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Mi, 19:31 Uhr
03.10.2007

Verdiente Bürger ausgezeichnet

Nordhausen (nnz). Jedes Jahr zum Tag der Einheit werden verdiente ehrenamtlich engagierte Bürger ausgezeichnet. Welche Menschen und Vereine diesmal die besondere Würdigung erfuhren, das verrät Ihnen nnz.

Geehrt (Foto: nnz) Geehrt (Foto: nnz)

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) sagte in ihrer Rede: „’Das wenige, das du tun kannst, ist viel’ – meine sehr geehrten Damen und Herren, mit diesem schlichten Zitat von Albert Schweitzer begrüße ich Sie heute Abend herzlich hier in unserem Theater. Sie alle wissen, wie viel Wahres in diesen Worten steckt.

Gerade vor dem Hintergrund, dass von der öffentlichen Hand immer weniger Wünschenswertes finanziert werden kann und auch in den Privathaushalten weniger Kaufkraft zur Verfügung steht, ist das Ehrenamt als praktizierte Solidarität unverzichtbar. Ohne dieses bürgerschaftliche Engagement der vielen freiwillig Aktiven gäbe es sicher weniger Menschlichkeit in unserer Gesellschaft. Der Staat, unsere Gesellschaft, die Vereine und Verbände und die kommunale Selbstverwaltung in unseren Städten und Gemeinden benötigen die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, wie die Luft zum Atmen.“

Deshalb wolle man in dieser Feierstunde die langjährige „unsichtbare Arbeit“ ans Licht der Öffentlichkeit bringen, sie würdigen und denen, die sie geleistet haben, Respekt und Anerkennung bekunden, sagte sie. „Ihnen allen gilt heute mein aufrichtiger Dank, tragen Sie mit Ihrem Bürgerengagement doch dazu bei, die „soziale Landschaft“ lebendiger, facettenreicher, vielschichtiger und bunter zu gestalten. Für Ihr weiteres Wirken soll Ihnen das abgewandelte Zitat von Albert Schweitzer „Mit dem wenigen, was du tun kannst, kannst du viel erreichen“ Wegbegleiter werden“, so die Oberbürgermeisterin.

Die Nordhäuser Kantorei

Der ausgezeichnete Verein, die Nordhäuser Kantorei, bedankte sich mit einer Kostprobe seines Könnens. Seit der Gründung der Nordhäuser Kantorei vor 55 Jahren durch Kantor Rudolf Mönch leiteten namhafte Kirchenmusiker wie Eike Reuter, Dieter Staemmler und Wolfgang Kupke den Chor. Eckhard Bürger, der seit 2000 die Stabführung übernommen hat, führt die Kantorei mit Begabung, Phantasie und hohem musikalischen Anspruch.

Die cirka 90 Sängerinnen und Sänger haben durch intensive Probenarbeit der teilweise sehr schweren Chorwerke eine bemerkenswerte Qualität erreicht. Die Konzertaufführungen finden nicht nur in den Nordhäuser Kirchen statt, es sind mitunter aufwendige Fahrten in entfernte Städte zu leisten und darüber hinaus durch die Zusammenarbeit mit anderen Chören, z. B. der Halberstädter Kantorei, zusätzliche zeitaufwendige Einsätze erforderlich.

Hervorzuheben ist die bereichernde Zusammenarbeit von Eckhard Bürger mit der Stadt und dem Theater Nordhausen. Unvergessen bleibt die glanzvolle Aufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff anlässlich der Landesgartenschau im Jahr 2004. Zu einem Höhepunkt und atmosphärisch dichtem Erlebnis wurde letzthin das Mozart-Requiem, eine gemeinsame Aufführung mit der Tanzkompanie des Theaters, welche weit über Thüringen hinaus von sich hören machte und durch hohes Interesse zu elf Vorstellungen in der St.-Blasii-Kirche führte.
Die Nordhäuser Kantorei mit ihrem Leiter, Eckhard Bürger, leistet mit ihrer Musikpflege von beachtlicher Spannbreite nicht nur einen Dienst für die Kirche, sondern darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur allgemeinen Musikkultur in unserer Region.

Als Vertreter und langjähriges Mitglied der Kantorei hat Dr. Klaus Dachselt, der seit 40 Jahren die Chorchronik führt, die Auszeichnung des Chores entgegen genommen.


Margarete und Horst Robinski

Das Nordhäuser Ehepaar Margarete und Horst Robinski engagiert sich seit 10 Jahren für Kinder und bedürftige Menschen in Gambia, im Westen Afrikas. Wie geholfen werden kann, das haben die ehemaligen Entwicklungshelfer bei ihrem Einsatz in Äthiopien gelernt. Die Robinski’s wohnen deshalb 9 Monate in Kerrsering, einem kleinen Dorf in Gambia. Immer zu Beginn der Regenzeit kehren sie nach Deutschland zurück, um weitere Spenden zu sammeln, welche ausschließlich den Projekten zu Gute kommen. Die Kosten für den Hin- und Rückflug sowie die Miete ihres Hauses in Gambia tragen sie selbst.

Inzwischen betreuen sie privat 120 Patenschaften und ermöglichen so Kindern armer Familien den Schulbesuch. Mit den Spenden halfen sie außerdem beim Bau von Schulgebäuden, Wasserstellen und richteten im Februar dieses Jahres ein Computerkabinett ein. Die Fernseh-Journalisten Harald und Heike Mohr haben das Leben der Familie in Afrika dokumentiert und stellen diese Bilder noch bis zum 19. Oktober 2007 im Bürgersaal des Neuen Rathauses aus. In einigen Tagen fliegt Familie Robinski wieder zu „ihren Kindern“ nach Gambia.


Paul Lauerwald

Herr Lauerwald lernte, studierte und arbeitet bis zum heutigen Tag bei der Eisenbahn. Aus dieser beruflichen Tätigkeit heraus resultiert auch seine publizistische Arbeit auf dem Gebiet der Eisenbahn sowie der Münz- und Geldgeschichte. Seine numismatischen Arbeiten finden in der Bevölkerung große Resonanz. Viele neue Erkenntnisse sind durch seine Arbeiten der Forschung zugänglich gemacht worden.

Herr Lauerwald ist seit 1991 Mitglied des Vorstandes des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereines, Mitglied im Harzverein sowie Vorstandsmitglied der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung. In vielen Vorträgen und bei zahlreichen Stadtführungen hat er die Geschichte unserer Stadt Nordhäuser Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen der Stadt anschaulich nahe gebracht.


Otto Braune

Herr Braune organisiert ehrenamtlich seit 1997 Benefiz-Volleyball-Turniere unter dem Motto „Spielen – Spaß – Spenden“. Daran beteiligen sich nicht nur Liga- und Freizeitmannschaften aus der Stadt und dem Kreis Nordhausen, sondern auch Mannschaften aus Sondershausen, Ebeleben, Neudorf, Leipzig und Kassel, insgesamt bis zu 60 Mannschaften pro Turnier. Die Erlöse von bisher insgesamt 12.000 Euro kommen vollständig der Ferienaktion „Hilfe für die Kinder von Tschernobyl“ zugute. Diese Unterstützung macht es möglich, jedes Jahr ca. 20 Kinder aus der strahlenbelasteten Region Gomel zu einem vierwöchigen Erholungsaufenthalt nach Nordhausen einzuladen. Braunes Engagement umfasst die Vorbereitung, Planung, Durchführung und Betreuung des gesamten Benefiz-Turniers.


Petra Hubert

Petra Hubert ist Lizenzübungsleiterin in der Kinderabteilung Leichtathletik des Vereines LV Altstadt und arbeitet mit weiteren 5 Übungsleiterinnen zusammen. Der Verein begann vor fünf Jahren, Kinder im Vorschulbereich an das sportliche Üben und Trainieren heran zu führen – mittlerweile besteht eine Zusammenarbeit mit neun schulischen und vorschulischen Einrichtungen. Grundlage dafür war der Aufbau von Trainingsgruppen mit dem Fröbelkindergarten in der Domstraße und der Kindertagesstätte „Kleine Strolche“. Beide Einrichtungen wurden von der Thüringer Sportjugend mit dem Förderpreis des Landessportbundes geehrt. Im Landkreis Nordhausen wurde der Verein LV Altstadt als einziger Verein mit diesem Preis ausgezeichnet.

Die Sportfreundin Petra Hubert hat an der Preisverleihung einen maßgeblichen Anteil. Sie ist seit vielen Jahren ehrenamtlich tätig und zeichnet sich durch kreatives Handeln aus. Seit Bestehen der Kinderabteilung „Leichtathletik“ mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren stieg die Mitgliederzahl stetig an, zurzeit sind es 65 Mitglieder.


Martina-Barbara Schröter

Frau Schröter ist seit dem Jahr 2001 ehrenamtliche Hospizbegleiterin und leistet wöchentlich durchschnittlich 6 Stunden lang sehr einfühlsame Arbeit als Sterbebegleitung auch in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Sie achtet dabei sehr auf die Würde der sterbenden Menschen und steht den Angehörigen auch über den Tod des Betroffenen hinaus zur Verfügung und leistet somit wertvolle Trauerarbeit.

Frau Schröter ist für Menschen in Notsituationen immer ansprechbar. Sie nimmt regelmäßig an Gesprächen und Gruppentreffen der Hospizbegleiter teil, bildet sich weiter und bewahrt sich somit ihre eigene psychische Ausgeglichenheit.

Aufgrund ihres kontinuierlichen sozialen Engagements ist es uns heute – am Tag der Deutschen Einheit – eine besondere Ehre, Frau Schröter für das außergewöhnliche Engagement danken zu können.


Walter Kilkis

Herr Kilkis wurde im Jahr 1976 in seiner Gartenanlage „Am Holungsbügel“ in den Vorstand gewählt. Schon 1979 wählten ihn seine 150 Kleingärtner zu ihrem Vorsitzenden. Er führte dieses Ehrenamt 17 Jahre aus. Seinem Organisationstalent und seiner Begeisterungsfähigkeit war es zu verdanken, dass unter anderem der Bau der Vereinsgaststätte sowie die Errichtung eines Spielplatzes durchgeführt werden konnten.

Nach der Wende wurde Walter Kilkis im neu gegründeten Kreisverband der Kleingärtner als Fachberater für Obstbaumschnitt tätig und übernahm 1998 das Ehrenamt des Schatzmeisters und betreut seitdem die Finanzverantwortlichen von 42 Mitgliedsvereinen des Verbandes.

Walter Kilkis hat sich durch seine 30jährige ehrenamtliche Tätigkeit in hohem Maße besondere Verdienste um die Entwicklung des Kleingartenwesens in Nordhausen und im Landkreis erworben.


Carola Körber

Frau Carola Körber gelangte über die Teilnahme an einem Kurs in den Verein der Jugendkunstschule und zählt seit drei Jahren zu den aktivsten Mitgliedern. Viele Initiativen und Ideen wurden von ihr gemeinsam mit anderen Vorstandsmitgliedern in die Tat umgesetzt. Sie nimmt sich viel Zeit für die Belange der Jugendkunstschule und ist sich für keine Tätigkeit zu schade, wenn nötig säubert sie auch Unterrichtsräume.

Frau Körber hat immer das große Ganze als Ziel vor Augen, verliert aber auf dem Weg dahin nie den Blick für die alltäglichen Notwendigkeiten und ist für die Jugendkunstschule ein großer Gewinn.

Seit einem Jahr ist sie kommissarisch bis zur offiziellen Wahl im nächsten Jahr als stellvertretende Vereinsvorsitzende tätig und leistet in dieser Funktion beispielhafte Arbeit.


Hildegard Voigt

Der Frieda-Gerlach-Chor Nordhausen besteht seit 60 Jahren. Nach einem Aufruf im Jahr 1947 gründete Frieda Gerlach eine Singegemeinschaft, deren Repertoire hauptsächlich aus Arbeits- und Kampfliedern bestand. Seit einigen Jahren besteht das Liedgut des Chores aus Wanderliedern und Liedern der Gemütlichkeit, wie wir zu Beginn der Festveranstaltung hören konnten und wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchten.

Da der Chor vorwiegend aus Veteranen besteht, steht die Freude am Singen und Musizieren im Vordergrund. Hildegard Voigt ist das älteste Chormitglied und ein großes Vorbild für alle. Sie ist seit 20 Jahren sehr aktiv und eine Frohnatur mit viel Freude am Gesang, trotz ihrer angeschlagenen Gesundheit. Von ihren Chormitgliedern wird sie liebevoll „Hildchen“ genannt.


Cordula Tölle

Seit der Vereinsgründung 1994 war Frau Tölle anfangs Vorstandsmitglied und ist nun Vereinsvorsitzende. Sie ist die Leiterin der Tanzabteilung mit ca. 10 Tänzerinnen und sucht ständig nach neuen Ideen, Tanzschritten und ist sehr bemüht, interessierte junge Menschen für das Tanzen zu begeistern.

Frau Tölle nahm mit ihrer Tanzgruppe an Landesmeisterschaften im Mariechentanz, an Wettkämpfen der Garden, an überregionalen Karnevalveranstaltungen und sogar an deutschen Meisterschaften erfolgreich teil. Ihre Tochter Yvonne ist mehrfache Vizelandesmeisterin und hat ihre tänzerische Leistung zu Beginn der heutigen Festveranstaltung unter Beweis gestellt, hierfür herzlichen Dank. Auch die finanziellen Aufwendungen für Kostüme und Musikzusammenschnitte werden von Familie Tölle ehrenamtlich übernommen.

Weiterhin bearbeitet Frau Tölle alle Genehmigungsverfahren für Veranstaltungen und erledigt den anfallenden Schriftverkehr des Vereines.


Bernd Siegmund

Herr Siegmund ist seit 1996 Mitbegründer des Bielener Kirchbauvereines und übernahm im Jahr 2001 den Vorsitz. In dieser Zeit wurde in der St. Martin und Johanneskirche in Bielen viel geleistet. Von der gelungenen Sanierung konnten sich ca. 200 Besucher am diesjährigen Tag des offenen Denkmals überzeugen.

Aus einem in den 80er Jahren baupolizeilich gesperrten Gebäude wurde bis zum heutigen Tag wieder ein Gotteshaus, welches urkundlich bereits im 13. Jahrhundert erwähnt wird.

Dabei hatte Bernd Siegmund einen maßgeblichen Anteil. Er begleitete die Projekte im Auftrag der Kirchengemeinde und war monatlich zwischen 25 und 35 Stunden ehrenamtlich tätig. Der gesamte Schriftverkehr liegt in seinen Händen.
Die St. Martin und Johanneskirche wird auch oft für Konzerte genutzt und steht im Mai 2008 im Mittelpunkt der 850-Jahr-Feier in Bielen. Weiterhin ist Herr Siegmund Mitglied des Heimatvereines und seit 18 Jahren Mitglied des Konzertchores Nordhausen.


Klaus Becker

Herr Becker war nach der politischen Wende und der Schaffung neuer Strukturen nicht nur Gründungsmitglied des Industriellen Stammtisches, sondern unterstützte mit vielfältigen Initiativen auch den Förderverein des Theaters. Die Standortentscheidung und der Aufbau der Fachhochschule Nordhausen hatten in seinem ehrenamtlichen Engagement einen außerordentlichen Stellenwert. Als Sekretär des Wissenschaftlichen Vereins der Fachhochschule unterstützte er maßgeblich viele Jahre den Aufbau und die Profilierung der Schule.

Nach seiner Karriere als Leistungssportler im Ligateam von Motor Nordhausen gibt er auch heute noch gern die Erfahrungen an die nachkommenden Generationen weiter und fühlt sich dem FSV Wacker noch sehr verbunden.

Seit der Fusion der wirtschaftlichen Vereinigungen im Landkreis, des Verbandes der Wirtschaft und des Industriellen Stammtisches zum „Nordhäuser Unternehmerverband e. V.“ ist Klaus Becker seinem Lebensprinzip „Ehrenamt“ treu geblieben und arbeitet aktiv im Vorstand mit.


Heidemarie Wahl

Frau Wahl ist seit dem Jahr 2006 regelmäßig als „Gangleiner“ im Tierheim tätig. Sie kümmert sich liebevoll um eine alte deutsche Schäferhündin namens „Eika“. Bis zu vier Mal wöchentlich führt Frau Wahl mehrere Hunde des Tierheimes aus. Seit 13 Jahren betreut sie im privaten Bereich eine Adoptivkatze, die damals am Roland des Rathausplatzes ausgesetzt wurde. Weiterhin pflegt und versorgt Frau Wahl die Katzen in der Gartenanlage „Frohes Schaffen“ und übernimmt die tierärztliche Betreuung sowie die anfallenden Kosten aus eigener Tasche. Zum „Tag der offenen Tür“ des Tierheimes ist sie immer als Helferin ehrenamtlich vor Ort.

Frau Wahl organisiert in Supermärkten Futter für Kaninchen und Schafe und sammelt Decken und Ähnliches im Krankenhaus und in der Nachbarschaft. Sie ist einfach immer zur Stelle, wenn „Not am Mann“ ist.

Barbara Rinke, Matthias Jendricke und Inge Klaan bedankten sich für die geleistete Arbeit mit Blumen und einem Geschenk passend zum Jubiläum 500 Jahre Echter Nordhäuser.
Ehrung zum dritten Oktober (Foto: WF)
Ehrung zum dritten Oktober (Foto: WF)
Ehrung zum dritten Oktober (Foto: WF)
Autor: nnz

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