So, 16:11 Uhr
19.08.2007
Wer kann Auskunft geben?
Nordhausen (nnz). Welche Figuren waren als Relief in den runden Medaillons am querstehenden Verbindungsbau des Schulgebäudes Morgenröte Ecke Taschenberg zu sehen? Hinweise nimmt eine nnz-Leserin entgegen...
Diese Frage ist mit den vorhandenen Fotografien nicht eindeutig zu klären. Einiges deutet darauf hin, dass es allegorische Figuren waren, vielleicht zwei Musen aus der antiken griechischen Sagenwelt? Wer kann sich erinnern?
Fest steht, dass dieses imposante Bauensemble für die Volksschule der Stadt Nordhausen erbaut und am 12. Februar 1878 feierlich eröffnet wurde. In Deutschland hatte sich zu der Zeit einiges grundlegend geändert: Die Kaiserproklamation Wilhelm I. hatte am 18. 1. 1871 in Versailles stattgefunden und seit dem 16. 4. des Jahres gab es die Verfassung des Deutschen Reiches. Es herrschte Gründerzeitstimmung.
Die Architektur orientierte sich seit dem 19. Jahrhundert an Vorbildern vergangener Epochen in Europa: Beginnend mit dem Klassizismus folgten Neo-Romanik, Neo-Gotik, Neo-Renaissance. Letztere hatte ihre Hoch-Zeit zwischen 1770 und 1885 und wurde besonders für öffentliche Gebäude, wie z. B. Banken, Opernhäuser, Verwaltungsgebäude, Bildungseinrichtungen verwendet und für die Villen des begüterten Bürgertums.
Der Nordhäuser Courier schreibt am 13. 2.: Zum ersten Male flatterten mit dem gestrigen Tage die Flaggen auf dem neuen Volksschulgebäude. Sie sendeten ihren Festgruß dem klaren, herrlichen Wintermorgen entgegen, der glückverheißend, wie wenn es zu Ehren des Tages geschehen wäre, unvermuthet nach langen, trüben Wochen im schönsten Glanz sich zeigte.
Vom Hagen, wo sich die Schule bis dahin in unfreundlichen Räumen befunden hatte, zog man die Promenade entlang bis auf den Taschenberg hinan. In der Aula, die künstlerisch und akustisch schön ausgeführt war, hatten auch die Schuldirektoren der anderen Schulanstalten der Stadt Platz genommen und Freunde dieser Volksschule, die den Bau befürwortet hatten. Bürgermeister Riemann hielt die Eröffnungsrede, in der er u. a. den Wunsch äußerte, dass in diesen Räumen ein körperlich, geistig und sittlich tüchtiges Geschlecht ausgebildet werde. Gerade als Schulhaus für die Kinder aus den ärmeren Ständen soll es ... gut machen und zu mildern versuchen, was das Elternhaus an der Gesundheit der Kinder sündigt. Einige Räume gaben dem Museum der Stadt offiziell vom 27. Mai 1879 bis zum 5. Juni 1891 ein Domizil.
Dann, am 30. Juli 1891, zogen die zwei höheren staatlichen Bildungsanstalten, das Königliche Gymnasium und das Königliche Realgymnasium in den Schulbau ein und erst die Bombardierung Nordhausens am 4. April 1945 und die enorme Zerstörung gerade auch dieses Teiles der Stadt beendeten dieses Schulkapitel, das jedoch im verbliebenen Nordflügel an der Morgenröte wechselvoll weitergehen würde. Aber das sind wiederum andere Kapitel dieser Schulgebäudegeschichte.
In der zweiten Hälfte des Oktobers 2007 beginnt nun das der Staatlichen berufsbildenden Schule! Wer Kenntnis über die eingangs beschriebenen Medaillonsfiguren am Quergebäude hat, melde sich bitte bei Heidelore Kneffel, Tel. 03631/990 960 (mit Beantworter versehen).
Autor: nnzDiese Frage ist mit den vorhandenen Fotografien nicht eindeutig zu klären. Einiges deutet darauf hin, dass es allegorische Figuren waren, vielleicht zwei Musen aus der antiken griechischen Sagenwelt? Wer kann sich erinnern?
Fest steht, dass dieses imposante Bauensemble für die Volksschule der Stadt Nordhausen erbaut und am 12. Februar 1878 feierlich eröffnet wurde. In Deutschland hatte sich zu der Zeit einiges grundlegend geändert: Die Kaiserproklamation Wilhelm I. hatte am 18. 1. 1871 in Versailles stattgefunden und seit dem 16. 4. des Jahres gab es die Verfassung des Deutschen Reiches. Es herrschte Gründerzeitstimmung.
Die Architektur orientierte sich seit dem 19. Jahrhundert an Vorbildern vergangener Epochen in Europa: Beginnend mit dem Klassizismus folgten Neo-Romanik, Neo-Gotik, Neo-Renaissance. Letztere hatte ihre Hoch-Zeit zwischen 1770 und 1885 und wurde besonders für öffentliche Gebäude, wie z. B. Banken, Opernhäuser, Verwaltungsgebäude, Bildungseinrichtungen verwendet und für die Villen des begüterten Bürgertums.
Der Nordhäuser Courier schreibt am 13. 2.: Zum ersten Male flatterten mit dem gestrigen Tage die Flaggen auf dem neuen Volksschulgebäude. Sie sendeten ihren Festgruß dem klaren, herrlichen Wintermorgen entgegen, der glückverheißend, wie wenn es zu Ehren des Tages geschehen wäre, unvermuthet nach langen, trüben Wochen im schönsten Glanz sich zeigte.
Vom Hagen, wo sich die Schule bis dahin in unfreundlichen Räumen befunden hatte, zog man die Promenade entlang bis auf den Taschenberg hinan. In der Aula, die künstlerisch und akustisch schön ausgeführt war, hatten auch die Schuldirektoren der anderen Schulanstalten der Stadt Platz genommen und Freunde dieser Volksschule, die den Bau befürwortet hatten. Bürgermeister Riemann hielt die Eröffnungsrede, in der er u. a. den Wunsch äußerte, dass in diesen Räumen ein körperlich, geistig und sittlich tüchtiges Geschlecht ausgebildet werde. Gerade als Schulhaus für die Kinder aus den ärmeren Ständen soll es ... gut machen und zu mildern versuchen, was das Elternhaus an der Gesundheit der Kinder sündigt. Einige Räume gaben dem Museum der Stadt offiziell vom 27. Mai 1879 bis zum 5. Juni 1891 ein Domizil.
Dann, am 30. Juli 1891, zogen die zwei höheren staatlichen Bildungsanstalten, das Königliche Gymnasium und das Königliche Realgymnasium in den Schulbau ein und erst die Bombardierung Nordhausens am 4. April 1945 und die enorme Zerstörung gerade auch dieses Teiles der Stadt beendeten dieses Schulkapitel, das jedoch im verbliebenen Nordflügel an der Morgenröte wechselvoll weitergehen würde. Aber das sind wiederum andere Kapitel dieser Schulgebäudegeschichte.
In der zweiten Hälfte des Oktobers 2007 beginnt nun das der Staatlichen berufsbildenden Schule! Wer Kenntnis über die eingangs beschriebenen Medaillonsfiguren am Quergebäude hat, melde sich bitte bei Heidelore Kneffel, Tel. 03631/990 960 (mit Beantworter versehen).

