Fr, 09:28 Uhr
22.02.2002
Banken drehen Geldhahn zu
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte Anfang Februar eine Umfrage gestartet. Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Situation im Landkreis Nordhausen? Das Ergebnis war ernüchternd. Spiegelt es doch die derzeitige Situation wider. Ein konkretes Beispiel soll das belegen.
Da hätten wir zum Beispiel die Vereinigte Werkzeugmaschinen GmbH in Nordhausen (VWM). In dem Unternehmen, glaubt man der IG Metall, gibt es seit längerer Zeit Schwierigkeiten, vor allem für die mehr als 90 Arbeitnehmer. Verspätete Lohn- und Gehaltszahlungen seien in diesem Betrieb zur unrühmlichen Tradition geworden, meint die Geschäftsführerin der IG Metall, Astrid Schwarz-Zaplinski. Seit 1996 müsse sich die Gewerkschaft um die VWM in dieser Beziehung kümmern. Jetzt allerdings scheint die Situation besonders kritisch zu sein. Seit fast drei Monaten hätten die Mitarbeiter keinen Lohn erhalten, so die Situation Anfang dieses Monats. Seitens der Geschäftsführung wird dies mit momentanen Liquiditätsproblemen und einer bescheidenen Auftragslage begründet. Diese Zustände sind in den jetzigen Zeiten einer Rezession fast normal, als Zulieferer auch für die Automobilindustrie bekommen wir den negativen Markt zu spüren, schätzt Geschäftsführer Peter Blonski die Situation ein.
Für die Gewerkschaft seien dies aber eher hausgemachte Probleme. Warum gab es verspätete Lohn- und Gehaltszahlungen denn auch in den Jahren, in denen die Auftragsbücher gut gefüllt waren? Eine Frage, die für die Gewerkschaft nicht von der Hand zu weisen ist. Vor allem der Betriebsrat des Unternehmens hoffte zu diesem Zeitpunkt auf die kommenden Tage. Wie dessen Vorsitzender Uwe Hebestreit der nnz sagte, gebe es unregelmäßige Zahlungen an die Arbeitnehmer. Nach seinen Informationen haben einige Banken, darunter die Aufbaubank, den Geldhahn zugedreht. Bisherige Versuche der Unternehmensleitung zur finanziellen Konsolidierung seien fehlgeschlagen. In dieser Woche sollte es eine weitere Finanzrunde gegeben haben. Die ging jedoch nach nnz-Informationen ohne konkrete Ergebnisse über die Bühne. Peter Blonski sagte zwar heute, dass jetzt noch einmal nach alternativen Konzepten gesucht werden, optimistisch klang dies nicht.
Hilfe für das Unternehmen hat auch die Stadt Nordhausen angeboten. Gewerbesteuerzahlungen wurden gestundet. Dies sei eine Form der Wirtschaftsförderung, die nicht immer an die große Glocke gehangen werde, die sich letztlich jedoch für ein Unternehmen auszahlen würde. Wichtig ist allerdings, dass die Unternehmen zu uns finden und ihre Karten offen auf den Tisch legen, erläutert der städtische Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) auf nnz-Anfrage. Auch Anfang Februar wurde in der Stadtverwaltung wieder verhandelt. Dabei ging es in der Kämmerei um Modalitäten für Steuerzahlungen, die dem Betrieb behilflich sein sollen. Gezahlt werden müsse jedoch auf jeden Fall, so Beyse. Unterstützung für die WVM gebe es durch die Stadt auch bei Rechnungen, die das Unternehmen an Betriebe zu begleichen hat, in denen die Stadt Gesellschafter sei. Konkret benannt wurde die Energieversorgung. So habe man sich mehrfach über Zahlungsmodelle für Energie-Rechnungen verständigt.
Autor: nnzDa hätten wir zum Beispiel die Vereinigte Werkzeugmaschinen GmbH in Nordhausen (VWM). In dem Unternehmen, glaubt man der IG Metall, gibt es seit längerer Zeit Schwierigkeiten, vor allem für die mehr als 90 Arbeitnehmer. Verspätete Lohn- und Gehaltszahlungen seien in diesem Betrieb zur unrühmlichen Tradition geworden, meint die Geschäftsführerin der IG Metall, Astrid Schwarz-Zaplinski. Seit 1996 müsse sich die Gewerkschaft um die VWM in dieser Beziehung kümmern. Jetzt allerdings scheint die Situation besonders kritisch zu sein. Seit fast drei Monaten hätten die Mitarbeiter keinen Lohn erhalten, so die Situation Anfang dieses Monats. Seitens der Geschäftsführung wird dies mit momentanen Liquiditätsproblemen und einer bescheidenen Auftragslage begründet. Diese Zustände sind in den jetzigen Zeiten einer Rezession fast normal, als Zulieferer auch für die Automobilindustrie bekommen wir den negativen Markt zu spüren, schätzt Geschäftsführer Peter Blonski die Situation ein.
Für die Gewerkschaft seien dies aber eher hausgemachte Probleme. Warum gab es verspätete Lohn- und Gehaltszahlungen denn auch in den Jahren, in denen die Auftragsbücher gut gefüllt waren? Eine Frage, die für die Gewerkschaft nicht von der Hand zu weisen ist. Vor allem der Betriebsrat des Unternehmens hoffte zu diesem Zeitpunkt auf die kommenden Tage. Wie dessen Vorsitzender Uwe Hebestreit der nnz sagte, gebe es unregelmäßige Zahlungen an die Arbeitnehmer. Nach seinen Informationen haben einige Banken, darunter die Aufbaubank, den Geldhahn zugedreht. Bisherige Versuche der Unternehmensleitung zur finanziellen Konsolidierung seien fehlgeschlagen. In dieser Woche sollte es eine weitere Finanzrunde gegeben haben. Die ging jedoch nach nnz-Informationen ohne konkrete Ergebnisse über die Bühne. Peter Blonski sagte zwar heute, dass jetzt noch einmal nach alternativen Konzepten gesucht werden, optimistisch klang dies nicht.
Hilfe für das Unternehmen hat auch die Stadt Nordhausen angeboten. Gewerbesteuerzahlungen wurden gestundet. Dies sei eine Form der Wirtschaftsförderung, die nicht immer an die große Glocke gehangen werde, die sich letztlich jedoch für ein Unternehmen auszahlen würde. Wichtig ist allerdings, dass die Unternehmen zu uns finden und ihre Karten offen auf den Tisch legen, erläutert der städtische Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) auf nnz-Anfrage. Auch Anfang Februar wurde in der Stadtverwaltung wieder verhandelt. Dabei ging es in der Kämmerei um Modalitäten für Steuerzahlungen, die dem Betrieb behilflich sein sollen. Gezahlt werden müsse jedoch auf jeden Fall, so Beyse. Unterstützung für die WVM gebe es durch die Stadt auch bei Rechnungen, die das Unternehmen an Betriebe zu begleichen hat, in denen die Stadt Gesellschafter sei. Konkret benannt wurde die Energieversorgung. So habe man sich mehrfach über Zahlungsmodelle für Energie-Rechnungen verständigt.


