Di, 12:30 Uhr
04.12.2007
Eine Mütze Schlaf
Patienten mit Schlafproblemen werden nun seit 10 Jahren im Nordhäuser Südharz-Krankenhaus in einem modern ausgestatteten Schlaflabor behandelt. Die nnz traf dort ausgeschlafene Mediziner.
Dr. Erdmann im Hintergrund, die Ärztin der Neurologie, Maria Drugda (Mitte) und die leitende Medizinisch-Technische Assistentin Andrea Oeftiger (Vordergrund)
Momentan verfügt die Einrichtung, die interdisziplinär von Neurologen, HNO-Ärzten und Pneumologen betrieben wird, über drei Behandlungsplätze, die mittelfristig auf vier erhöht werden sollen.
Patienten, die in das Schlaflabor überwiesen werden, kommen mit allen möglichen Störungen des Schlafablaufs zu den Mitarbeitern von Chefarzt Dr. med. Ulrich Erdmann. Patienten mit Schnarchattacken und Atemaussetzern werden von den Spezialisten der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO) überwiesen, weitere Partner sind die Ärzte der Inneren Medizin, hier zum Beispiel die Pneumologen.
Wie aber erfolgt nun die Behandlung im Schlaflabor? Die Patienten werden zunächst körperlich untersucht, daran schließt sich in einer zweiten Stufe ein nächtliches Screening wesentlicher Körperfunktionen an. Man muß sich das etwa wie ein Langzeit-EKG vorstellen, nur dass andere Werte und Daten erfaßt werden, wie zum Beispiel der Sauerstoffgehalt des Blutes, erläutert Dr. Erdmann. Diese Leistungen werden in der schlafmedizinischen Ambulanz des Südharz-Krankenhaus auf Überweisung vom Niedergelassenen Neurologen oder HNO-Arzt auch ambulant angeboten. Drei ambulante Screening-Geräte sind vorhanden.
In einer dritten Stufe wird dann der Termin für den mehrstündigen Aufenthalt (über Nacht) im Schlaflabor festgemacht. Der Patient wird 17fach verkabelt, Hirnströme werden registriert, Körperlage, Atmung und Muskelanspannung gemessen. Nach der Auswertung erfolgt eine intensive Weiterbetreuung der Patienten in den Kliniken für Neurologie, HNO sowie der Inneren Medizin. In der HNO-Klinik wird versucht, schwere Schnarch-Probleme letztlich auch mit operativen Mitteln zu heilen.
Letztlich, so sehen es Dr. Erdmann sowie die Chefärzte der Klinik für Innere Medizin II und der HNO-Klinik, Dr. med. Michael Ibe und Dr. med. Jens Büntzel, hängt der Erfolg der Heilung wesentlich von der Kooperationsbereitschaft der Patienten ab. Zum Teil müssen sie radikal ihren Lebensrhythmus umstellen, drastisch das Körpergewicht reduzieren und sie müssen ein hohes Maß an Durchstehvermögen mitbringen.
Wie aber können Mann oder Frau Schlafproblemen vorbeugen? Hier einige Tipps der Fachleute: Nicht am Tag schlafen, regelmäßig Ausdauersport treiben, jedoch nicht zwei Stunden vor dem Schlafengehen, jegliche Art von Drogen meiden, auf koffeinhaltige (freierwerbliche) Medikamente und Getränke in der zweiten Tageshälfte verzichten, zwei Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr rauchen. Schlafmittel sollten wirklich nur in Einzelfällen genommen werden, da durch deren betäubende Wirkung die Schlafarchitektur des Menschen gestört wird und auf die Dauer eine Abhängigkeit entsteht. Sollten Schlafstörungen länger bestehen, dann ist die Abklärung der Ursachen Grundlage für eine sinnvolle Behandlung.
Und wie lange sollte denn nun geschlafen werden? Dr. Erdmann: Junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 30 Jahren benötigen in der Regel 7 bis 8 Stunden Schlaf. Diese Schlafdauer reduziert sich bis zum 70. Lebensjahr auf 5 bis 6 Stunden. Und noch ein Rat: Wer auf seinen Mittagsschlaf nicht verzichten möchte, der sollte nie länger als eine Stunde schlafen und der muß diese Zeit von der nächtlichen Schlafdauer abziehen.
Wer sich über Schlafprobleme, ihre Diagnose und Therapie ausführlich mit den Fachleuten des Südharz-Krankenhauses austauschen möchte, der ist am 15. Dezember um 10:00 Uhr recht herzlich in das Vereinshaus Thomas Mann nach Nordhausen eingeladen.
Autor: nnzDr. Erdmann im Hintergrund, die Ärztin der Neurologie, Maria Drugda (Mitte) und die leitende Medizinisch-Technische Assistentin Andrea Oeftiger (Vordergrund)
Momentan verfügt die Einrichtung, die interdisziplinär von Neurologen, HNO-Ärzten und Pneumologen betrieben wird, über drei Behandlungsplätze, die mittelfristig auf vier erhöht werden sollen.
Patienten, die in das Schlaflabor überwiesen werden, kommen mit allen möglichen Störungen des Schlafablaufs zu den Mitarbeitern von Chefarzt Dr. med. Ulrich Erdmann. Patienten mit Schnarchattacken und Atemaussetzern werden von den Spezialisten der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO) überwiesen, weitere Partner sind die Ärzte der Inneren Medizin, hier zum Beispiel die Pneumologen.
Wie aber erfolgt nun die Behandlung im Schlaflabor? Die Patienten werden zunächst körperlich untersucht, daran schließt sich in einer zweiten Stufe ein nächtliches Screening wesentlicher Körperfunktionen an. Man muß sich das etwa wie ein Langzeit-EKG vorstellen, nur dass andere Werte und Daten erfaßt werden, wie zum Beispiel der Sauerstoffgehalt des Blutes, erläutert Dr. Erdmann. Diese Leistungen werden in der schlafmedizinischen Ambulanz des Südharz-Krankenhaus auf Überweisung vom Niedergelassenen Neurologen oder HNO-Arzt auch ambulant angeboten. Drei ambulante Screening-Geräte sind vorhanden.
In einer dritten Stufe wird dann der Termin für den mehrstündigen Aufenthalt (über Nacht) im Schlaflabor festgemacht. Der Patient wird 17fach verkabelt, Hirnströme werden registriert, Körperlage, Atmung und Muskelanspannung gemessen. Nach der Auswertung erfolgt eine intensive Weiterbetreuung der Patienten in den Kliniken für Neurologie, HNO sowie der Inneren Medizin. In der HNO-Klinik wird versucht, schwere Schnarch-Probleme letztlich auch mit operativen Mitteln zu heilen.
Letztlich, so sehen es Dr. Erdmann sowie die Chefärzte der Klinik für Innere Medizin II und der HNO-Klinik, Dr. med. Michael Ibe und Dr. med. Jens Büntzel, hängt der Erfolg der Heilung wesentlich von der Kooperationsbereitschaft der Patienten ab. Zum Teil müssen sie radikal ihren Lebensrhythmus umstellen, drastisch das Körpergewicht reduzieren und sie müssen ein hohes Maß an Durchstehvermögen mitbringen.
Wie aber können Mann oder Frau Schlafproblemen vorbeugen? Hier einige Tipps der Fachleute: Nicht am Tag schlafen, regelmäßig Ausdauersport treiben, jedoch nicht zwei Stunden vor dem Schlafengehen, jegliche Art von Drogen meiden, auf koffeinhaltige (freierwerbliche) Medikamente und Getränke in der zweiten Tageshälfte verzichten, zwei Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr rauchen. Schlafmittel sollten wirklich nur in Einzelfällen genommen werden, da durch deren betäubende Wirkung die Schlafarchitektur des Menschen gestört wird und auf die Dauer eine Abhängigkeit entsteht. Sollten Schlafstörungen länger bestehen, dann ist die Abklärung der Ursachen Grundlage für eine sinnvolle Behandlung.
Und wie lange sollte denn nun geschlafen werden? Dr. Erdmann: Junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 30 Jahren benötigen in der Regel 7 bis 8 Stunden Schlaf. Diese Schlafdauer reduziert sich bis zum 70. Lebensjahr auf 5 bis 6 Stunden. Und noch ein Rat: Wer auf seinen Mittagsschlaf nicht verzichten möchte, der sollte nie länger als eine Stunde schlafen und der muß diese Zeit von der nächtlichen Schlafdauer abziehen.
Wer sich über Schlafprobleme, ihre Diagnose und Therapie ausführlich mit den Fachleuten des Südharz-Krankenhauses austauschen möchte, der ist am 15. Dezember um 10:00 Uhr recht herzlich in das Vereinshaus Thomas Mann nach Nordhausen eingeladen.


