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Di, 08:30 Uhr
22.01.2008

Hilfe zur Selbsthilfe (8)

Jeden letzten Mittwoch im Monat zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr wird es still im Nordhäuser Landratsamt. Das hat seinen Grund, dem die nnz in der Serie über Selbsthilfegruppen auf die Spur gekommen ist...

Gemeinsam Probleme meistern (Foto: pln) Gemeinsam Probleme meistern (Foto: pln)

Dort treffen sich regelmäßig Gehörlose in ihrer Selbsthilfegruppe „Kommunikationsgruppe für Gehörlose“, um über alltägliche Probleme zu kommunizieren, Erfahrungen auszutauschen und ihre Freizeitgestaltung zu organisieren. Sie veranstalten Wanderungen, besuchen Märkte, Museen, treffen sich zum „Tagen der offenen Tür“, treiben Sport und gehen schwimmen. Die meisten Betroffenen sind von Geburt an gehörlos; diese Behinderung ist vererblich, aber auch Zeckenbisse, Hörsturz oder Hirnhautentzündung sind als Ursache zu nennen; erklärte Ingrid Francke, Amtsärztin des Landratsamtes Nordhausen.

Die meisten Menschen sind in dem Glauben, dass es sich bei Gehörlosigkeit ausschließlich um den Verlust des Hörens handelt, doch auch die Auswirkung dessen schließt die Behinderung ein. Das Sprechen, Schreiben und Lesen kann stark beeinflusst sein. Die Kommunikation mit der Umwelt ist schwierig bis unmöglich.

Gehörlose leben in ihrer Welt, haben eine eigene Kommunikationsform und ein eigenes Empfinden, berichtet die Gebärdendolmetscherin Lisa Michaelis. Der Kontakt mit anderen Betroffenen ist sehr wichtig. Gemeinsame Ausflüge mit bzw. zu anderen Gehörlosenvereinen und Treffen mit anderen Selbsthilfegruppen, wie z.B. der Taubblinden, haben schon oft zu Freundschaften geführt.

Um der Vereinsamung zu entgehen, sollten man sich und auch die Angehörigen nicht scheuen, den Kontakt zu Lisa Michaelis zu suchen, auch, um die verschiedenen Alltagsproblemen besser bewältigen zu können.

Die Selbsthilfegruppe, die von Peter Söllner geleitet wird, existiert seit 2004 mit etwa 20 Gehörlosen im Alter von 40 bis 70 Jahren. Sie wird durch Fördergelder der Krankenkassen finanziert, die im Thüringer Landesverband der Gehörlosen Thüringen e. V. verwaltet werden. Seit seiner Gründung vor 80 Jahren ist das Ziel des Landesverbandes „Hilfe zur Selbsthilfe“ und „Soziales Engagement“.

Die Hauptaufgabe des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V. ist, Gehörlose zur Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichten zu unterstützen und ihnen die Eingliederung in das gesellschaftliche, politische und kulturellen Leben, insbesondere in der Schule, Ausbildung, im Beruf und in der Freizeit zu erleichtern.

Kontakt: Lisa Michaelis, Tel.: 0361/ 3452964, Fax: 0361 3452965
Autor: nnz

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