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Di, 07:13 Uhr
18.03.2008

nnz-Forum: Kein Interesse am Mindestlohn?

Die IG-BAU hatte am vergangenen Freitag ihre Mitglieder nach Erfurt gerufen. Auf dem Bahnhofsplatz wollte man für den gesetzlichen Mindestlohn demonstrieren. Aus Nordhausen war auch eine Gruppe von 15 Personen angereist. Dazu eine Meinung im Forum der nnz...


Als wir am Erfurter Bahnhof ankamen, war ich doch sehr enttäuscht. Meiner Schätzung nach, waren nur etwa 100 Personen angereist, um für ihr Recht, nämlich den gesetzlichen Mindestlohn zu demonstrieren. Ich frage mich, warum kommen so wenige, um für ihr Menschenrecht zu demonstrieren – nämlich, dafür – von ihrer Hände Arbeit leben und ihre Familie ernähren zu können?

Ist es wahr, dass die Arbeitgeber Druck auf ihre Belegschaft ausüben, um so zu erreichen, dass die Arbeiter aus Angst um ihren Arbeitsplatz der Demonstration fern bleiben? Man sollte es meinen, noch dazu wo es eine imaginäre Gewerkschaft (gemeint sind hier die privaten Postdienste, bei denen Springer die Mehrheit hält und der ehemalige Arbeitsamtschef Gerster der Arbeitgeberchef ist) geschafft hat, seinerzeit in Berlin Tausende auf die Straße zu treiben, um für einen Hungerlohn zu streiken.

Wie soll man begreifen, dass es Menschen gibt, die dafür auf die Straße gehen, dass sie einen Hungerlohn bekommen. Das zeigt doch nur, wie unsozial Teile der Wirtschaft und Politik handeln. Noch eins hat mir in Erfurt nicht gefallen und zwar die symbolische Verbrüderung zwischen der LINKEN und der SPD, hier war schon der Wahlkampf zu spüren.

Der Partei DIE LINKE kann man nur raten, genau darüber nachzudenken, ob sie mit der SPD gemeinsame Sache macht, denn das Volk hat bestimmt nicht vergessen, dass die SPD für Hartz IV und viele andere „Reformen“ steht und somit für den sozialen Abstieg großer Teile der Mittelschicht und der Rentner verantwortlich ist. Außerdem zeigen die letzten Umfragen, was das Volk von dieser Partei hält, deren Funktionäre vor lauter Machtgier zu allem bereit sind, was ihnen nur billige Vorteile bringt. Das Vertreter dieser Partei ihre Wahlversprechen nicht halten, hat bekanntlich schon eine gewisse Tradition.

Ich wünsche mir nur, dass die Arbeitnehmer wieder mehr Mut bekommen auf die Straße zu gehen und mit friedlichen Demonstrationen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben für sich und andere einfordern. Denkt an eure Kinder, denn was soll aus ihnen werden, wenn sie nur eine zweit oder gar drittklassige Ausbildung erhalten, weil euch die Arbeitgeber um den gerechten Lohn prellen und das nur aus maßloser Gier?
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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