Mo, 09:35 Uhr
25.03.2002
Pessimismus und Hoffnung auf Wende
Nordhausen (nnz). In Thüringen wird 2002 die gesamtwirtschaftliche Produktion stagnieren. Sinkende Auftragseingänge und mangelnde Kapazitätsauslastung drücken die Stimmung in der Wirtschaft. Das geht aus einer Befragung der Erfurter IHK hervor. Die Details dazu wie immer in Ihrer nnz.
Der Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Situation sowie die Pläne und Erwartungen für die nächsten Monate beschreibt, ist weiter gesunken und markiert mit 117 Punkten einen neuen Tiefstand für die letzten zehn Jahre. Lediglich jeder 5. Unternehmer beurteilt seine derzeitige Geschäftslage mit gut. Dagegen wollen 34 Prozent weiteres Personal abbauen und Investitionen zurückstellen.
Dies ist das wenig erfreuliche Fazit der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 1.055 Thüringer Betrieben. Die Talfahrt der regionalen Wirtschaft setzt sich zunächst fort. Impulse aus der Binnenkonjunktur fehlen; der Export stagniert. Frühestens im 2. Halbjahr 2002 ist vor dem Hintergrund günstigerer außenwirtschaftlicher Bedingungen mit einer konjunkturellen Wende zu rechnen.
Die betrieblichen Investitionspläne - Barometer jedes Auf- und Abschwungs - wurden in fast allen Branchen stark nach unten korrigiert. Viele Firmenchefs zeigen sich verunsichert. So berichten 39 Prozent der Industrieunternehmen von zurückgegangenen Auftragseingängen, 40 Prozent von verschlechterter Gewinnlage. Die schwache Nachfrage und rückläufige Kapazitätsauslastung haben die Expansionslust erheblich gedämpft. Vorrangiges Investitionsmotiv sind Rationalisierung und Ersatzbedarf. Dies wirkt sich negativ auf den Arbeitsmarkt aus.
Nach der erfreulichen Zunahme der Industriebeschäftigten in den letzten vier Jahren muss auch dort 2002 zunächst mit einem Rückgang, günstigstenfalls mit Stagnation gerechnet werden. Jeder 3. Betrieb plant den Abbau von Arbeitsplätzen, nur jede 10. Firma Neueinstellungen. Die Bundesregierung muss endlich ihrer wirtschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden.
Die weltweite Konjunkturflaute trifft Deutschland besonders hart und deckt schonungslos den jahrelangen Reformstau und die Versäumnisse der Bundesregierung auf. Notwendig sind positive Signale in der Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen, von der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bis zu weiteren Entlastungen in der Steuer- und Abgabenpflicht. Die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene vierte Stufe der Ökosteuerreform sowie die beschlossene Anhebung der Tabak- und Versicherungssteuer sind genau der falsche Schritt und verschaffen keine Impulse für die Binnenkonjunktur. Im Gegenteil führt dies zu einem Anstieg der Verbraucherpreise und schmälert die real verfügbare Kaufkraft.
Autor: nnzDer Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Situation sowie die Pläne und Erwartungen für die nächsten Monate beschreibt, ist weiter gesunken und markiert mit 117 Punkten einen neuen Tiefstand für die letzten zehn Jahre. Lediglich jeder 5. Unternehmer beurteilt seine derzeitige Geschäftslage mit gut. Dagegen wollen 34 Prozent weiteres Personal abbauen und Investitionen zurückstellen.
Dies ist das wenig erfreuliche Fazit der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 1.055 Thüringer Betrieben. Die Talfahrt der regionalen Wirtschaft setzt sich zunächst fort. Impulse aus der Binnenkonjunktur fehlen; der Export stagniert. Frühestens im 2. Halbjahr 2002 ist vor dem Hintergrund günstigerer außenwirtschaftlicher Bedingungen mit einer konjunkturellen Wende zu rechnen.
Die betrieblichen Investitionspläne - Barometer jedes Auf- und Abschwungs - wurden in fast allen Branchen stark nach unten korrigiert. Viele Firmenchefs zeigen sich verunsichert. So berichten 39 Prozent der Industrieunternehmen von zurückgegangenen Auftragseingängen, 40 Prozent von verschlechterter Gewinnlage. Die schwache Nachfrage und rückläufige Kapazitätsauslastung haben die Expansionslust erheblich gedämpft. Vorrangiges Investitionsmotiv sind Rationalisierung und Ersatzbedarf. Dies wirkt sich negativ auf den Arbeitsmarkt aus.
Nach der erfreulichen Zunahme der Industriebeschäftigten in den letzten vier Jahren muss auch dort 2002 zunächst mit einem Rückgang, günstigstenfalls mit Stagnation gerechnet werden. Jeder 3. Betrieb plant den Abbau von Arbeitsplätzen, nur jede 10. Firma Neueinstellungen. Die Bundesregierung muss endlich ihrer wirtschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden.
Die weltweite Konjunkturflaute trifft Deutschland besonders hart und deckt schonungslos den jahrelangen Reformstau und die Versäumnisse der Bundesregierung auf. Notwendig sind positive Signale in der Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen, von der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bis zu weiteren Entlastungen in der Steuer- und Abgabenpflicht. Die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene vierte Stufe der Ökosteuerreform sowie die beschlossene Anhebung der Tabak- und Versicherungssteuer sind genau der falsche Schritt und verschaffen keine Impulse für die Binnenkonjunktur. Im Gegenteil führt dies zu einem Anstieg der Verbraucherpreise und schmälert die real verfügbare Kaufkraft.

