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Fr, 07:55 Uhr
04.01.2008

Licht und Schatten

Ein gemischtes Fazit zieht die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ am Ende des Jahres 2007. Der Ausblick auf 2008 wird zur Stunde von einem Thema beherrscht: Wird der Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn fortgesetzt oder gelingt es endlich, eine Einigung herbeizuführen?


Schienenrückbau bei Herzberg (Foto: bb) Schienenrückbau bei Herzberg (Foto: bb)

Überwiegend positiv verlief im Südharz das Baugeschehen. Alle für 2007 geplanten Arbeiten wurden durchgeführt und abgeschlossen. Sowohl zwischen Scharzfeld und Herzberg (siehe Foto) als auch zwischen Walkenried und Scharzfeld wurden viele Kilometer Gleis erneuert. Zwar wurde auf eine grundhafte und in die Tiefe gehende Sanierung anders als im Ostabschnitt der Südharzstrecke verzichtet, doch kann davon ausgegangen werden, dass zwischen Nordhausen und Herzberg nun auf viele Jahre hinaus stabile Zustände herrschen, ebenso zwischen Herzberg und Seesen.

Weitere Arbeiten in den Bahnhöfen Herzberg und Walkenried sind wohl erst im Vorfeld des Anschlusses an das Zentralstellwerk in Göttingen zu erwarten. Der unglückliche Zustand in Walkenried, wo aus einer zweigleisigen Strecke schon vor dem Bahnhof eine eingleisige wird, und in Herzberg, wo die freizügige Benutzung aller 3 Bahnsteigkanten nicht möglich ist, bleibt uns damit erhalten.

Wenig erfreulich ist auch, dass nach Abschluss der Arbeiten am Sachsenstein nicht etwa schneller gefahren werden kann, sondern langsamer. Querelen mit dem Eisenbahn-Bundesamt sollen Schuld daran sein, dass das Tempo hier nicht auf baulich und technisch problemlos mögliche 60 km/h oder gar höher angehoben wird. Damit sind trotz erneuerter Strecke Fahrzeitgewinne vorerst nicht möglich.

Situation im Bahnhof Nordhausen immer prekärer
Im Gegensatz zum Geschehen auf der Strecke entwickelt sich der Zustand des Bahnhofs Nordhausen höchst unerfreulich, und dies sowohl bei den Gleisen als auch bei der übrigen Infrastruktur. Wegen dringend zu erneuernder Weichen ist das Tempo bei der Einfahrt in das Südharzer Gleis 5 auf 20 km/h abgesenkt worden.

Wenn der Zug dann endlich am Bahnsteig zum Stehen gekommen ist, erwartet den Fahrgast bei Regen ein pfützenübersäter und schlecht beleuchteter Bahnsteig ohne jede Unterstellmöglichkeit. Seit Jahren wurde nichts unternommen, um den Kunden hier halbwegs gute Warte- und Einstiegsmöglichkeiten zu bieten. Wohin die sehr hohen Stationspreise fließen, bleibt schleierhaft.

Die Toilette des Bahnhofs Nordhausen, immerhin wichtiger Umsteigepunkt zwischen 4 Strecken, ist ebenfalls seit Jahren außer Betrieb. Alles in allem bietet dieser Knotenpunkt nach Ende der Landesgartenschau von Jahr zu Jahr ein traurigeres Bild.

Das Gegenteil ist erfreulicherweise in Ellrich der Fall: Nach Übernahme von Empfangsgebäude und Güterschuppen durch die Feuerwehr hat eine rege Bautätigkeit eingesetzt, welche in kurzer Zeit zur Beseitigung dieses Schandflecks sorgen wird. Die Stadtverwaltung Ellrich engagiert sich in dieser Sache stark und hat bereits für eine Verbesserung der Zufahrt zum Bahnhof und der Parkmöglichkeiten gesorgt. Es ist sicher noch zu früh, von einem „Schmuckstück“ zu sprechen, aber es könnte funktionieren!

Im Umfeld einiger anderer Stationen kommt es infolge mangelnder Reinigung und fehlender sozialer Kontrolle – anders ausgedrückt: weil viele Zeitgenossen sich hemmungslos ihres Mülls entledigen – zu wenig schönen und keineswegs werbewirksamen Anblicken. Negativ fallen hier unter anderem Osterode Mitte, Hattorf und Walkenried auf. Wer auch immer für die Reinigung zuständig ist und jenseits allen Philosophierens über die Ursachen: Hier muss häufiger gereinigt werden.

Fuhrpark: Stabil, aber häufig schmutzig
Mit dem VT 648 steht dem Südharz ein offensichtlich technisch ausgereiftes Fahrzeug zur Verfügung. Es gibt so gut wie keine Ausfälle oder Störungen. Auf der anderen Seite hat sich – trotz eindringlicher Mahnung durch die Initiative – der Reinigungszustand der Triebwagen außen spürbar verschlechtert. Die Fahrzeuge kommen seit der Fahrplanumstellung, die keine durchgehenden Züge zwischen Göttingen und Nordhausen sowie Braunschweig mehr kennt, viel zu selten in die Waschanlage nach Braunschweig. Diesen untragbaren Zustand wird die Initiative nicht hinnehmen und dringt auf Verbesserungen im Jahr 2008.
Autor: nnz

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