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Mo, 07:14 Uhr
07.04.2008

Auf gutem Weg

Die Apotheke des Nordhäuser Südharz-Krankenhauses sieht wieder aus wie eine Krankenhaus-Apotheke. Zwei Jahre glich sie eher einer Baustelle, denn einem Bereich mit wichtigem Versorgungsauftrag. Die nnz hat jetzt für Sie „kontrolliert“....

Die etwas andere Apotheke (Foto: SHK) Die etwas andere Apotheke (Foto: SHK)
Die stellvertretende Che-Apothekerin Anja Griebel beim Arbeiten an der Herstellungsbox

„Unsere Apotheke ist nicht nur bei laufendem Betrieb umgebaut worden, sie hat auch ihre Voraussetzungen zum Herstellen von Arzneimitteln deutlich verbessern können - Gleiches gibt es bislang in Thüringen lediglich in den Krankenhäusern in Suhl und in Jena“, ist Chefapotheker Dr. Runald Stritzel sichtlich stolz.

Ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit hatte sich der Umbau vollzogen, mehrfach wurde hin- und wieder zurückgezogen. Unterm Strich eine logistische Herausforderung, die nun aber bewältigt ist.

Neben der Versorgung der Kliniken und Stationen mit den „normalen, handelsüblichen“ Medikamenten, werden in der Apotheke im Südharz-Krankenhaus auch zahlreiche Arzneimittel selbst hergestellt. Zu erwähnen wären da die so genannten Zytostatika, die bei der Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Diese werden im Krankenhaus – individuell auf den Patienten zugeschnitten – selbst zubereitet. Im vergangenen Jahr waren es rund 4.000 Zubereitungen für die Chemotherapie von etwa 350 Patienten.

Die etwas andere Apotheke (Foto: SHK) Die etwas andere Apotheke (Foto: SHK) Der Bereich der Arzneimittelherstellung ist nun strikt vom normalen Apothekenbereich getrennt. Um an das Herzstück der Produktion, der so genannten Herstellungsbox, zu gelangen, müssen drei Schleusen von den Mitarbeitern durchlaufen werden, in denen sie sich immer wieder umziehen müssen. Um gerade bei der Herstellung der Zytostatika die höchste Reinraumklasse aufrecht erhalten zu können, sind mit dem komplexen Umbau eine komplett neue Zwangsbe- und Entlüftung eingebaut, die Fenster hermetisch verschlossen und der gesamte Bereich klimatisiert worden. Die Verhältnisse ähneln denen im OP-Bereich.

Der Blick von Chefapotheker Dr. Stritzel geht jedoch schon weiter. In Zusammenarbeit mit den Aufsichts- und Kontrollbehörden in Bad Langensalza (Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz) wurden durch den Umbau in der Krankenhaus-Apotheke die Voraussetzungen geschaffen, um im kommenden Jahr eine Herstellungserlaubnis für Arzneimittel beantragen zu können. Dabei sollen patienten-individuelle Arzneimittel hergestellt werden, die dann auch an andere Apotheken abgegeben werden könnten. Unter anderen werden dazu auch Arzneimittel für die Augenheilkunde gehören. Für den „eigenen“ Bedarf im Krankenhaus waren das in den zurückliegenden zwölf Monaten etwa 8.000 Flaschen Augentropfen sowie 400 fertige Spritzen.

Ende 2009 sollen die vorbereitenden Arbeiten für die Erlangung der Herstellungserlaubnis abgeschlossen sein. Dann wird es amtlich bestätigt sein: Hier vor Ort – im Südharz-Krankenhaus in Nordhausen – ist die Kompetenz zur Herstellung von Arzneimitteln unter Bedingungen wie in der pharmazeutischen Industrie vorhanden.
Autor: nnz

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