eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 18:01 Uhr
31.03.2008

Hoffnung, Erfolg und Neubeginn

Keine Frage, die vergangene Werksbesetzung der Fahrradfabrik Bike Systems in Nordhausen setzte als Arbeitskampf europaweit sowie international ein Zeichen. Manfred Handke berichtet in der nnz über die aufgeregte Zeiten und einen hoffnungsvollen Neuanfang...


Die Aufmerksamkeit zu verdanken haben wir durch die zahlreichen Berichterstattungen in der Presse und im Fernsehen, der zahlreichen Solidarität aus Deutschland und Europa und schließlich dem Erfolg der Strike Bike Produktion im Oktober 2007, bei der 1837 Fahrräder montiert und ausgeliefert wurden. Unsere Hoffnung beruhte darauf, mit dieser Produktion einen neuen Investor zu finden, um die traditionelle Fahrradproduktion am Standort Nordhausen weiterführen zu können. Leider verblasste diese Hoffnung …

Am 31.10.2007 wurde mit einer Abschiedsfeier die Werksbesetzung aufgelöst und die verbliebenen 109 Mitarbeiter der Firma Bike Systems gingen ab dem 01.11.2007 in eine Transfermaßnahme über, die nach Verhandlungen mit unserem Rechtsanwalt Herrn Jürgen Metz und dem Insolvenzverwalter Herrn Comes gestartet wurde.

Bei dieser Transfermaßnahme, die durch die Firma Eranus aus Erfurt bis zum 30. 06. 2008 geleitet wird, handelt es sich zum größten Teil um eine schulische Ausbildung, bei der die Mitarbeiter nach den Anforderungen des Arbeitsmarktes neu qualifiziert werden. Während dieser Maßnahme stellten wir vom Vorstand des Vereins Bikes in Nordhausen e.V. Überlegungen an, wie eine weitere Fahrradproduktion durchzuführen wäre.

Mitte November 2007 wurden wir Zeugen wie die gesamten Produktionsanlagen der Firma Bike Systems innerhalb von 14 Tagen abgebaut und nach Ungarn abtransportiert wurden. Unser Wunsch, eine weitere Fahrradproduktion mit den vorhandenen Produktionsmitteln der Firma Bike Systems durchführen zu können, zerplatze wie eine Seifenblase. Wir hofften bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf eine Versteigerung der Produktionsmittel und -anlagen. Diese schnelle Abbauaktion zeigte uns, dass in Nordhausen nie wieder Fahrräder gebaut werden sollten. Wer hier Nutznießer ist, kann man sich nur denken. Unsere Hoffnung – und die stirbt zuletzt?

Während der Abbauphase der Produktionsanlagen konnten wir eine funktionstüchtige Fahrradproduktionslinie erwerben, die während den Produktionsjahren 1995-2001 im Bike Systems Werk Verwendung fand. Wie sagt man so schön: „alt - aber technisch sehr gut!“ Mit dieser können nun Fahrräder wieder gebaut werden!!!

Während der Vorbereitungsphase der Strike Bike Produktion trat der Vorstand eines führenden Fahrradhändlerverbandes mit der Frage an uns heran, ob wir nicht jährlich bis 20.000 Fahrräder für sie produzieren könnten. Während der Strike Bike Produktion konnten wir diese Frage nicht beantworten, da uns der Ausgang der Werksbesetzung noch nicht bekannt war.

Diesen Kontakt nahmen wir im November 2007 erneut auf und analysierten die Marktchancen einer eigenen Fahrradproduktion in Nordhausen. Als das Konzept (zukünftige Kundengruppe, Sortiment, Preisgestaltung und Finanzierung) erarbeitet war, begannen wir über die Produktionsräume nachzudenken.

Da die Werkshallen der ehemaligen Bike Systems GmbH leer standen, nahmen wir Kontakt zum Eigentümer auf, der nach Vorlage unseres Konzeptes seine Einwilligung zur Nutzung und Produktion von Fahrrädern gab. Mitte Februar 2008 begannen wir mit dem Aufbau der erworbenen Fahrradproduktionslinie und mit Aufräum- und Renovierungsarbeiten in der „alten“ Produktionshalle, in der bereits die Strike Bikes gefertigt wurden.

Der Aufbruch - wie Phoenix aus der Asche
Am 17. 03. 2008 gründeten wir die Strike-Bike GmbH, in der 21 ehemalige Mitarbeiter der Bike Systems einen neuen Arbeitsplatz erhalten werden. Um zu zeigen, dass wir wieder auf dem Fahrradmarkt zurückgekehrt sind, beginnen werden wir die Aufnahme unserer Fahrradproduktion mit einem auf 2000 Stück limitierten schwarzen 28“ Tourensportfahrrades namens „Black Edition“.

Es handelt sich bei dem Herren- und Damenfahrrad um eine technische und qualitative Weiterentwicklung des vorangegangen roten Strike Bike Modells. Unsere hohen qualitativen Ansprüche für zukünftige Produkte, die wir im Fahrradfachhandel anbieten werden, finden Anlehnung bei diesen Fahrrädern. Die Fahrräder wirken elegant und wertvoll.

Diese Edition wird in den Monaten Mai und Juni 2008 produziert und an die Besteller ausgeliefert. Die Fahrräder sind zu 95% vormontiert. Pedale einschrauben, Lenker in Fahrtrichtung einstellen, dann kann es schon losgehen. Die Einnahmen dieser einmaligen Direktvermarktungsaktion werden für den Neuaufbau und weitere Produktionsanlagen für die geplanten Spezialfahrräder (u. a. mit Elektroantrieb) und einen robusten Fahrradanhänger bzw. Handwagen, den „Rollfix“ verwendet.

Diese Black Edition können sie bequem über unser Onlineformular bestellen oder das bereitstehende Bestellformular ausdrucken oder uns mit der Post zusenden. Die Bestellung der Fahrräder ist nur per Vorkasse möglich. Sie erhalten von uns nach Absendung ihrer Bestelldaten eine Proformarechnung, mit einer laufenden Rechnungsnummer und unserer Bankverbindung. Die Rechnungsnummer geben Sie bitte bei ihrer Überweisung an, damit ihre Zahlung der vorliegenden Bestellung zugeordnet werden kann.
Nach Start der Produktion erhalten Sie einen nahe liegenden Liefertermin ihres Fahrrades.

Sollten Sie vor Auslieferung ihres bestellten Fahrrades vom Kauf zurücktreten wollen, zeigen Sie uns das bitte schriftlich an. Sie erhalten dann „verbindlich“ den gezahlten Kaufpreis zurück – Ehrenwort! Händleranfragen sind willkommen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Manfred Handke
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)