Mi, 08:49 Uhr
26.03.2008
Faszination am Wochenende
Ein faszinierender Dichter soll am Samstag in der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode vorgestellt werden. Heidelore Kneffel stellt den Mann bereits heute ein wenig den Lesern der nnz vor...
Der spanische Dichter Federico Garcia Lorca (1898 – 1936), einer der bedeutendsten Lyriker und Dramatiker des 20. Jh., steht am Samstag, dem 29. März 2008, ab 14. 30 Uhr auf dem Programm der Dichterstätte.
Die Macht des Schicksals, unbändige Lebenslust und die Allgegenwart des Todes sind Themen in seinem literarischen Werk. Verwurzelt ist es in der Kultur Andalusiens, auch die Lebenswelt des Arabischen und die der Zigeuner sind deutlich. Zunehmend ist die Beeinflussung durch den Surrealismus zu spüren.
Lorca wurde in der Nähe Granadas geboren und studierte dort und in Madrid Philosophie, Literatur und Rechtswissenschaften. In Spaniens Hauptstadt wurde er mit dem Kreis moderner Künstler und Dichter um Salvador Dali, Luis Buñel und Rafael Alberti bekannt. Er arrangierte Theateraufführungen, sein erster Gedichtband erschien unter dem Titel Libro de poemas. Lorca arbeitete auch als Maler, Komponist, Gitarrist und Pianist. Seine Musikalität spiegelt sich im Rhythmus und in der Melodie seiner Gedichte.
Seine leidenschaftlichen Zigeunerromanzen Romancero gitano kamen 1928 heraus. 1929/30 hielt er sich in New York und Kuba auf. Das in den USA empfundene Unbehagen angesichts der Rohheit der mechanisierten Gesellschaft hält er in den postum (1940) veröffentlichten Gedichten Poeta en Nueva York fest. Kuba hingegen steht ihm nahe. Zurückgekehrt, widmet er sich verstärkt dem Theater. Es entstehen die Tragödien Yerma, La casa de Bernarda Alba und die Tragikkomödie Dona Rosita la Soltera. Lorca gilt als Erneuerer des Dramas.
Im Jahr 1931 erschien der Gedichtband Poema del canto jondo, beeinflusst von einer andalusischen schwermütigen, ja tragischen Zigeunermusik. Am 19. August 1936 in den Wirren des ausbrechenden Bürgerkrieges wurde Lorca von Nationalisten gefangengenommen, erschossen, er endete in einem Massengrab Die genauen Umstände wurden bis jetzt nicht eindeutig aufgeklärt. Zur Zeit der Franco-Diktatur war seine Dichtkunst in Spanien nicht erwünscht. Viele seiner Werke wurden erst postum veröffentlicht.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzDer spanische Dichter Federico Garcia Lorca (1898 – 1936), einer der bedeutendsten Lyriker und Dramatiker des 20. Jh., steht am Samstag, dem 29. März 2008, ab 14. 30 Uhr auf dem Programm der Dichterstätte.
Die Macht des Schicksals, unbändige Lebenslust und die Allgegenwart des Todes sind Themen in seinem literarischen Werk. Verwurzelt ist es in der Kultur Andalusiens, auch die Lebenswelt des Arabischen und die der Zigeuner sind deutlich. Zunehmend ist die Beeinflussung durch den Surrealismus zu spüren.
Lorca wurde in der Nähe Granadas geboren und studierte dort und in Madrid Philosophie, Literatur und Rechtswissenschaften. In Spaniens Hauptstadt wurde er mit dem Kreis moderner Künstler und Dichter um Salvador Dali, Luis Buñel und Rafael Alberti bekannt. Er arrangierte Theateraufführungen, sein erster Gedichtband erschien unter dem Titel Libro de poemas. Lorca arbeitete auch als Maler, Komponist, Gitarrist und Pianist. Seine Musikalität spiegelt sich im Rhythmus und in der Melodie seiner Gedichte.
Seine leidenschaftlichen Zigeunerromanzen Romancero gitano kamen 1928 heraus. 1929/30 hielt er sich in New York und Kuba auf. Das in den USA empfundene Unbehagen angesichts der Rohheit der mechanisierten Gesellschaft hält er in den postum (1940) veröffentlichten Gedichten Poeta en Nueva York fest. Kuba hingegen steht ihm nahe. Zurückgekehrt, widmet er sich verstärkt dem Theater. Es entstehen die Tragödien Yerma, La casa de Bernarda Alba und die Tragikkomödie Dona Rosita la Soltera. Lorca gilt als Erneuerer des Dramas.
Im Jahr 1931 erschien der Gedichtband Poema del canto jondo, beeinflusst von einer andalusischen schwermütigen, ja tragischen Zigeunermusik. Am 19. August 1936 in den Wirren des ausbrechenden Bürgerkrieges wurde Lorca von Nationalisten gefangengenommen, erschossen, er endete in einem Massengrab Die genauen Umstände wurden bis jetzt nicht eindeutig aufgeklärt. Zur Zeit der Franco-Diktatur war seine Dichtkunst in Spanien nicht erwünscht. Viele seiner Werke wurden erst postum veröffentlicht.
Heidelore Kneffel


