Mo, 17:51 Uhr
18.03.2002
nnz-Forum: Protest regt sich
Limlingerode (nnz). Zu dem geplanten Bau von fünf Windrädern und zur Gründung einer Bürgerinitiative hier ein Beitrag im nnz-Forum.
Endlich hatte die Sonne den Nebel besiegt, als sich am Sonntag Nachmittag (17.3.2002) in Limlingerode Alteingesessene und Zugezogene versammelten, um die BÜRGERINITIATIVE Landschaftsschutz Limlingerode zu gründen. Gemeinsam fürchten sie, daß die im Südwesten des Ortes geplanten Windkraftanlagen ihr Dorf erheblich beeinträchtigen. Die den Ort um 170 m überragenden Windräder sollen schon in diesem Jahr errichtet werden. In das laufende Genehmigungsverfahren sind die Bewohner von Limlingerode nicht einbezogen worden. Das will die Initiative ändern. Bei der Ausweisung des Gebietes "Vor der Pinte" hätten materielle Interessen Einzelner in den bewegten politischen Zeiten unmittelbar nach der Wende rationale Überlegungen dominiert, beklagen die Gründer.
"Die Anlagen zerreißen das Landschaftsbild und werden optisch das ganze Dorf dominieren. Die vorherrschende westliche Windrichtung wird den Lärm weiter als gewöhnlich ins Dorf tragen. Die Abendsonne wird die Schatten auf die westlichen Gehöfte zucken lassen" befürchtet eine Anwohnerin. "Sie stören die seltenen Vögel, die von den zahlreichen Teichen und Feuchtgebieten der engeren Umgebung angezogen werden. Schwarzstörche und Reiher nisten in der Nähe, Milane in den hohen Baumbeständen gegenüber. Auch das Hochwild wird auf eine so intensive Störung reagieren." meint ein Mitglied der Jagdgesellschaft. Die Sprecherin der Initiative, Hildigund Neubert, ist Mitglied im Verein Dichterstätte Sarah Kirsch e.V. "Im Pfarrhaus werden öffentliche Fördergelder verbaut, um Literaten eine Möglichkeit zu ungestörtem Arbeiten im Geburtshaus von Sarah Kirsch zu geben und Liebhaber zu Veranstaltungen einzuladen. Das Pfarrhaus blickt über das ganze Dorf genau auf diese Höhe, auf die Dauer sicher kein inspirierender Anblick.
Die Besucher des Cafés und andere Spaziergänger wählen stets die Richtung zum Wald. Ob sie mehr als einmal unter den riesigen Türmen entlang wandern wollen, bezweifle ich sehr. Hier werden öffentliche Gelder durch falsch verstandene Ökologie vernichtet." Dieter Schlichting, einer der Alteingesessenen und Sprecher der Initiative, weist darauf hin, daß der Standort auf dem Kulmbachsberg durch seine freiere Lage, die größere Entfernung von Limlingerode, von anderen Dörfern und von Waldflächen sehr viel geeigneter sei. Dies wird auch von den anderen begrüßt, ist man sich doch einig, daß die Nutzung der Windkraft zur Kohlendioxid-Einsparung und zum Ersatz der Atomkraft beitragen kann.
Die Initiative wird zunächst mit einer Unterschriftensammlung aktiv. Sie rechnet mit breiter Unterstützung aus dem Ort und von den Besuchern. Auch mit der schon aktiven Bürgerinitiative in Stöckey wollen die Limlingeröder zusammenarbeiten, um die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung der Bürger durchzusetzen.
Dr. Ehrhart Neubert
Autor: nnzEndlich hatte die Sonne den Nebel besiegt, als sich am Sonntag Nachmittag (17.3.2002) in Limlingerode Alteingesessene und Zugezogene versammelten, um die BÜRGERINITIATIVE Landschaftsschutz Limlingerode zu gründen. Gemeinsam fürchten sie, daß die im Südwesten des Ortes geplanten Windkraftanlagen ihr Dorf erheblich beeinträchtigen. Die den Ort um 170 m überragenden Windräder sollen schon in diesem Jahr errichtet werden. In das laufende Genehmigungsverfahren sind die Bewohner von Limlingerode nicht einbezogen worden. Das will die Initiative ändern. Bei der Ausweisung des Gebietes "Vor der Pinte" hätten materielle Interessen Einzelner in den bewegten politischen Zeiten unmittelbar nach der Wende rationale Überlegungen dominiert, beklagen die Gründer.
"Die Anlagen zerreißen das Landschaftsbild und werden optisch das ganze Dorf dominieren. Die vorherrschende westliche Windrichtung wird den Lärm weiter als gewöhnlich ins Dorf tragen. Die Abendsonne wird die Schatten auf die westlichen Gehöfte zucken lassen" befürchtet eine Anwohnerin. "Sie stören die seltenen Vögel, die von den zahlreichen Teichen und Feuchtgebieten der engeren Umgebung angezogen werden. Schwarzstörche und Reiher nisten in der Nähe, Milane in den hohen Baumbeständen gegenüber. Auch das Hochwild wird auf eine so intensive Störung reagieren." meint ein Mitglied der Jagdgesellschaft. Die Sprecherin der Initiative, Hildigund Neubert, ist Mitglied im Verein Dichterstätte Sarah Kirsch e.V. "Im Pfarrhaus werden öffentliche Fördergelder verbaut, um Literaten eine Möglichkeit zu ungestörtem Arbeiten im Geburtshaus von Sarah Kirsch zu geben und Liebhaber zu Veranstaltungen einzuladen. Das Pfarrhaus blickt über das ganze Dorf genau auf diese Höhe, auf die Dauer sicher kein inspirierender Anblick.
Die Besucher des Cafés und andere Spaziergänger wählen stets die Richtung zum Wald. Ob sie mehr als einmal unter den riesigen Türmen entlang wandern wollen, bezweifle ich sehr. Hier werden öffentliche Gelder durch falsch verstandene Ökologie vernichtet." Dieter Schlichting, einer der Alteingesessenen und Sprecher der Initiative, weist darauf hin, daß der Standort auf dem Kulmbachsberg durch seine freiere Lage, die größere Entfernung von Limlingerode, von anderen Dörfern und von Waldflächen sehr viel geeigneter sei. Dies wird auch von den anderen begrüßt, ist man sich doch einig, daß die Nutzung der Windkraft zur Kohlendioxid-Einsparung und zum Ersatz der Atomkraft beitragen kann.
Die Initiative wird zunächst mit einer Unterschriftensammlung aktiv. Sie rechnet mit breiter Unterstützung aus dem Ort und von den Besuchern. Auch mit der schon aktiven Bürgerinitiative in Stöckey wollen die Limlingeröder zusammenarbeiten, um die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung der Bürger durchzusetzen.
Dr. Ehrhart Neubert
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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