Fr, 16:09 Uhr
05.04.2002
Bürgerinitiative gegen Gestank
Nordhausen (nnz). In den Nordhäuser Ortsteilen Himmelgarten, Leimbach und Steigerthal ist im wahrsten Sinne des Wortes bald die "Kacke am Dampfen". Jetzt hat sich nach nnz-Informationen eine Bürgerinitiative gegründet.
Nach den Geruchsbelästigungen in der Stadt Nordhausen und nachdem jetzt bekannt wurde, dass die verursachende Nordhäuser Tierzuchtfirma direkt am "Schwarzen Weg" (einem beliebten Naherholungs- und Wanderziel) beabsichtigt, Behälter zur Zwischenlagerung von Gülle mit einem Fassungsvermögen von zweimal 4000 Kubikmeter zu errichten, regt sich jetzt massiv der Widerstand betroffener Bürger. Diese befürchten sowohl permanenten Gülle-Gestank und damit die Abwertung teilweise neu errichteter Eigenheime als auch die Zerstörung des Landschaftsbildes und eine weitere Überdüngung der Felder. Das Vorhaben soll bereits von der zuständigen Behörde, dem Staatlichen Umweltamt in Sonderhausen genehmigt worden sein. Eine schriftliche Anfrage der Bürgerinitiative wurde von hier allerdings bisher nicht beantwortet.
Zusätzlich soll ein von der Firma in Auftrag gegebenes Gutachten die Zumutbarkeit der zu erwartenden Geruchsbelästigungen untermauern. Zu hören sind aber noch weitere Träger öffentlicher Belange. So soll die Stadt Nordhausen als betroffene Gemeinde bereits mit einer negativen Stellungnahme reagiert haben.
Aus Sicht des Unternehmens ist die Zwischenlagerung an verschiedenen Standorten im Landkreis notwenig um in verkehrsarmen Zeiten das Füllen der Behälter zu gewährleisten und um anschließend die Ausbringung der Gülle auf die angrenzenden Felder durch kleinere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge zu gewährleisten. Die Befüllung der Behälter bringt jedoch zusätzlich eine erhebliche Verkehrsbelastung mit sich. Denn das Fassungsvermögen eines Großbehälterfahrzeuges umfaßt etwa 20 Kubikmeter. Damit sind rund 200 Fahrten notwendig, um diesen Behälter zu füllen. Alternativen, die eine Gülleausbringung in dieser Größenordnung überflüssig machen, scheinen nicht in Sicht.
Bei allem Unmut der Bürger war die Geschäftsleitung bisher um eine sachliche Klärung bemüht. Hier soll nicht über die Köpfe der Bürger entschieden werden. Es soll sogar Einladungen an die betroffenen Bürger gegeben haben, um die innerbetriebliche Situation genauer kennen zu lernen. Inwieweit tragfähige Kompromisse geschlossen werden können ist noch nicht abschätzbar. Entscheidend wird dabei vor allem das Verhalten der beteiligten Behörden und Nordhäuser Politiker sein. Diese haben eine besondere Verantwortung im Rahmen der Verwirklichung des Projektes "Ökologischer Landkreis", an dem die Stadt Nordhausen ebenfalls beteiligt ist. In Kürze soll es im Nordhäuser Ortsteil Leimbach eine Bürgerversammlung geben. Insgesamt wieder ein Spagat zwischen widerstrebenden Zielen. Man darf gespannt sein, wie sich Nordhäuser Politiker hier positionieren.
Autor: nnzNach den Geruchsbelästigungen in der Stadt Nordhausen und nachdem jetzt bekannt wurde, dass die verursachende Nordhäuser Tierzuchtfirma direkt am "Schwarzen Weg" (einem beliebten Naherholungs- und Wanderziel) beabsichtigt, Behälter zur Zwischenlagerung von Gülle mit einem Fassungsvermögen von zweimal 4000 Kubikmeter zu errichten, regt sich jetzt massiv der Widerstand betroffener Bürger. Diese befürchten sowohl permanenten Gülle-Gestank und damit die Abwertung teilweise neu errichteter Eigenheime als auch die Zerstörung des Landschaftsbildes und eine weitere Überdüngung der Felder. Das Vorhaben soll bereits von der zuständigen Behörde, dem Staatlichen Umweltamt in Sonderhausen genehmigt worden sein. Eine schriftliche Anfrage der Bürgerinitiative wurde von hier allerdings bisher nicht beantwortet.
Zusätzlich soll ein von der Firma in Auftrag gegebenes Gutachten die Zumutbarkeit der zu erwartenden Geruchsbelästigungen untermauern. Zu hören sind aber noch weitere Träger öffentlicher Belange. So soll die Stadt Nordhausen als betroffene Gemeinde bereits mit einer negativen Stellungnahme reagiert haben.
Aus Sicht des Unternehmens ist die Zwischenlagerung an verschiedenen Standorten im Landkreis notwenig um in verkehrsarmen Zeiten das Füllen der Behälter zu gewährleisten und um anschließend die Ausbringung der Gülle auf die angrenzenden Felder durch kleinere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge zu gewährleisten. Die Befüllung der Behälter bringt jedoch zusätzlich eine erhebliche Verkehrsbelastung mit sich. Denn das Fassungsvermögen eines Großbehälterfahrzeuges umfaßt etwa 20 Kubikmeter. Damit sind rund 200 Fahrten notwendig, um diesen Behälter zu füllen. Alternativen, die eine Gülleausbringung in dieser Größenordnung überflüssig machen, scheinen nicht in Sicht.
Bei allem Unmut der Bürger war die Geschäftsleitung bisher um eine sachliche Klärung bemüht. Hier soll nicht über die Köpfe der Bürger entschieden werden. Es soll sogar Einladungen an die betroffenen Bürger gegeben haben, um die innerbetriebliche Situation genauer kennen zu lernen. Inwieweit tragfähige Kompromisse geschlossen werden können ist noch nicht abschätzbar. Entscheidend wird dabei vor allem das Verhalten der beteiligten Behörden und Nordhäuser Politiker sein. Diese haben eine besondere Verantwortung im Rahmen der Verwirklichung des Projektes "Ökologischer Landkreis", an dem die Stadt Nordhausen ebenfalls beteiligt ist. In Kürze soll es im Nordhäuser Ortsteil Leimbach eine Bürgerversammlung geben. Insgesamt wieder ein Spagat zwischen widerstrebenden Zielen. Man darf gespannt sein, wie sich Nordhäuser Politiker hier positionieren.


