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Mi, 11:16 Uhr
10.04.2002

Wohin mit den Kampfhunden?

Nordhausen (nnz). Die nnz berichtete in der vergangenen Woche über den Angriff eines Kampfhundes in Herreden. Eigentlich hätte der Hund dem Besitzer abgenommen werden müssen. Doch wohin mit den gefährlichen Hunden? nnz hat nachgefragt.


Nach einer Verordnung hätte auch dieser Kampfhund in das Nordhäuser Tierheim gemusst. Da aber ist kein Platz. Derzeit sind im Tierheim 13 Kampfhunde untergebracht. Die benötigen viel Platz, müssen einzeln gehalten und versorgt werden. In den kommenden Tagen sollen in den Zwingern zusätzliche Schieber eingebaut werden. So soll den Mitarbeitern das Füttern und die Reinigung der Zwinger erleichtert werden. „Wir brauchen einfach mehr Zwinger“, beschreibt Marion Wille den derzeitigen Zustand.

Dessen Unhaltbarkeit hat auch die Kreisverwaltung erkannt. In einem Schreiben werden alle Kommunen des Landkreises aufgefordert, bis zum Monatsende über Maßnahmen nachzudenken, wie zum einen die Tierheimkapazität erhöht, zum anderen aber der Gefahrenhundeverordnung entsprochen werden kann. Nachdenken bedeutet letztlich, mehr Geld für die Betreibung des Tierheims zur Verfügung zu stellen.

Eigentlich ist das Tierheim am Holungsweg nur für Fundtiere zuständig. Erst am Wochenende wurden dort zwei ausgesetzte Dobermänner abgegeben. Mit den Kampfhunden hat das Kapazitätsproblem eine neue Dimension erhalten. Jetzt ist kein Platz für die Tiere, die laut Satzung des Heimes eigentlich aufgenommen werden müssen. Schlimm ist die Situation aber auch für die Hunde, die als Kampfhunde eingestuft werden. Oftmals werden sie von jungen Leuten als fragwürdiges Statussymbol in der Wohnung gehalten. Kommen sie ins Tierheim, dann breche eine Welt für sie zusammen und es kommt zu nicht vorhersehbaren Reaktionen. Mitunter habe man die Erfahrung gemacht, dass nach der Unterbringung des Kampfhundes dessen Halter sich in den Tagen darauf schon wieder ein neues Tier zugelegt habe. Dann beginne der Kreislauf erneut, ein Kreislauf, der vermutlich wieder in einem Zwinger ende. Auf Kosten des Tieres, es ist in diesem Kreislauf immer der Verlierer.
Autor: nnz

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