kommende Sommerhalbjahr wird eine leichte Besserung erwartet. 13 % der Betriebe erwarten eine Zunahme, 32 % aller Handwerksunternehmen rechnen nicht mit einem Nachfrageschub. Das allgemeine Stimmungstief schlägt sich auch auf die Investitionstätigkeit nieder. Fast zwei Drittel aller Betriebe haben im Berichtszeitraum weniger oder gar nicht investiert. Nur noch 8 % der befragten Betriebe gaben an, ihre Investitionsausgaben erhöht zu haben. Das niedrige Investitionsniveau im Bau- und Ausbauhandwerk wurde in diesem Quartal nochmals unterschritten. Im nächsten Halbjahr wird sich das Investitionsklima nicht verbessern. 58 % der befragten Betriebe beabsichtigen, weniger oder gar nicht zu investieren. Nur 5 % tragen sich mit Investitionsabsichten.
In diesem Frühjahr konnten 19 % der Handwerksbetriebe höhere Verkaufspreise realisieren. Im Bereich Kfz berichten 33 %, im Dienstleistungsgewerbe und im Gewerbe für persönliche Ausstattung 27 % über eine Erhöhung der Verkaufspreise. Im Bauhauptgewerbe konnte der Preisverfall nicht gestoppt werden, 57 % der Betriebe berichten über sinkende Verkaufspreise. Nur 13 % aller Befragten schätzen ein, dass in Zukunft höhere Verkaufspreise realisiert werden können. Hier rechnen die Betriebe des Kfz- und Metallgewerbes am häufigsten mit einer Steigerung.
Die Beschäftigtenzahlen sind im 1. Quartal 2002 wiederum rückläufig. Rund 30% aller befragten Betriebe haben in den letzten Monaten Personal reduzieren müssen. Nur noch in 8% aller Betriebe wurden Neueinstellungen vorgenommen. In den nächsten Monaten werden voraussichtlich 22 % der Betriebe ihren Personalbestand verringern. Lediglich 8 % beabsichtigen mehr Mitarbeiter zu beschäftigen. Saisonal bedingt rechnen 22 % der Betriebe des Bauhauptgewerbes mit steigenden Beschäftigtenzahlen.

