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Mo, 14:27 Uhr
13.05.2002

Merwigslinde, Pomei Bog und Königshof

Nordhausen (nnz). Rechtzeitig zum 1075-jährigen Stadtjubiläum erscheint ein vom Stadtarchiv herausgegebener Sammelband mit ausgewählten Aufsätzen von R. H. Walther Müller (1899-1969). nnz hat für Sie schon einmal in das interessante Werk gesehen.


Neues Buch Der Autor wurde als Sohn eines Braumeisters in Mühlhausen geboren, doch als der Vater in Nordhausen Arbeit fand, folgte ihm die Familie bald nach. Hier besuchte R. H. Walther Müller das Realgymnasium, verließ es aber nach dem Tode des Vaters mit der Mittleren Reife und nahm eine Lehre als Industriekaufmann auf. Später studierte er noch drei Semester an einer Handelshochschule in Leipzig, war Geschäftsführer einer Kartonagenfabrik in Nordhausen, wechselte 1928 in das Städtische Verkehrsamt, um diesem ein Reisebüro anzugliedern. Dem Aufbau dieses Büros und seiner Leitung widmete er sich neun Jahre. Mehrere Auslandsreisen, die zur Vervollkommnung seiner Sprachkenntnisse beitrugen, führten ihn nach Italien und Skandinavien. Während des Krieges war er als Dolmetscher eingesetzt.

Seit Herbst 1946 war er als Russischlehrer an Grund- und Berufsschulen tätig und erteilte auch Sprachunterricht in den Fächern Englisch und Latein an der Volkshochschule. Nach dem Ableben von Dr. Hans Silberborth leitete er seit November 1949 Stadtarchiv und Museum im Nebenamt und von 1952 bis 1961 das Stadtarchiv hauptamtlich.

Bereits 1933 hatte er, der zu dieser Zeit auch Vorsitzender des Genealogischen Vereins war, eine historische Studie über Johann Gottfried Ehrhardt, Stadthauptmann der Freien Reichsstadt Nordhausen, veröffentlicht. Diese und die wichtigsten bis Ende der fünfziger Jahre erschienenen Arbeiten Müllers waren bisher in jetzt nur schwer greifbaren Zeitschriften enthalten. Selbst der vom Kulturbund herausgegebene „Nordhäuser Roland“ dürfte heute als eine antiquarische Rarität gelten.

R. H. Walther Müller siedelte 1968 in die Bundesrepublik über. In dem Maße, wie das Nordhäuser Archiv nach seinem Ableben nur noch ein Schattendasein führte, blieb auch den Müllerschen Arbeiten die Breitenwirkung versagt, gerieten sie zu Unrecht in Vergessenheit. Nur ein kleiner Kreis von Kennern der Heimatgeschichte wusste zu schätzen, was Müller an historisch Interessantem unmittelbar aus den Quellen schöpfte und in seiner anschaulichen Sprache ausbreitete. Bunt und vielfältig ist die Palette der von ihm behandelten Themen: die Frühgeschichte der Stadt im Zusammenhang mit der Merwigslindensage, die Wenden und der „Pomei Bog“ zu Windehausen, der Nordhäuser Roland, seine Herkunft, Gestalt und Bedeutung, die Fabel vom Himmelgartener Mönchsgang, der Kampf der Nordhäuser vor den Barfüßern 1329, Michael Meyenburg, Stadtschreiber und Bürgermeister, die Verpfändung Nordhausens durch Kaiser Maximilian und anderes mehr.

R. H. Walther Müller postum die verdiente Anerkennung zu verschaffen soll ein Anliegen des jetzt erschienenden, mit zahlreichen Abbildungen versehenen Sammelbandes sein, dem eine wohlwollende Aufnahme und eine breite Leserschaft zu wünschen ist. Sichern Sie sich gleich ein Exemplar, denn die 1. Auflage ist auf nur 1000 Exemplare limitiert. Erhältlich ist das Werk in der Verlagsbuchhandlung Neukirchner und in allen einschlägigen Buchläden der Stadt Nordhausen. Das Buch kostet 26,80 Euro und trägt die ISBN 3-929767-53-8.
Autor: nnz

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