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Di, 14:52 Uhr
16.10.2007

Letzte große Sanierung

Heringen (nnz). 50 Tonnen Mineralöle, 20 Tonnen Zink, eine Tonne Cadmium, das ist keine Inventarliste einer Sondermülldeponie, sondern eine Auswahl der Schadstoffe, die auf einem Feld bei Heringen lagerten. Doch damit ist es jetzt vorbei.

Rinke, Müller (Foto: nnz) Rinke, Müller (Foto: nnz)

Zwölf Jahre nach der Inbetriebnahme der Kläranlage in Nordhausen, ist das zweite Abwasserfiltrationsfeld saniert worden. Teilweise wird sogar wieder eine landwirtschaftliche Nutzung möglich. Das Heringer Rieth zwischen Auleben, Görsbach und Heringen ist rund 40 Hektar groß und war mit Ölen und Schwermetallen stark belastet.

Am 11.12.2006 fand der erste Spatenstich für die Sanierung statt. (nnz berichtete). Trotz des milden Winters gelang es, die Arbeiten in knapp einem Jahr zu beenden. Der Boden wurde abgetragen. 7.600 Tonnen wurden zur Entsorgung nach Sollstedt zur Kalihaldenabdeckung verbracht, 4.600 Tonnen in die Deponie in Nenzelsrode eingebaut. 30.000 Tonnen der am stärksten belasteten Böden zur Behandlungsanlage nach Thale geschafft. Damit das überhaupt möglich war, mußten im vergangenen Jahr erst einmal Bauwege geschaffen werden, die den 40 Tonnen Lastwagen standhalten. Heute erfreuen sich Wanderer und Radfahrer an den erneuerten Wegen.

Was aus dem Boden geholt wurde, liest sich wie die Inventarliste einer Sondermülldeponie. 50 t Mineralöle, 2,5 t Teeröle, 20 t Zink, 5 t Kupfer, eine Tonne Cadmium und 0,3 t Arsen. Eine Sanierung des zwischen 1984 und 1994 als Infiltrationsfeld genutzten Areals war dringend notwendig, denn es bestand Gefahr für das Trinkwasser.

2,38 Millionen Euro Fördermittel vom Land Thüringen wurden im vergangenen Jahr überreicht. Einen Eigenanteil mußte der Altlastenzweckverband übernehmen. Der Stadt Nordhausen entstanden keine Kosten. Bei den Arbeiten hat man so sparsam gewirtschaftet, daß nicht einmal alle 2,3 Millionen verbraucht wurden. Restbeträge sollen dem letzten großen Sanierungsprojekt, der Kläranlage in Pößneck zugute kommen.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke freute sich, daß mit der fast abgeschlossenen Sanierung des Heringer Rieths das Thema Bodenschutz stärker in den Vordergrund gerückt wurde. „Besonders in der Goldenen Aue ist der Boden ein wichtiges Gut“ sagte sie.

Im November werden alle Arbeiten beendet sein. Der derzeit frisch gekalkte Boden muß noch umgebrochen werden. Im Frühjahr erfolgt die Grünansaat. Teilweise wird auch wieder eine landwirtschaftliche Nutzung des Rieths möglich sein.
Autor: wf

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