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Fr, 11:25 Uhr
18.01.2008

nnz-Forum: Weniger Radwege – mehr Tempo 30!

„In der gegenwärtigen Diskussion, die sich der zahlreichen Verkehrstoten der letzten Woche annimmt, sollte einen Punkt nicht vergessen werden“, meint nnz-Leser Rüdiger Neitzke und hat der Redaktion seine Meinung geschrieben.


Mehr Radwege, wie von vielen gefordert, führen nicht unmittelbar zu weniger Unfällen. Schon Anfang der 80iger Jahre zeigten Untersuchungen, dass sich die Unfälle durch Radwege nicht verringern, sondern nur verändern. Radwege führen dazu, dass mehr Unfälle im Bereich von Kreuzungen, Einmündungen und hauptsächlich Grundstückszufahrten ereignen. Radfahrer sind aus dem Bewusstsein der Autofahrer verschwunden und tauchen dann überraschend erst an Kreuzungen wieder auf. Im Gegensatz dazu stellen Radstreifen (Bsp. Hesseröder Str.) eine bessere und sicherere Lösung dar.

Außerdem ist die Qualität der in Nordhausen gebauten Radwege überwiegend mangelhaft. Zu schmal, (Grimmelallee) ständiges Berg- und Talbahn bei Grundstückszufahrten, (B4 Richtung Krimderode) oder leider oft auch gemeinsame Rad- und Gehwege, (Leimbacher Str.), was wiederum neues Unfallpotential birgt. Aktuelle Unfallstatistiken sind wenig aussagekräftig, da die Dunkelziffer und „Beinahe – Unfälle“ nicht registriert werden. Man braucht beispielsweise nur die Verkehrssituation an einem Schultag morgens zwischen 7:00 und 8:00 Uhr an der Jahnstraße Ecke Leimbacher Straße beobachten. Kaum ein abbiegender Autofahrer berücksichtigt den parallel zur Leimbacher Straße führenden Vorfahrt berechtigten Radweg und nimmt entsprechend Rücksicht. Leider haben aber auch die wenigsten Radfahrer eine erkennbare Beleuchtung an ihrem Rad.

Dass Radwege das Problem nicht lösen, zeigt auch die Tatsache, dass vermehrt auch Fußgänger Unfallopfer sind. Die Lösung kann nur eine Entschleunigung des MIV´s sein (MIV = Motorisierter – Individual – Verkehr). Wer mit Tempo 30 statt mit Tempo 50 im Innenstadtbereich unterwegs ist, verliert nur unwesentlich Zeit im Bereich von Minuten im Vergleich zu einer eventuell verlorenen Lebenszeit gemessen in Jahren!

Wichtig dabei ist, dass in Tempo 30 – Zonen auch entsprechend kontrolliert wird und bauliche Veränderungen vorgenommen werden (Bodenwellen). Beispielsweise könnte der gesamte Wohnbereich Rückertstraße, Uhlandstraße, Jahnstraße, Eichendorfstraße, Hölderlinstraße als Tempo 30 Zone ausgewiesen werden. Es gibt viel mehr Bereiche in Nordhausen, in denen Tempo 30 Sinn macht. Eine Verringerung des CO2 – Ausstoß ist auch noch ein willkommener Nebeneffekt. Vielleicht fahren die Autos dann nicht mehr mit 70km/h sondern nur noch mit 45km/h durch ein Wohngebiet. Wichtig dabei auch: Einen Kombination aus, „Rechts – vor – Links“ und Einbahnstraßen ist nicht sinnvoll, da hier neue Unfallquellen entstehen. (Bsp.: Weberstraße, Ecke Rudolf – Breitscheid – Straße)

Ich kann nur an alle Verkehrsteilnehmer (Auto- und Radfahrer) appellieren, etwas ruhiger und gelassener zu fahren. An Verkehrsplaner geht meine dringende Bitte, mehr Tempo 30 Zonen einzurichten und dabei entsprechende bauliche Anpassungen vorzunehmen. In Tempo 30 Zonen sind dann auch keine Radwege nötig. Letztendlich macht das ganze aber auch nur dann Sinn, wenn es entsprechend kontrolliert und evtl. auch geahndet wird.
Rüdiger Neitzke
Autor: psg

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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