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Di, 10:59 Uhr
04.09.2007

Dorfkirche und Gedichte

Limlingerode (nnz). Zwei interessante Gebäude sind am Tag des offenen Denkmals in Limlingerode zu besichtigen. Neben historischer Bausubstanz lohnen auch eine Lesung und eine Fotoausstellung einen Besuch. Das ganze Programm des Ortes finden Sie hier.

Von 14.00 bis 18.00 Uhr sind auch in Limlingerode am Tag des offenen Denkmals zwei Gebäude zu besichtigen, die evangelische Dorfkirche aus dem Jahre 1652, wie an einem Pfeiler zu lesen ist, und die oberhalb dieses Sakralbaues stehende ehemalige Pfarre aus dem Jahre 1852, das Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch, seit Ende 2002 ein Haus der Dichtkunst im Bunde mit der Bildenden Kunst und der Musik.

Im grünen Juni 1997 las die gebürtige Limlingeröderin in der prall gefüllten Kirche ihre Gedichte. Ihr zur Seite schwebte der neu restaurierte Taufengel, im Jahre 1761 für 81 Thaler aus Eiche geschnitzt. Mit ihm taufte der Großvater Paul Bernstein sein im Pfarrhaus geborenes Enkelkind am 19. Mai 1935 auf den Namen Ingrid Hella Irmelinde Bernstein, Zeiten später die Dichterin Sarah Kirsch. Die besondere Geschichte des Limlingeröder Taufengels kann man in den Publikationen der „Dichterstätte“ nachlesen.

Da die Bekanntschaft der Fördervereinsmitglieder mit der Dichterin durch Fotografien des bemalten geflügelten Wesens begann, wird es von 16.00 bis 16.30 Uhr in der Kirche unter dem Versmotto: „Wer wüchse nicht gern mit einem Engel auf ?“ zu einer Lesung von Engelgedichten verschiedener Dichterinnen und Dichter kommen.

Außerdem stellen Karin Kisker und Heidelore Kneffel dort groß-formatige Fotografien aus, die das Haus Lange Reihe 11 vor und nach der Restaurierung zeigen, und die unterschiedlichsten Ansichten vom Grünen Junipfad .

In der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ gibt es zur Zeit eine Kunst-ausstellung von Werken der Künstlerin Ruth Tesmar aus Berlin, die sie eigens zur Lyrik Sarah Kirschs schuf, im Geburtshaus das erste Mal der Öffentlichkeit zugänglich.

In den 19 farbigen Blättern sind auch über 90 Gedichte der Poetin, aus allen 10 Lyrikbänden ausgesucht, handschriftlich von der Künstlerin festgehalten. Damit die Besucher diese Gedichte möglichst gut lesen können, hängen sie in einer Druckversion an den Bildern. Diejenigen, die diese kunstreichen Blätter bis jetzt in der Dichterstätte sahen, waren von der bildkünstlerischen Umsetzung der Wortkunst Sarah Kirschs sehr angetan. Und überhaupt – in beiden Häusern gibt es auch Weiteres zu entdecken. Treten Sie getrost herein, sollen wohl empfangen sein!
Autor: nnz

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