Mo, 12:01 Uhr
04.02.2008
Plus und Minus dicht beieinander
Die Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz hat die Südharzstrecke zu Jahresbeginn wieder kritisch unter die Lupe genommen. Dabei vermelden die Eisenbahnfreunde sowie Positives als auch Negatives...
Positiv: Züge im Südharz mit verbesserter Ansage
Die automatischen Ansagen der jeweils nächsten Station, die freundliche Begrüßung und auch die Verabschiedung der Fahrgäste in den Zügen der Süd- und der Westharzstrecke, die den nicht ständigen Kunden eine gute Orientierung geben, wurden jüngst um die Ansage weiterer Anschlüsse ergänzt. Wenn man sich dem Bahnhof Herzberg am Harz nähert, werden nun nicht mehr nur Hinweise auf Zuganschlüsse gegeben, sondern auch auf die ab hier nach Bad Lauterberg verkehrenden Omnibusse. Der Service von DB Regio hat sich in diesem Punkt erneut ein Stück verbessert.
Negativ: Stationen ohne Service
Wenig erfreulich hingegen entwickelt sich der Service auf den Bahnhöfen selbst. In Anlehnung an den entsprechenden Unternehmensbereich (Station & Service) ist man versucht, von Station ohne Service zu sprechen. So wurde der in der Sylvesternacht durch Knallerei und Trinkerei erheblich verschmutzte Bahnsteig des Bahnhofs Walkenried bis zum 5. Januar nicht gereinigt. Die nicht wenigen Kunden mussten tagelang durch Papier- und anderen Müll waten. Entsprechende Hinweise an die 3-S-Zentrale in Göttingen verhallten ungehört. Am 5. Januar schließlich griffen Fahrgäste zur Selbsthilfe, erbaten von den Bediensteten des Bahnhofs – die ihrerseits zu DB Netz gehören – einen Besen und führten die Grundreinigung selbst durch. Von Station & Service übrigens auch bis einschließlich 7. Januar keine Spur… Es fragt sich, für welche Dienstleistung die horrenden Haltepreise für jeden haltenden Nahverkehrszug eigentlich erhoben werden.
Noch negativer: Bushaltestellen als soziale Brennpunkte
Noch schlimmer sah und sieht es freilich jede Woche in der Wartehalle der Bushaltestelle am Bahnhof Walkenried aus. Sie gehört nicht zum Pflegebereich von Station & Service, sondern zu dem der Gemeinde Walkenried. Seit Monaten ist dort bekannt, dass ganz offensichtlich erziehungs- und orientierungslose, jedoch nicht mittellose Jugendliche die Haltestelle zu ihrem bevorzugten abendlichen Aufenthaltsort erkoren haben. Mehrmals pro Woche ist die Wartehalle nun von Bierflaschen, Pizzakartons und den Scherben zerschlagener Flaschen verunreinigt. Normale Fahrgäste können sich dort nicht mehr aufhalten.
Weder das Ordnungsamt noch die Polizei sahen sich bisher trotz mehrfacher Hinweise in der Lage, einzuschreiten und die Jugendlichen des Feldes zu verweisen. Auch andere Haltestellen in der Samtgemeinde Walkenried werden solcherart zweckentfremdet. Jeder aus- oder umsteigende Reisende erhält so einen perfekten ersten Eindruck von der doch eigentlich schönen Südharzgemeinde Walkenried.
Am Negativsten: Sachsenstein von 30 auf 20 km/h herabsaniert
Nein, kein Scherz. Das Gleis Walkenried – Scharzfeld der Südharzstrecke wurde im Herbst 2008 nahezu vollständig ausgewechselt. Jetzt fahren wir auf Y-Schwellen wirklich ruhig und komfortabel nach Westen – in die andere Richtung wurde schon vor ein paar Jahren gearbeitet. Mit aufgearbeitet wurde auch der Sachsenstein, jene bekannte und ärgerliche Senkstelle im Gipskarst, die durch unzulässiges Aufstauen von Fischteichen auf Bad Sachsaer Gemarkung erst so richtig in Gang gebracht wurde.
Hier wurde seit vielen Jahren 30 gefahren. Nach der Sanierung sind es nun – nein, nicht 60 oder wenigstens 50, sondern 20. Neues Gleis, neue Schwellen, neuer Schotter und neue Stabilisierungspakete, doch gefahren wird noch langsamer als vorher.
Wen kann man denn nun dafür verantwortlich machen? Das ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich würden entsprechende Telefonate den Buchbinder Wanninger-Effekt des Carl Valentin hervorrufen, immer wieder durchstellen, nein, wir sind es nicht gewesen…
Die DB Netz (Harz-Weser-Netz) hat es gemacht, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) wacht darüber, dass alles seine Ordnung hat, und die Stadt Bad Sachsa will die schönen Bäume am Bahndamm erhalten, die nur deswegen hochgekommen sind, weil jahrelang alles vernachlässigt wurde. Aber die ist jetzt einmal außen vor, wegen der Bäume leidet der Damm, aber vorerst noch nicht das Tempo. Das leidet vermutlich an behördlichem Kriechgang. Oder weil man sich nicht einig wird.
Uns Kunden jedenfalls fragt man wieder einmal nicht. Gern würden wir ein paar Minuten schneller sein oder pünktlicher. 60 km/h müssten locker drin sein. Aber darauf können wir wohl noch lange warten.
Autor: nnzPositiv: Züge im Südharz mit verbesserter Ansage
Die automatischen Ansagen der jeweils nächsten Station, die freundliche Begrüßung und auch die Verabschiedung der Fahrgäste in den Zügen der Süd- und der Westharzstrecke, die den nicht ständigen Kunden eine gute Orientierung geben, wurden jüngst um die Ansage weiterer Anschlüsse ergänzt. Wenn man sich dem Bahnhof Herzberg am Harz nähert, werden nun nicht mehr nur Hinweise auf Zuganschlüsse gegeben, sondern auch auf die ab hier nach Bad Lauterberg verkehrenden Omnibusse. Der Service von DB Regio hat sich in diesem Punkt erneut ein Stück verbessert.
Negativ: Stationen ohne Service
Wenig erfreulich hingegen entwickelt sich der Service auf den Bahnhöfen selbst. In Anlehnung an den entsprechenden Unternehmensbereich (Station & Service) ist man versucht, von Station ohne Service zu sprechen. So wurde der in der Sylvesternacht durch Knallerei und Trinkerei erheblich verschmutzte Bahnsteig des Bahnhofs Walkenried bis zum 5. Januar nicht gereinigt. Die nicht wenigen Kunden mussten tagelang durch Papier- und anderen Müll waten. Entsprechende Hinweise an die 3-S-Zentrale in Göttingen verhallten ungehört. Am 5. Januar schließlich griffen Fahrgäste zur Selbsthilfe, erbaten von den Bediensteten des Bahnhofs – die ihrerseits zu DB Netz gehören – einen Besen und führten die Grundreinigung selbst durch. Von Station & Service übrigens auch bis einschließlich 7. Januar keine Spur… Es fragt sich, für welche Dienstleistung die horrenden Haltepreise für jeden haltenden Nahverkehrszug eigentlich erhoben werden.
Noch negativer: Bushaltestellen als soziale Brennpunkte
Noch schlimmer sah und sieht es freilich jede Woche in der Wartehalle der Bushaltestelle am Bahnhof Walkenried aus. Sie gehört nicht zum Pflegebereich von Station & Service, sondern zu dem der Gemeinde Walkenried. Seit Monaten ist dort bekannt, dass ganz offensichtlich erziehungs- und orientierungslose, jedoch nicht mittellose Jugendliche die Haltestelle zu ihrem bevorzugten abendlichen Aufenthaltsort erkoren haben. Mehrmals pro Woche ist die Wartehalle nun von Bierflaschen, Pizzakartons und den Scherben zerschlagener Flaschen verunreinigt. Normale Fahrgäste können sich dort nicht mehr aufhalten.
Weder das Ordnungsamt noch die Polizei sahen sich bisher trotz mehrfacher Hinweise in der Lage, einzuschreiten und die Jugendlichen des Feldes zu verweisen. Auch andere Haltestellen in der Samtgemeinde Walkenried werden solcherart zweckentfremdet. Jeder aus- oder umsteigende Reisende erhält so einen perfekten ersten Eindruck von der doch eigentlich schönen Südharzgemeinde Walkenried.
Am Negativsten: Sachsenstein von 30 auf 20 km/h herabsaniert
Nein, kein Scherz. Das Gleis Walkenried – Scharzfeld der Südharzstrecke wurde im Herbst 2008 nahezu vollständig ausgewechselt. Jetzt fahren wir auf Y-Schwellen wirklich ruhig und komfortabel nach Westen – in die andere Richtung wurde schon vor ein paar Jahren gearbeitet. Mit aufgearbeitet wurde auch der Sachsenstein, jene bekannte und ärgerliche Senkstelle im Gipskarst, die durch unzulässiges Aufstauen von Fischteichen auf Bad Sachsaer Gemarkung erst so richtig in Gang gebracht wurde.
Hier wurde seit vielen Jahren 30 gefahren. Nach der Sanierung sind es nun – nein, nicht 60 oder wenigstens 50, sondern 20. Neues Gleis, neue Schwellen, neuer Schotter und neue Stabilisierungspakete, doch gefahren wird noch langsamer als vorher.
Wen kann man denn nun dafür verantwortlich machen? Das ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich würden entsprechende Telefonate den Buchbinder Wanninger-Effekt des Carl Valentin hervorrufen, immer wieder durchstellen, nein, wir sind es nicht gewesen…
Die DB Netz (Harz-Weser-Netz) hat es gemacht, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) wacht darüber, dass alles seine Ordnung hat, und die Stadt Bad Sachsa will die schönen Bäume am Bahndamm erhalten, die nur deswegen hochgekommen sind, weil jahrelang alles vernachlässigt wurde. Aber die ist jetzt einmal außen vor, wegen der Bäume leidet der Damm, aber vorerst noch nicht das Tempo. Das leidet vermutlich an behördlichem Kriechgang. Oder weil man sich nicht einig wird.
Uns Kunden jedenfalls fragt man wieder einmal nicht. Gern würden wir ein paar Minuten schneller sein oder pünktlicher. 60 km/h müssten locker drin sein. Aber darauf können wir wohl noch lange warten.

