So, 17:09 Uhr
26.08.2007
Tradition gebrochen
Nordhausen (nnz). Exakt vor einem Jahr standen sich Wacker Nordhausen und der SV Schmölln 1913 im Albert-Kuntz-Sportpark gegenüber. Die nnz titelte ihren Bericht damals mit Grottenkick. Heut kam es allerdings schlimmer.
Fußball-Historiker Klaus Verkouter hatte noch am Donnerstag in der nnz berichtet, daß Wacker Nordhausen an einem 26. August noch nie verloren hatte. Diese Serie ist heute gerissen. Und es kam noch schlimmer: Es war mehr als ein Grottenkick, was die Mannen von Trainer Burkhardt Venth da auf dem Platz veranstalteten.
14 Minuten brauchten die Gastgeber, ehe sie den ersten Schuß auf das Tor der Ostthüringer abgegeben hatten. Zwei Minuten später säbelte Ebert über den Ball. In der 20. Minute der erste ernsthafte Warnschuß der Schmöllner, der noch knapp am Gehäuse von Finsterbusch vorbei ging. In der 25. Minute sind wieder die Gastgeber dran, Ciesla geht links durch, schiebt zu Pohl rüber, der vergeigt.
In der 36. Minute zeigen die Schmöllner, wie man nicht nur ein Tor schießt, sondern auch eine nicht intakte Viererkette ausspielt. Drei Stationen reichen und Wegner schießt die Gäste in Führung. Wer da von den 322 Zuschauern dachte, daß sich Wacker jetzt aufbäumt, der wurde enttäuscht. Ciesla war per Manndecker zeitweise komplett abgemeldet, die Bälle wurden entweder planlos nach vorn gedroschen oder die Außen liefen einfach nicht los. Statt dessen werden Flanken immer wieder hoch in den gegnerischen Strafraum gehauen, dort sind sie eine sichere Beute der Gästeabwehr.
Mit dem Rückstand ging es in die Kabinen. Auf Wacker-Seite werden zu Beginn von Halbzeit zwei gleich reihenweise todsichere Chancen vergeigt, Hoffmann ist da der Hauptakteur. Schmölln macht das, was eine Gästemannschaft machen muß, die in Führung liegt. Die Ostthüringer bauen das bewährte Abwehrbollwerk noch stärker aus, zerstören die Ansätze des Spiels von Wacker. Ein Kind auf der Zuschauertribüne weint, es paßt zum Nordhäuser Spiel: Zum Heulen!
Die 71. Minute. Zwei, drei Spielzüge, dann ein satter Schuß aufs Wacker-Tor, Finsterbusch kann zur Ecke klären. Der Eckstoß kommt bei den Schmöllnern (anders als bei den Nordhäusern) in richtiger Höhe in den Strafraum, Podlesak steigt unbedrängt hoch, kann sich die Ecke aussuchen und köpft das Leder zum 0:2 in die Maschen. Auf der anderen Seite ist es wieder Hoffmann, der den bedienten Fans zeigt, daß man Tore selbst aus aussichtsreichster Position nicht machen kann.
Warum Ebert gegen Pascheit und Taute gegen Wenzel ausgewechselt werden, daß verstehen selbst die Freunde des Nordhäuser Fußballs dann auch nicht mehr. Im Stadionrund kommt so was wie feindliche Stimmung auf. Rufe nach Uwe Etzrodt und gegen die Viererkette des Nachfolgers sind zu hören. Dann die 81. und die 85. Minute, es sind die fünf Minuten des Petr Bartejs. Zum einen nutzt er einen Blackout von Finsterbusch und hebt den Ball zum 0:3 ins Tor, zum anderen schaut das Quartett der nicht existierenden Viererkette zu, wie zwei Schmöllner frei auf das Nordhäuser Tor zulaufen. Bartejs mit dem finalen Abschluß.
Das 1:4 aus Nordhäuser Sicht durch Pohl muntert die Fans auch nicht wieder auf: Sie rufen Verlierer und Absteiger. Die verbale Höchststrafe, die sonst nur Gegner zu hören bekommen. Dann ist der Kick beendet. Grottenkick ist noch harmlos in der Beschreibung dessen, was am Sonntagnachmittag bei herrlichstem Fußballwetter da geboten wurde. Fußballlehrer Venth sollte, dem sind sich viele heute bewußt geworden, endlich mal mit dem Fussballunterricht beginnen.
PS: Warum die Gastgeber heute nicht mit den einst vorgestellten roten Trikots aufliefen, das wird vermutlich vorerst das Geheimnis der Wacker-Marketingabteilung bleiben. Auch in den präsidialen Reihen muß wahrscheinlich Ordnung rein, vor allem in der Entscheidungshierarchie.
Autor: nnzFußball-Historiker Klaus Verkouter hatte noch am Donnerstag in der nnz berichtet, daß Wacker Nordhausen an einem 26. August noch nie verloren hatte. Diese Serie ist heute gerissen. Und es kam noch schlimmer: Es war mehr als ein Grottenkick, was die Mannen von Trainer Burkhardt Venth da auf dem Platz veranstalteten.
14 Minuten brauchten die Gastgeber, ehe sie den ersten Schuß auf das Tor der Ostthüringer abgegeben hatten. Zwei Minuten später säbelte Ebert über den Ball. In der 20. Minute der erste ernsthafte Warnschuß der Schmöllner, der noch knapp am Gehäuse von Finsterbusch vorbei ging. In der 25. Minute sind wieder die Gastgeber dran, Ciesla geht links durch, schiebt zu Pohl rüber, der vergeigt.
In der 36. Minute zeigen die Schmöllner, wie man nicht nur ein Tor schießt, sondern auch eine nicht intakte Viererkette ausspielt. Drei Stationen reichen und Wegner schießt die Gäste in Führung. Wer da von den 322 Zuschauern dachte, daß sich Wacker jetzt aufbäumt, der wurde enttäuscht. Ciesla war per Manndecker zeitweise komplett abgemeldet, die Bälle wurden entweder planlos nach vorn gedroschen oder die Außen liefen einfach nicht los. Statt dessen werden Flanken immer wieder hoch in den gegnerischen Strafraum gehauen, dort sind sie eine sichere Beute der Gästeabwehr.
Mit dem Rückstand ging es in die Kabinen. Auf Wacker-Seite werden zu Beginn von Halbzeit zwei gleich reihenweise todsichere Chancen vergeigt, Hoffmann ist da der Hauptakteur. Schmölln macht das, was eine Gästemannschaft machen muß, die in Führung liegt. Die Ostthüringer bauen das bewährte Abwehrbollwerk noch stärker aus, zerstören die Ansätze des Spiels von Wacker. Ein Kind auf der Zuschauertribüne weint, es paßt zum Nordhäuser Spiel: Zum Heulen!
Die 71. Minute. Zwei, drei Spielzüge, dann ein satter Schuß aufs Wacker-Tor, Finsterbusch kann zur Ecke klären. Der Eckstoß kommt bei den Schmöllnern (anders als bei den Nordhäusern) in richtiger Höhe in den Strafraum, Podlesak steigt unbedrängt hoch, kann sich die Ecke aussuchen und köpft das Leder zum 0:2 in die Maschen. Auf der anderen Seite ist es wieder Hoffmann, der den bedienten Fans zeigt, daß man Tore selbst aus aussichtsreichster Position nicht machen kann.
Warum Ebert gegen Pascheit und Taute gegen Wenzel ausgewechselt werden, daß verstehen selbst die Freunde des Nordhäuser Fußballs dann auch nicht mehr. Im Stadionrund kommt so was wie feindliche Stimmung auf. Rufe nach Uwe Etzrodt und gegen die Viererkette des Nachfolgers sind zu hören. Dann die 81. und die 85. Minute, es sind die fünf Minuten des Petr Bartejs. Zum einen nutzt er einen Blackout von Finsterbusch und hebt den Ball zum 0:3 ins Tor, zum anderen schaut das Quartett der nicht existierenden Viererkette zu, wie zwei Schmöllner frei auf das Nordhäuser Tor zulaufen. Bartejs mit dem finalen Abschluß.
Das 1:4 aus Nordhäuser Sicht durch Pohl muntert die Fans auch nicht wieder auf: Sie rufen Verlierer und Absteiger. Die verbale Höchststrafe, die sonst nur Gegner zu hören bekommen. Dann ist der Kick beendet. Grottenkick ist noch harmlos in der Beschreibung dessen, was am Sonntagnachmittag bei herrlichstem Fußballwetter da geboten wurde. Fußballlehrer Venth sollte, dem sind sich viele heute bewußt geworden, endlich mal mit dem Fussballunterricht beginnen.
PS: Warum die Gastgeber heute nicht mit den einst vorgestellten roten Trikots aufliefen, das wird vermutlich vorerst das Geheimnis der Wacker-Marketingabteilung bleiben. Auch in den präsidialen Reihen muß wahrscheinlich Ordnung rein, vor allem in der Entscheidungshierarchie.




