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Do, 14:36 Uhr
21.02.2008

nnz-Forum: „Starke Leistung für jedes Alter“

Von der Richtigkeit dieser These hatte sich jetzt sich jetzt die Nordhäuser Frauenunion überzeugen lassen. Wo die Überzeugungsarbeit stattfand, das hat Gisela Buttgereit für die nnz aufgeschrieben.


In einem Leitantrag der Frauenunion (FU) an den Bundesvorstand der FU der CDU an den Bundesdelegiertentag im Oktober 2007 in Braunschweig heißt es: „Das Zusammenleben der Generationen neu gestalten“. Wir Frauen fordern unterschiedliche Modelle und Strukturen für das bürger- und nachbarschaftliche Engagement zum Beispiel die Mehrgenerationenhäuser oder Wohnanlagen für Jung und Alt.

Diese sind eine Möglichkeit, den Veränderungen in Familie und Nachbarschaft zu begegnen. So könnten etwa die jungen Bewohner den Älteren beim Einkaufen helfen. Im Gegenzug könnten die älteren Menschen den Jungen bei der Kinderbetreuung behilflich sein. Für den Aus- und Aufbau der Hilfe bedarf es vermehrt lokaler Netzwerke für Pflegedienste und Hilfsangebote.“

Zu dieser Thematik hatte die Kreisvorsitzende der FU, Christa Biesenbach, zu einem Vortrags- und Gesprächsabend in das Nordhäuser MEGEHA eingeladen. Die zahlreich interessierten Frauen aus dem Kreisgebiet waren gespannt auf die neue Einrichtung, aber auch auf den Minister für Soziales, Familie und Gesundheit Dr. Klaus Zeh.

Herzlich begrüßte uns die Leiterin Franca Bergmann und zeigte uns die farbenfrohen, freundlichen Räume. Seit Juni 2007 bietet das MEGEHA viele Freizeitangebote. Das TREFF-MEGEHA ist das offene Angebot in Nordhausen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Die Cafeteria ist der zentrale Anlaufpunkt. Hier bietet die Küche des Liftvereins einen abwechslungsreichen Speiseplan und leckeren, selbstgebackenen Kuchen an. Die Nachmittagsangebote, wie Familienberatung, Seniorentreff, Line-Dance, Vorlese-Oma, MEGEHA-Kreativ und Bewerbungstraining bieten für jeden Geschmack etwas. Hierbei sollen sich Junge und Ältere aufgehoben fühlen und sich einbringen können. Es ermöglicht Kommunikation, Zugehörigkeit, Austausch und Information. Eine Ecke für die Kinder-betreuung lädt zum fröhlichen Spielen ein. Alle Angebote sind kostenlos bis auf die Mahlzeiten.

Über die vielen Grünpflanzen freute sich Franca Bergmann besonders: „Das sind Spenden von Nordhäuser Bürgern“. Sozialminister Dr. Zeh ging in seinem Referat auf die Thüringer Sozialpolitik, insbesondere auf das seit 2007 gezahlte Betreuungs- und Elterngeld ein. „Familie ist enorm wichtig, weil es die Grundlagen der Bevölkerung prägt. Werteorientierung ist wichtig, wie lernt man Streit auszuhalten, Bitte und Danke sagen, Teamfähigkeit in der Schule und Beruf.“

Wichtig ist dem Sozialminister die Wahlfreiheit der Eltern bei der Kindererziehung. „Die Gesellschaft hat sich immer mehr vereinzelt. Daher schaffen wir Möglichkeiten, dass sich ältere und jüngere Menschen begegnen und engagieren können.“ resümiert der Sozialminister.

Familienministerin Ursula von der Leyen hat sich für die Gründung der MEGEHA eingesetzt und die finanziellen Mittel dafür bereitgestellt. So gibt es bundesweit 500 und in Thüringen 23 MEGEHA.

In den anschließenden Gesprächen wurde lebhaft diskutiert. Fragen zum Thüringer Familienmodell, Bundeselterngeld, Leistungen- und Betreuungsfragen bei Behinderten wurden geduldig beantwortet. Alle Frauen waren sich bei der Diskussion einig, Erziehung ist eine Leistung der Gesellschaft. Kinder brauchen Geborgenheit und Schutz. Kritisch wurde aber auch kommentiert, dass die Arbeit der Hausfrauen und die Kindererziehung schwer zu bewerten ist. Die Akzeptanz in der Gesellschaft ist noch zu gering. Für die spätere Rentenberechnung müssen hier mehr Rentenpunkte bewertet werden.

Vera Herfurth, Lehrerin am Humboldt-Gymnasium, beklagt die zu geringen Geburtenzahlen. „Junge Leute gehen oft aus Thüringen weg, weil sie hier keine Arbeit bekommen. Grundfertigkeiten wie Basteln, Umgang mit der Schere, das Stillsitzen auf der Bank sind Voraussetzungen für die Grundschule und gehen bei den Kindern, die keinen Kindergarten besucht haben, verloren. Immer am Ball bleiben“, resümiert Vera Herfurth optimistisch.

Ein interessanter und wissenswerter Gesprächsabend mit bemerkenswerten Eindrücken im Nordhäuser MEGEHA.
Gisela Buttgereit, Nordhausen
Autor: nnz

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