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Fr, 15:20 Uhr
22.02.2002

Hundesportverein mit neuem Domizil

Nordhausen (nnz). Die schlimmsten Jahre deutscher Geschichte wirken sich auch auf regionales Vereinsleben aus. Betroffen davon ist vor allem der Nordhäuser Hundesportverein. Denn der wird jetzt umziehen. nnz mit den Einzelheiten.


Früher Schießanlage und bald Hundesportverein, nnz-Fotos: V. Fischer Da kommt noch viel Arbeit auf die Stadt Nordhausen und den Landkreis zu. Nicht nur, dass vom Planungsbüro Jödicke über eine viertel Million Euro für einen Umzug der besonderen Art veranschlagt wurden, es gibt nebenbei auch hier und da noch etwas zu genehmigen oder abzuweisen. Die Rede ist von einem Nachbargelände des Brand- und Katastrophenschutzes. Jetzt soll dort der Nordhäuser Hundesportverein "Karl Siese" ansässig werden. Seit 1982 hat er an der Gedenkstätte Mittelbau-Dora seinen Sitz und war den Verantwortlichen vor allem nach der Wende ein Dorn im Auge. Steht er doch seitdem auf dem geschichtsträchtigen Gebiet, wo zur Nazi-Zeit der „Lager-Bahnhof“ und die berüchtigte „Rampe“ stand.

Zu diesem Problem äußerte sich heute auch Dr. Jens-Christian Wagner, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora: „Endlich ist der Schlussstrich unter diese politische und historische Instinktlosigkeit gezogen. Wenn von der NS-Zeit die Rede und durch etliche Filme auch authentisiert ist, dann sieht man Wachmänner mit Hunden an den Rampen stehen. Damit muss Schluss sein. Es ist gut, dass das Gelände jetzt in die historische Aufarbeitung einbezogen werden kann.“ Weiter führte er aus, dass es unmöglich sei, diesen Zustand und eventuelles Hundegebell traumatisierten Ex-Häftlingen und Besuchern der Gedenkstätte noch länger auf zu bürden.

Vertrag ist unter Dach und Fach Heute trafen sich die Zuständigen von der Stiftung „Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora“ mit Vertretern der Stadt und dem Hundesportverein. Walter Mönch, Verwaltungsdirektor der Stiftung: „Durch den neuen Vertrag mit dem Hundesportverein können wir dieses Thema endgültig zu aller Zufriedenheit beenden. Die Kosten für den Umzug und Bebauung des neuen Hundesportplatzes in Höhe von 290.000 Euro trägt unsere Stiftung.“

Auch der Hundesportverein ist glücklich über die zukünftige Regelung. Hartmut Kühn, Vorsitzender des Vereins: „Wir haben die Rampe völlig außen vorgelassen. Im Andenken an die schreckliche Zeit blieb alles unversehrt. Damit ist unser Verein endlich aus den negativen Schlagzeilen raus. Zwar fehlt bis jetzt noch eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt hinsichtlich des neuen Vereinsgeländes, aber wir sind froh und glücklich, dass das Thema beendet ist.“ Übrigens scheint dieser Umstand in der DDR-Zeit niemanden gestört zu haben. Weder der Rat des Kreises Nordhausen noch andere Behörden verwehrten den Hundefreunden die Ausübung ihres Hobbys. Man erteilte sogar völlig unproblematisch entsprechende Genehmigungen.
Autor: vf

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