Di, 10:08 Uhr
25.03.2008
Kompositionen in Farben
Literatur gibt es in der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode genug. Am kommenden Wochenende sind darüber hinaus noch Aquarelle zu bestaunen. Heidelore Kneffel mit einem Vorgeschmack auf die 24. Ausgabe einer Kunstreihe...
Am Samstag (29. 3.) werden in der Dichterstätte Sarah Kirsch ab 14. 30 Uhr Jutta Scharrs Aquarelle, Kompositionen in Farben, vorgestellt. Es folgt das Programm über die beeindruckende Lyrik des großen spanischen Dichters und Dramatikers Federico Garcia Lorca (1898 – 1936), dessen Werk in ausgezeichneten deutschen Übertragungen vorliegt.
Jutta Scharr, geborene Frank, kam am 14. 6. 1941 in Kaunowa (Böhmen) zur Welt. Ab 1946 lebte sie in Sondershausen. Dort besuchte sie die Schule und begann die Ausbildung als Chemielaborantin. Von 1960 bis 1962 war sie im Kaliwerk Sonderhausen als Laborantin tätig. In dieser Zeit wurde sie Mitglied des Keramikzirkels in diesem Werk, der unter der Leitung des Künstlers Heinz Scharr stand. 1966 wurde der Zirkel wegen des Formalismus-Vorwurfes aufgelöst. 1962/63 bauten Heinz Scharr und Jutta Frank ein Wohnatelier in Sondershausen, 1963 heirateten sie. Seit dieser Zeit arbeitet sie an den vielfältigen künstlerischen Projekten sowie Ausstellungen von Heinz Scharr mit. Unterschiedliche Maleinsätze führten beide in den kommenden Jahren in verschiedene Regionen und Länder.
Von 1969 bis 1972 studierte Jutta Scharr an der Agraringenieurschule in Weimar und legte das Staatsexamen ab. In den darauffolgenden fünf Jahren war sie als Instrukteur beim VEB Tierzucht Erfurt tätig. Gleichzeitig belegte sie ein Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig in der Fachrichtung Agrarwissenschaften.
Im Jahr 1975 erwarben Heinz und Jutta Scharr den einstigen Komturhof des Tempelritterordens in Utterode bei Rehungen im Landkreis Nordhausen, der eine bewegte Geschichte seit dem frühen Mittelalter aufweist. Seit dem sind beide beständig mit der denkmalpflegerischen Sanierung und Restaurierung dieses Vierseitenensembles und der gestaltenden Pflege der Umgebung beschäftigt. Der Umzug von Sondershausen nach Utterode erfolgte 1976. Zwei Jahre später musste Jutta Scharr ihre berufliche Tätigkeit aufgeben, ihre schwerkranke Mutter bedurfte beständiger Pflege.
1994 eröffnete das Ehepaar in Utterode die Klostergalerie. Jutta Scharr zeichnet, fertigt Holzschnitte und Aquarelle, auch das Weben interessiert sie. Aber die Zeit dafür ist oft rar. Fotografisch dokumentiert sie das Schaffen ihres Mannes und die Arbeiten am historischen Bauensemble. Sie übernahm auch die Gestaltung und Herausgabe der letzten drei Kataloge über die Kunst Heinz Scharrs.
Seit Juli 2007 bis März 2008 wirkte sie an der Katalogisierung der Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte, Aquarelle, Holz- und Metallplastiken ihres Mannes durch eine Kunstwissenschaftlerin mit.
Während der letzten Jahre widmet sie sich verstärkt dem Schaffen von Aquarellen. Um den Jahreswechsel 2003/2004 stellte sie erstmals 19 ihrer farbigen Blätter im Rathaus-Foyer in Sondershausen aus. Besonders haben es ihr die Erdfarben angetan, Sienna gebrannt, Sienna natur, Sepia. Auch das Gelb lockt sie sehr. Aber auch andere Farbkombinationen entstehen, davon kann man sich in Limlingerode überzeugen. Sie verwendet Aquarell-Bütten-Papiere. Im Salong Musenbundt und in der Bibliothek der Dichterstätte werden nun bis zum 31. Mai die Aquarelle ihre Wirkung entfalten.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzAm Samstag (29. 3.) werden in der Dichterstätte Sarah Kirsch ab 14. 30 Uhr Jutta Scharrs Aquarelle, Kompositionen in Farben, vorgestellt. Es folgt das Programm über die beeindruckende Lyrik des großen spanischen Dichters und Dramatikers Federico Garcia Lorca (1898 – 1936), dessen Werk in ausgezeichneten deutschen Übertragungen vorliegt.
Jutta Scharr, geborene Frank, kam am 14. 6. 1941 in Kaunowa (Böhmen) zur Welt. Ab 1946 lebte sie in Sondershausen. Dort besuchte sie die Schule und begann die Ausbildung als Chemielaborantin. Von 1960 bis 1962 war sie im Kaliwerk Sonderhausen als Laborantin tätig. In dieser Zeit wurde sie Mitglied des Keramikzirkels in diesem Werk, der unter der Leitung des Künstlers Heinz Scharr stand. 1966 wurde der Zirkel wegen des Formalismus-Vorwurfes aufgelöst. 1962/63 bauten Heinz Scharr und Jutta Frank ein Wohnatelier in Sondershausen, 1963 heirateten sie. Seit dieser Zeit arbeitet sie an den vielfältigen künstlerischen Projekten sowie Ausstellungen von Heinz Scharr mit. Unterschiedliche Maleinsätze führten beide in den kommenden Jahren in verschiedene Regionen und Länder.
Von 1969 bis 1972 studierte Jutta Scharr an der Agraringenieurschule in Weimar und legte das Staatsexamen ab. In den darauffolgenden fünf Jahren war sie als Instrukteur beim VEB Tierzucht Erfurt tätig. Gleichzeitig belegte sie ein Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig in der Fachrichtung Agrarwissenschaften.
Im Jahr 1975 erwarben Heinz und Jutta Scharr den einstigen Komturhof des Tempelritterordens in Utterode bei Rehungen im Landkreis Nordhausen, der eine bewegte Geschichte seit dem frühen Mittelalter aufweist. Seit dem sind beide beständig mit der denkmalpflegerischen Sanierung und Restaurierung dieses Vierseitenensembles und der gestaltenden Pflege der Umgebung beschäftigt. Der Umzug von Sondershausen nach Utterode erfolgte 1976. Zwei Jahre später musste Jutta Scharr ihre berufliche Tätigkeit aufgeben, ihre schwerkranke Mutter bedurfte beständiger Pflege.
1994 eröffnete das Ehepaar in Utterode die Klostergalerie. Jutta Scharr zeichnet, fertigt Holzschnitte und Aquarelle, auch das Weben interessiert sie. Aber die Zeit dafür ist oft rar. Fotografisch dokumentiert sie das Schaffen ihres Mannes und die Arbeiten am historischen Bauensemble. Sie übernahm auch die Gestaltung und Herausgabe der letzten drei Kataloge über die Kunst Heinz Scharrs.
Seit Juli 2007 bis März 2008 wirkte sie an der Katalogisierung der Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte, Aquarelle, Holz- und Metallplastiken ihres Mannes durch eine Kunstwissenschaftlerin mit.
Während der letzten Jahre widmet sie sich verstärkt dem Schaffen von Aquarellen. Um den Jahreswechsel 2003/2004 stellte sie erstmals 19 ihrer farbigen Blätter im Rathaus-Foyer in Sondershausen aus. Besonders haben es ihr die Erdfarben angetan, Sienna gebrannt, Sienna natur, Sepia. Auch das Gelb lockt sie sehr. Aber auch andere Farbkombinationen entstehen, davon kann man sich in Limlingerode überzeugen. Sie verwendet Aquarell-Bütten-Papiere. Im Salong Musenbundt und in der Bibliothek der Dichterstätte werden nun bis zum 31. Mai die Aquarelle ihre Wirkung entfalten.
Heidelore Kneffel


