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Do, 17:29 Uhr
31.01.2008

Ohne Schlips, mit Schreckgespenst

Vielleicht lag es an der närrischen Zeit, dass der Hauptredner beim Neujahrsempfang der FDP ein wenig das Maß der Zurückhaltung vergaß, vielleicht auch am Hochgefühl der Wahlergebnisse in Hessen und Niedersachsen? Die Antwort konnte nicht gefunden werden...

Zugehört (Foto: nnz) Zugehört (Foto: nnz)

Alljährlich in den „Stepel“ zu Nordhausen lädt der Kreisvorstand der FDP zum Empfang ein. Gekommen waren zur netten Plauderei nicht nur Liberale, sondern auch Vertreter der anderen Parteien in Stadträten und Kreistag, der Kirche, und der Arbeitsverwaltung sowie ein Minister. FDP-Kreischef Claus Peter Rossberg begrüßte all die Gäste, erinnerte an den 124. Geburtstag von Theodor Heuss und an die große Freiheit.

Als Ziele liberaler kommunaler Politik gab Rossberg denn auch den Verbleib der ARGE im Landkreis aus und plädierte dafür, dass sich die Anwesenden gemütlich über Müllpreise unterhalten sollen, zum Beispiel.

Barth (links), Roßberg (Foto: nnz) Barth (links), Roßberg (Foto: nnz)

Einen Festredner gab es natürlich am Nachmittag auch: Den FDP-Bundestagsabgeordneten Uwe Barth, dessen Schlipsvorrat zu Ende gegangen war (Weiberfastnacht). Und der Profipolitiker zog vom Leder. Barth schimpfte auf so ziemlich alles, was nicht in der Nähe der einladenden Partei zu finden ist. Von maßlosen Steuererhöhungen war da ebenso die Rede wie von gesunkenen Realeinkommen der Menschen in diesem Lande.

Und dann wurde es richtig heftig. Herr Barth malte nicht nur das Schreckgespenst „Rot-Rot-Grün“ an die Wände des Wirtshauses, sondern gab auch zu bedenken, dass sich dann die Investoren aus Thüringen verabschieden würden. „Wenn Sie, meine Damen und Herren, künftig von zuverlässigen und vertrauenswürdigen Menschen regiert werden wollen, dann müssen sie bürgerlich wählen. Und die FDP steht für bürgerlich.“

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass zum Beispiel die LINKE, Bündnis90/Grüne oder SPD nicht wählbar sind, weil deren Mitglieder unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig sind. So einfach ist die Welt des Uwe Barth. Aber vielleicht hat der Mann das auch alles nicht so gemeint – in der närrischen Zeit.
Autor: nnz

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