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Mi, 09:32 Uhr
03.10.2007

nnz-Forum: Einheitsgedanken

Nordhausen (nnz). Gestern veröffentlichte die nnz die Gedanken zur Einheit von Sollstedts Bürgermeister Jürgen Hohberg. Dazu Anmerkungen eines nnz-Lesers.


Alle Jahre wieder beehrt uns Lesern der nnz-online Herr Jürgen Hohberg, Bürgermeister von Sollstedt, mit seinen Gedanken um den 3. Oktober, genannt auch "Tag der Deutschen Einheit". Auch ich habe alle Jahre wieder so meine Gedanken und Fragen. Die eine wäre:

Wer hat sich nun wiedervereint? Krupp mit Krause oder Krause mit Krupp? Krause hat am Tor der Villa Hügel geklopft und um Beitritt gebeten. Diesen gewährte man ihm, hatte aber leider nur den Posten eines Butlers zu vergeben. An der reichlich gedeckten Tafel im Hause Krupp ist nicht für alle Platz. Höchstens für solche Krausens, die bei Zeiten gelernt hatte, salbungsvoll ihre Vergangenheit und Herkunft zu leugnen.

Die, die sagten: "Und sie dreht sich doch", wie einst mein Vorbild Galilei, sind auch heute in der Villa Hügel nicht gern gesehen. Mit Ketzern, Aufrührern, kurz gesagt: mit dem Prekariat, will man nichts zu tun haben.

Dieses Haus, dessen Fassade so bunt ist wie die Verpackung eines Kinderriegels, kann über die Probleme beim Zusammenleben der Mieter nicht hinwegtäuschen. Wachsende Armut, gepaart mit Kinderverarmung, Bildungsnotstand, Verrohung des gesellschaftlichen Miteinander im Kampf um einen Platz an der Tafel in der Villa Hügel.

Ich ende an dieser Stelle meine Betrachtungen mit einem Zitat aus der Drei Groschenoper von Brecht: "Man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht..." Mögen allen, die es wollen, das morgige Glas Sekt munden. Ich für meinen Teil halte es mit Mineralwasser, auch deshalb, weil es den Kopf freihält.
Jürgen Nagel, Nordhausen
Autor: nnz

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