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Do, 09:39 Uhr
25.04.2002

Grüne Tage an Binnensalzstelle

Nordhausen (nnz). Kennen Sie die Numburger Westquelle? Nein? Dann wird es aber Zeit! Hier ein kleiner Vorgeschmack.


Interessierte Beobachter Die Binnensalzstelle an der Numburger Westquelle bei Auleben gilt bundesweit als naturschutzfachliche Kleinod, das als FFH-Gebiet einen besonderen Schutzstatus besitzt. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union hat das Ziel ein Netz von Gebieten zu knüpfen, das den natürlichen Reichtum Europas an Pflanzen, Tieren und ihren Lebensräumen sichert.

Vielen Bürgern ist dieses Verbundkonzept mit dem Namen Natura 2000 noch wenig bekannt. Aus diesem Anlass wurden europaweit die Grünen Tage initiiert. Thüringen gestaltete seinen Beitrag am 19.04.2002 mit einem Ortstermin an o.g. Binnensalzstelle mit malerischen Blick auf die Riedflächen der Goldenen Aue. Zu der vom Leiter der unteren Naturschutzbehörde Nordhausen organisierten Gesprächsrunde trafen sich Kommunalpolitiker, Vertreter von Naturschutzbehörden, und naturschutzaktive, interessierte Bürger.

In seiner Einführungsrede gelang es Dr. Joachim Wiesner von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie anschaulich die besondere Herausforderung des Naturschutzes in diesem Gebiet zu verdeutlichen Es gilt auf der selben Fläche sowohl den Schutz von salzliebenden Pflanzen, als auch den Erhalt von wiesenbrütenden Vögeln zu vereinbaren. Erfolgreich umgesetzt wurde dies nach längerer Experimentierphase mit unterschiedlichen Konzepten durch die Bereitschaft eines Landwirtes, Robustrinder auf der knapp 25 ha großen Fläche einzusetzen. Die Tiere fressen wahrlich für den Naturschutz, reduzieren das Schilf und geben so der Salzflora Licht zur Entwicklung und hinterlassen eine kurzrasige Vegetation, wie sie Kiebitz und Bekassine als Wiesenbrüter benötigen.

Der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft "Goldene Aue", Bodo Reitzig, begrüßte den öffentlichkeitswirksamen Anlass und hob hervor, das der Landkreis Nordhausen einen flächenmäßig überdurchschnittlichen Anteil an FFH-Gebieten besitzt. Die daraus abzuleitende besondere Verantwortung werde von der Verwaltungsgemeinschaft gerne getragen, da es bisher immer gelang gute Abstimmungsergebnisse zwischen allen beteiligten Bürgern und Behörden herzustellen. In diesem Sinne äußerte sich auch Bürgermeister von Auleben. Weber betonte, auch in Zukunft beitragen zu wollen, den Interessen von Naturnutzern und Naturschützern in seiner Gemeinde gerecht zu werden.

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich alle Beteiligten beeindruckt darüber, wie Naturschutz durch eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz funktionieren kann. Hierzu trug aber nicht nur die anregende Diskussion in der Runde zu diesem neuen Erfolgskonzept einer nachhaltigen und extensiven Grünlandbewirtschaftung mit Robustrindern bei, sondern auch die Wahl des Veranstaltungsortes im Grünen. Konnte sich doch jeder Teilnehmer mit einem Blick durch eines der aufgestellten Fernrohre an den akrobatischen Flugkünste von Kiebitzen erfreuen, die auch in diesem Frühjahr mit mehreren Paaren das FFH-Gebiet als Brutplatz wählten.
Autor: nnz

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