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Mi, 12:31 Uhr
27.02.2002

Junge Union: "Alles bleibt besser!"

Nordhausen (nnz). Seit dem vergangenen Jahr hat die Junge Union in Nordhausen ein „gestörtes Verhältnis“ zur nnz. Jetzt, mit neuer Führungsmannschaft, soll alles anders werden. Oder besser?


Seit dem 21. Dezember des vergangenen Jahres agiert Manuel Thume an der Spitze der CDU-Nachwuchsorganisation. Der 22jährige ist der neue Vorsitzende eines fast neuen Vorstandes und Nachfolger von Giselher Becker. „Vier Jahre Junge Union mit Giselher Becker an der Spitze haben doch ein wenig Stillstand mit sich gebracht“, schätzt Thume im nnz-Gespräch ein. Da seien zum Beispiel politische Inhalte der Arbeit völlig zu kurz gekommen. Nach der Wahl von Thume seien viele Mitglieder der JU wieder aktiv geworden, das JU-Logo wurde gestylt, die Homepage aufgepeppt. Sie soll jetzt lustiger und witziger im „www“ daherkommen, und sie soll den Wahlkampf der CDU und des Manfred Grund unterstützen.

Wohin geht aber nun die Reise der Junge Union nach der Ära des einstigen „Großen Vorsitzenden“? „Auch und vielleicht gerade als junge Menschen wollen wir uns in die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik einbringen. Ich persönlich stehe fest hinter dem künftigen Industriegebiet in der Goldenen Aue. Weiterhin wollen wir eine Bildungsoffensive starten“, kündigte Thume an. Zu letzterer Offensive gehört zum Beispiel die Unterstützung von Schulklassen mit politischen Materialien, gehören Einladungen zum Landtag und zum Bundestag.

Überhaupt soll jetzt die Zusammenarbeit mit der „Mutter“ verstärkt werden. Sie soll besser aber auch härter werden. Da sollen auch schon mal Themen angepackt werden, an denen sich die Großen mitunter noch die Hände verbrennen könnten. „Wir wollen pieksen, aber kein schmerzender Stachel im CDU-Fleisch sein.“ In der Jungen Union ist man derzeit dabei, die ersten Flyer für den Bundestagswahlkampf zu entwerfen. Die politische Absegnung hat sich der Nachwuchs von dem geben lassen, den er unterstützen will: Manfred Grund. Und Ziele wurden auch schon abgesteckt. So ist den JU-lern eigentlich vollkommen klar, dass Manfred Grund direkt in den Bundestag einziehen wird, er soll aber auch im Landkreis Nordhausen die meisten Stimmen erhalten.

„Wir denken zu wissen, wo man was verändern kann“, meinte Manuel Thume heute. Die jungen Persönlichkeiten seien in der Jungen Union des Landkreises Nordhausen so vielschichtig, dass die brennenden Probleme beim Namen benannt werden können. Etwas tun gegen Politikverdrossenheit und die Arbeitslosigkeit! Thume weiß wovon er spricht, er ist selbst arbeitslos. Wenn man selbst betroffen ist, dann werde vielleicht mehr gekämpft und mehr gebissen.

Seit seiner Wahl habe Thume die Kontakte zu Nachbarn und Partner wieder aufgenommen. Sie wurden die Verbindungen des Nordhäuser Kreisverbandes ins Eichsfeld und nach Bochum wieder aktiviert. Anfang März kommt der christdemokratische Nachwuchs der Nordhäuser Partnerstadt an die Zorge. Eine gemeinsame Klausurtagung der beiden Kreisvorstände steht auf dem Programm. Und vielleicht können die alten dann auch mal von den neuen Bundesländern lernen?

Anmerkung: Manuel Thume, der den Kreisverband nach dem Kohlschen Prinzip führen will, ist nicht nur neu an der Spitze, sondern auch mutig. Sein Vorgänger, der jetzige Ehrenvorsitzende Becker, hatte der nnz noch im vergangenen Jahr intern eine große Aufmerksamkeit zu Teil werden lassen. Da wurde nach der Aktion „Telefonterror“ (siehe dazu im nnz-Archiv) ein Vorstandsbeschluß der JU gefasst, die nnz künftig nicht mehr mit Presseinformationen zu versorgen. Der Geschäftsführende Vorstand hat nun diesen Beschluß außer Kraft gesetzt, in einer nächsten Vorstandssitzung soll er gänzlich aufgehoben werden. Die nnz wird bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch auf Pressemitteilungen warten müssen. Der damalige Beschluß beinhaltet jedoch kein Redeverbot mit den Leuten der nnz, obwohl das vielleicht auch noch gern beschlossen worden wäre - damals vom „Großen Vorsitzenden“.
Autor: nnz

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