Do, 10:06 Uhr
07.03.2002
Erste Erfolge für Deusa-Betriebsrat
Nordhausen/Bleicherode (nnz). Der Betriebsrat der Deusa International hat im Streit mit der Geschäftsleitung einen ersten Sieg errungen. Gestern erließ das Arbeitsgericht Nordhausen eine einstweilige Verfügung.
In der einstweiligen Verfügung heißt es, dass es der Deusa ab sofort untersagt ist, den Mitarbeitern eine Wochenarbeitszeit über 38 Stunden hinaus aufzudrücken (siehe nnz gestern). Sollte es zu einer Veränderung dieser Arbeitszeit kommen, ist dazu die Zustimmung des Betriebsrates erforderlich. Sollte die Unternehmensleitung dieser Verfügung nicht nachkommen, und die Schichtpläne nicht umgehend ändern, dann droht das Gericht ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro an, ersatzweise bis zu sechs Monate Ordnungshaft gegen die beiden Geschäftsführer.
Es kommt für das Unternehmen noch krasser: Der Arbeitsgericht hat erklärt, dass die bislang mit 46 Mitarbeitern abgeschlossenen Arbeitsverträge sämtlich unwirksam sind. Darüber hinaus wurde die Kündigung des Haustarifvertrages als unwirksam erklärt. Für den Betriebsrat war damit der gestrige Gang vors Arbeitsgericht ein beachtlicher Sieg. Die Arbeitnehmerseite kann nun auf die Geschäftsleitung Druck ausüben. Das Ziel besteht in der Aufnahme der vor Wochen abgebrochenen Gespräche.
Für viele Arbeitnehmer ist die Situation trotz dieses Erfolges immer noch recht undurchsichtig. Wo steuert die Deusa hin, fragen sich viele alte Hasen. Eine Steigerung der Produktivität wird nicht gesehen. Dafür floß viel Geld in die Sanierung der Fassaden, sagte gestern ein Deusa-Kumpel der nnz. Noch immer seien die Energiekosten enorm hoch, so hoch wie vor einem Jahr. 2001 hatte der damalige Insolvenzverwalter Carsten Bloß mehrfach angemahnt, gerade diese Kosten sofort zu verringern und die Produktionsmenge erheblich zu steigern. Der Markt sei doch angeblich für die Deusa-Produkte vorhanden?
Wenn die Mitarbeiter wenigstens Anstrengungen registrieren würden, die Produktion anzukurbeln, dann wäre ihre Motivation zum Leisten ihres Beitrages in Form von Mehrarbeit und gleichzeitigem Lohnverzicht vielleicht wesentlich höher. Warum aber soll ein Mitarbeiter auf jährlich 5.000 Euro verzichten, wenn seitens der Unternehmensleitung eher auf die Bremse getreten werde? Nicht richtig klar ist da auch die Rolle der Sondershäuser. Insider in Bleicherode und in der Landespolitik sprechen bei der bisherigen Entwicklung der Deusa von einer nicht unwesentlichen Einflussnahme der GSES. Da wird gemunkelt, dass in Zukunft wieder mehr Abfall unter die Bleicheröder Erde gebracht werden soll, als man Kali herausholen will...
Autor: nnzIn der einstweiligen Verfügung heißt es, dass es der Deusa ab sofort untersagt ist, den Mitarbeitern eine Wochenarbeitszeit über 38 Stunden hinaus aufzudrücken (siehe nnz gestern). Sollte es zu einer Veränderung dieser Arbeitszeit kommen, ist dazu die Zustimmung des Betriebsrates erforderlich. Sollte die Unternehmensleitung dieser Verfügung nicht nachkommen, und die Schichtpläne nicht umgehend ändern, dann droht das Gericht ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro an, ersatzweise bis zu sechs Monate Ordnungshaft gegen die beiden Geschäftsführer.
Es kommt für das Unternehmen noch krasser: Der Arbeitsgericht hat erklärt, dass die bislang mit 46 Mitarbeitern abgeschlossenen Arbeitsverträge sämtlich unwirksam sind. Darüber hinaus wurde die Kündigung des Haustarifvertrages als unwirksam erklärt. Für den Betriebsrat war damit der gestrige Gang vors Arbeitsgericht ein beachtlicher Sieg. Die Arbeitnehmerseite kann nun auf die Geschäftsleitung Druck ausüben. Das Ziel besteht in der Aufnahme der vor Wochen abgebrochenen Gespräche.
Für viele Arbeitnehmer ist die Situation trotz dieses Erfolges immer noch recht undurchsichtig. Wo steuert die Deusa hin, fragen sich viele alte Hasen. Eine Steigerung der Produktivität wird nicht gesehen. Dafür floß viel Geld in die Sanierung der Fassaden, sagte gestern ein Deusa-Kumpel der nnz. Noch immer seien die Energiekosten enorm hoch, so hoch wie vor einem Jahr. 2001 hatte der damalige Insolvenzverwalter Carsten Bloß mehrfach angemahnt, gerade diese Kosten sofort zu verringern und die Produktionsmenge erheblich zu steigern. Der Markt sei doch angeblich für die Deusa-Produkte vorhanden?
Wenn die Mitarbeiter wenigstens Anstrengungen registrieren würden, die Produktion anzukurbeln, dann wäre ihre Motivation zum Leisten ihres Beitrages in Form von Mehrarbeit und gleichzeitigem Lohnverzicht vielleicht wesentlich höher. Warum aber soll ein Mitarbeiter auf jährlich 5.000 Euro verzichten, wenn seitens der Unternehmensleitung eher auf die Bremse getreten werde? Nicht richtig klar ist da auch die Rolle der Sondershäuser. Insider in Bleicherode und in der Landespolitik sprechen bei der bisherigen Entwicklung der Deusa von einer nicht unwesentlichen Einflussnahme der GSES. Da wird gemunkelt, dass in Zukunft wieder mehr Abfall unter die Bleicheröder Erde gebracht werden soll, als man Kali herausholen will...

