Di, 13:58 Uhr
04.12.2007
Außer Spesen nichts gewesen
Es war rund vor einem Jahr: Da geisterten durch die Flure des Nordhäuser Landratsamtes und durch die Sitzreihen der Kreistagsmitglieder gleichsam magische Worte wie Umschuldung oder Zinsmanagement und Swap. Was aber ist daraus geworden?
Kreistagsbeschlüsse wurden gefaßt, die Verwaltung sollte sich an Derivaten und verwandten Tauschgeschäften versuchen und so vielleicht den Haushalt retten. Wohl gemerkt den Haushalt 2007. Da gab und gibt es unter anderen im Kreishaushalt eine Stelle 02.9120.976800 – 001. Dahinter stand und steht eine Null, also kein Ansatz. Das muß ja nicht unbedingt verkehrt sein. Die Null wurde vor Jahresfrist damit begründet, daß das Zinsmanagement es möglich mache, alle laufenden Kredite mit einer tilgungsfreien Zeit von zwei Jahren auszustatten. Das war – wie bei jeder Haushaltsplanung – dann auch gleich der größte gemeinsame Nenner, der Wunsch als Vater des Gedankens. Nur: damit wurde die Haushaltssystematik belastet.
Nun zeigt sich, daß es nicht den größten, sondern den kleinsten gemeinsamen Nenner mit den kreditgebenden Banken gibt. Im Klartext: Nicht alle Kredite konnten tilgungsfrei gestellt werden. Und so wird aus der Null bei obiger Haushaltsstelle eine sechsstellige Zahl: Bis zum Jahresende exakt 653.372 Euro und 80 Cent.
Ähnlich sieht es bei den Leasingraten für Landratsamt, Tiefgarage und Wiedigsburghalle aus. Hier wollten die Zinsmanager des Landratsamtes 100.000 Euro einsparen. Statt 564.000 Euro im Jahr sollten es nur 464.000 Euro sein. Sollten. In den Verhandlungen stellte sich heraus, daß dieses Vorhaben rechtlich nicht zu realisieren ist, steht in einer Beschlußvorlage.
Summa summarum sind gestern auf grund eines nicht rund laufenden Zinsmanagements vom Kreisausschuss über 750.000 Euro an über- und außerplanmäßigen Ausgaben beschlossen worden. Einstimmig wohlgemerkt. Hinzu kommen weitere 240.000 Euro für zusätzliche, hier jedoch nicht planbare Mehrkosten für den sozialen Bereich.
Ob diese Million noch zu den zwei Millionen Euro hinzugerechnet werden muß, die hinter dem Minus im diesjährigen Haushalt stehen, ist unklar. Ob das ist eigentlich auch egal. Da hängt noch mehr in der Luft, zum Beispiel der Soll-Fehl-Betrag aus dem Jahr 2006 (siehe nnz-Archiv).
Aber vielleicht, ja vielleicht, kommt die Rettung ja noch durch die vom Kreistag genehmigten Tauschgeschäfte, Swap genannt? Man kann nie wissen bei einem solchen Zinsmanagement. Die, die da einst abstimmten, die werden ja wissen wie das ist mit den Spesen...
Autor: nnzKreistagsbeschlüsse wurden gefaßt, die Verwaltung sollte sich an Derivaten und verwandten Tauschgeschäften versuchen und so vielleicht den Haushalt retten. Wohl gemerkt den Haushalt 2007. Da gab und gibt es unter anderen im Kreishaushalt eine Stelle 02.9120.976800 – 001. Dahinter stand und steht eine Null, also kein Ansatz. Das muß ja nicht unbedingt verkehrt sein. Die Null wurde vor Jahresfrist damit begründet, daß das Zinsmanagement es möglich mache, alle laufenden Kredite mit einer tilgungsfreien Zeit von zwei Jahren auszustatten. Das war – wie bei jeder Haushaltsplanung – dann auch gleich der größte gemeinsame Nenner, der Wunsch als Vater des Gedankens. Nur: damit wurde die Haushaltssystematik belastet.
Nun zeigt sich, daß es nicht den größten, sondern den kleinsten gemeinsamen Nenner mit den kreditgebenden Banken gibt. Im Klartext: Nicht alle Kredite konnten tilgungsfrei gestellt werden. Und so wird aus der Null bei obiger Haushaltsstelle eine sechsstellige Zahl: Bis zum Jahresende exakt 653.372 Euro und 80 Cent.
Ähnlich sieht es bei den Leasingraten für Landratsamt, Tiefgarage und Wiedigsburghalle aus. Hier wollten die Zinsmanager des Landratsamtes 100.000 Euro einsparen. Statt 564.000 Euro im Jahr sollten es nur 464.000 Euro sein. Sollten. In den Verhandlungen stellte sich heraus, daß dieses Vorhaben rechtlich nicht zu realisieren ist, steht in einer Beschlußvorlage.
Summa summarum sind gestern auf grund eines nicht rund laufenden Zinsmanagements vom Kreisausschuss über 750.000 Euro an über- und außerplanmäßigen Ausgaben beschlossen worden. Einstimmig wohlgemerkt. Hinzu kommen weitere 240.000 Euro für zusätzliche, hier jedoch nicht planbare Mehrkosten für den sozialen Bereich.
Ob diese Million noch zu den zwei Millionen Euro hinzugerechnet werden muß, die hinter dem Minus im diesjährigen Haushalt stehen, ist unklar. Ob das ist eigentlich auch egal. Da hängt noch mehr in der Luft, zum Beispiel der Soll-Fehl-Betrag aus dem Jahr 2006 (siehe nnz-Archiv).
Aber vielleicht, ja vielleicht, kommt die Rettung ja noch durch die vom Kreistag genehmigten Tauschgeschäfte, Swap genannt? Man kann nie wissen bei einem solchen Zinsmanagement. Die, die da einst abstimmten, die werden ja wissen wie das ist mit den Spesen...


