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Di, 15:27 Uhr
04.12.2007

Mit Ravel durch die Welt

Eine Reise durch die Klangzauberwelten des Maurice Ravel können Kunst- und Musikliebhaber an diesem Wochenende in Sondershausen und Nordhausen erleben. Und sie schließen die Bekanntschaft mit eine jungen Pianistin...


Der „Bolero“ hat ihn weltweit berühmt gemacht, den französischen Komponisten Maurice Ravel. Er verstarb vor 70 Jahren am 28. Dezember 1937 in Paris. „Ich habe noch so viel Musik im Kopf. Ich habe noch nichts gesagt. Ich habe noch alles zu sagen“, stellte er im Angesicht seiner schweren Erkrankung resigniert fest. Koketterie war sicherlich dabei, denn der Klangzauberer Ravel hinterließ ein äußerst vielschichtiges Gesamtwerk. Das Loh-Orchester Sondershausen unter GMD Hiroaki Masuda widmet ihm am 8. und 9. Dezember ein ganzes Sinfoniekonzert mit einigen seiner bedeutendsten Kompositionen.

Von Ravel, dessen Werke immer wieder durch bestechende Klangeffekte und ungewöhnliche Formstrukturen überraschen, stammt auch ein Klavierkonzert für nur eine einzige Hand: Der Pianist Paul Wittgenstein hatte im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren, entwickelte aber durch hartnäckiges Üben mit der verbliebenen Hand eine enorme Virtuosität. Mehrere Komponisten schrieben Klavierwerke nur für ihn, darunter Richard Strauss, Paul Hindemith, und eben auch Ravel. Allerdings kam es Ravel darauf an, den Eindruck „eines für zwei Hände geschriebenen Klavierparts zu gebe; deshalb“, so der Komponist, „nahm ich meine Zuflucht hier in einem Stil, der dem etwas imposanten Stil des traditionellen Konzerts näher steht.“

Den außergewöhnlichen Solopart im Konzert des Loh-Orchesters übernimmt die junge Pianistin Daniela Hlinková; erst im Juni 2006 gab die mehrfache Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe ihr Debüt-Konzert mit dem Berliner Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Michael Gielen.

Für das Klavier komponierte Ravel, der seine musikalische Laufbahn als Pianist begann, auch viele andere Werke – und bearbeitete später eine ganze Reihe weiter für Orchester. Er schien eine ungeheure Freude daran zu haben, neue Klänge und Klangkombinationen zu probieren. So gelangen ihm in den Orchesterfassungen von „Une barque sur l’océan“, der Suite „Le tombeau de Couperin“ sowie der Walzersammlung „Valses nobles et sentimentales“ oftmals Klangeffekte von betörender Sinnlichkeit.

Ravels Vorliebe auch für das Skurrile, Bizarre und Dunkle wird nirgendwo deutlicher als in seinem dreiteiligen Zyklus „Gaspard de la nuit“ nach Gedichten von Aloysius Bertrand. Musikalische Gestalt verlieh Ravel dem nächtlichen Erscheinen der Wassernixe Undine, dem ächzenden Geräusch eines am Galgen Gehängten, das sich mit dem Geläut von Glocken vermischt, sowie dem spukhaften Umtreiben eines nächtlichen Poltergeistes. Die schillernde Orchestrierung, die das Loh-Orchester zu Gehör bringt, nahm nicht der Komponist selbst, sondern der französische Komponist und Dirigent Marius Constant (1925-2004) vor.

Das 4. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters findet im Haus der Kunst Sondershausen am Samstag, den 8. Dezember, statt und im Theater Nordhausen am Sonntag, 9. Dezember. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Jeweils um 19.00 Uhr gibt die Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann eine Einführung im Foyer.

Karten gibt es an der Theaterkasse in Nordhausen (Tel. 0 36 31/98 34 52) oder bei der Sondershausen Information (Tel. 0 36 32/78 81 11 sowie an allen Vorverkaufstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz

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