Do, 15:08 Uhr
25.10.2007
Nordhausen geht falsche Wege
Nordhausen (nnz). Gleich zwei Meldungen in der nnz lassen die ansässige Wirtschaft und ihre Interessenvertretungen aufhorchen. Die nnz mit den Einzelheiten.
Die IHK Erfurt hält die Ansiedlungsgedanken eines großen Möbelhauses mit Unterstützung der Stadtverwaltung und auch das Drehen an Gewerbesteuerhebesätzen für äußerst bedenklich und für die regionale Wirtschaftsentwicklung eher schädlich als befördernd. Nordhausen verfügt seit Jahren über ein Überangebot an Verkaufsraumflächen, die Umsatzentwicklung bei der Mehrzahl der innerstädtischen Handelseinrichtungen ist seit Jahren rückläufig bzw. stagniert. Die Kaufkraftentwicklung hat in den letzten Jahren kaum Fortschritte gemacht und liegt gegenwärtig bei 85,7 %.
Die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsobjekte ist immer mit innenstadtrelevanten Sortimenten verbunden und trägt zum weiteren Verlust kleinteiligen Einzelhandels in der Innenstadt bei. Auch die rückläufigen Einwohnerzahlen sprechen gegen eine Ausweitung des Verkaufsflächenangebotes.
Der Einzelhandel ist nach einer Umfrage des DIHK der große Verlierer der Unternehmensteuerreform. Durch die Hinzurechnung der Mieten, Pachten und Leasingraten zur Gewerbesteuer steigt die Gesamtsteuerlast vielfach an. Insbesondere die innerstädtischen Personengesellschaften des Handels und die Lebensmittelnahversorger dürften betroffen sein.
Eine Anhebung der Gewerbesteuerhebesätze ist hier mit Sicherheit kontraproduktiv und stellt ein falsches Signal auch für weitere Ansiedlungen dar. Die IHK appelliert an die Verantwortlichen, die Anhebung der Hebesätze nicht weiter zu verfolgen, sondern die Steuereinnahmen der nächsten Jahre mit Blick auf die gute konjunkturelle Entwicklung abzuwarten. Nicht nur die kommunalen Spitzen, sondern auch die Wirtschaft halten den Abbau von Schulden sowie Investitionen der Städte und Gemeinden für wichtig und richtig.
Allerdings gehen wir davon aus, dass die Kommunen diese Ziele aufgrund der konjunkturbedingten Mehreinnahmen auch ohne Erhöhung der Hebesätze verfolgen können. Zudem muss nach weiteren Einsparpotenzialen zur Haushaltskonsolidierung gesucht werden. Für die Wirtschaft haben Einsparungen Vorrang, ehe an Steuererhöhungen gedacht wird. Verwaltung und Wirtschaft sollten hierzu ins Gespräch kommen – an wirtschaftsfreundliches Verwaltungshandeln soll in diesem Zusammenhang erinnert werden, so Udo Rockmann vom regionalen Service Center der IHK in Nordhausen. Udo RockmannLeiter Regionales Service-Center.
Autor: nnzDie IHK Erfurt hält die Ansiedlungsgedanken eines großen Möbelhauses mit Unterstützung der Stadtverwaltung und auch das Drehen an Gewerbesteuerhebesätzen für äußerst bedenklich und für die regionale Wirtschaftsentwicklung eher schädlich als befördernd. Nordhausen verfügt seit Jahren über ein Überangebot an Verkaufsraumflächen, die Umsatzentwicklung bei der Mehrzahl der innerstädtischen Handelseinrichtungen ist seit Jahren rückläufig bzw. stagniert. Die Kaufkraftentwicklung hat in den letzten Jahren kaum Fortschritte gemacht und liegt gegenwärtig bei 85,7 %.
Die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsobjekte ist immer mit innenstadtrelevanten Sortimenten verbunden und trägt zum weiteren Verlust kleinteiligen Einzelhandels in der Innenstadt bei. Auch die rückläufigen Einwohnerzahlen sprechen gegen eine Ausweitung des Verkaufsflächenangebotes.
Der Einzelhandel ist nach einer Umfrage des DIHK der große Verlierer der Unternehmensteuerreform. Durch die Hinzurechnung der Mieten, Pachten und Leasingraten zur Gewerbesteuer steigt die Gesamtsteuerlast vielfach an. Insbesondere die innerstädtischen Personengesellschaften des Handels und die Lebensmittelnahversorger dürften betroffen sein.
Eine Anhebung der Gewerbesteuerhebesätze ist hier mit Sicherheit kontraproduktiv und stellt ein falsches Signal auch für weitere Ansiedlungen dar. Die IHK appelliert an die Verantwortlichen, die Anhebung der Hebesätze nicht weiter zu verfolgen, sondern die Steuereinnahmen der nächsten Jahre mit Blick auf die gute konjunkturelle Entwicklung abzuwarten. Nicht nur die kommunalen Spitzen, sondern auch die Wirtschaft halten den Abbau von Schulden sowie Investitionen der Städte und Gemeinden für wichtig und richtig.
Allerdings gehen wir davon aus, dass die Kommunen diese Ziele aufgrund der konjunkturbedingten Mehreinnahmen auch ohne Erhöhung der Hebesätze verfolgen können. Zudem muss nach weiteren Einsparpotenzialen zur Haushaltskonsolidierung gesucht werden. Für die Wirtschaft haben Einsparungen Vorrang, ehe an Steuererhöhungen gedacht wird. Verwaltung und Wirtschaft sollten hierzu ins Gespräch kommen – an wirtschaftsfreundliches Verwaltungshandeln soll in diesem Zusammenhang erinnert werden, so Udo Rockmann vom regionalen Service Center der IHK in Nordhausen. Udo RockmannLeiter Regionales Service-Center.


