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Mi, 12:00 Uhr
15.08.2007

„Der Harz gehört uns!“

Nordhausen/Harzgerode (nnz). Es war ein berauschender Freitagabend inmitten des Innenhofes des mittelalterlichen Schlosses zu Harzgerode. Stehende Ovationen, Jubelrufe und Beifallsstürme ließen die altehrwürdigen Mauern erbeben, während die Künstler zum wiederholten Male das „Harzschützen“-Lied anstimmten.

Die Harzschützen (Foto: hsb) Die Harzschützen (Foto: hsb)

„Der Harz ist unser!“ schallte es zu den Klängen eingängiger Rockmusik weit hörbar in den Harzgeröder Abendhimmel, und die rund 300 zur Uraufführung des neuen Grusical-Rockspektakels geladenen Gäste waren sich in ihrer Begeisterung trotz zeitweise einsetzenden Regens einig: „Die Harzschützen“ werden zukünftig das neue Veranstaltungs-Highlight für das Selketal sein!

Stilecht war das Publikum zuvor am frühen Abend von Quedlinburg zur Uraufführung nach Harzgerode mit dem dampfenden „Harzschützen-Express“ angereist. Bereits im festlich geschmückten Nostalgiezug sorgte ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm für die Einstimmung auf die nachfolgende Aufführung. Anlass für die Entwicklung des neuen Grusicalspektakels, welches in Zusammenarbeit zwischen der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB), der Manthey Event GmbH sowie der Stadt Harzgerode entstand, war schließlich auch das 120-jährige Jubiläum der Selketalbahn im August dieses Jahres. „Aufgrund des großen Erfolges von „Faust – Die Rockoper auf dem Brocken“ wollten wir anlässlich dieses besonderen Ereignisses auch eine auf Dauer angelegte Veranstaltung mit regionalem Bezug zum Selketal schaffen. Was uns offensichtlich auch sehr gut gelungen ist“ blickte HSB-Vertriebschef und „Harzschützen“-Produktionsleiter Dr. Dietrich-E. König strahlend in die jubelnde Zuschauerrunde. Zusammen mit der Berliner Manthey Event GmbH hatte er bereits 2006 den „Faust“ auf den Brocken gebracht. Ein Erfolgsgeschichte, die sich jetzt im Selketal wiederholen könnte.

„Die Harzschützen gab es im Selketal des 17. Jahrhunderts wirklich“ betonte Michael Manthey, Chef der Berliner Event-Spezialisten, zugleich auch Autor, Liedtexter und Regisseur in einer Person, den historisch belegbaren Kontext der fiktiven Geschichte. Der historische Hintergrund war frühzeitig gefunden, das musikalische und dramaturgische Konzept konnte darauf aufgebaut werden. „Nachdem wir dutzende Quellen aus den Jahrhunderten durchforstet haben, an einigen tollen zeitgenössischen Autoren und Komponisten nicht vorbeikamen, wie z. B. Gryphius, Gerhardt, Schütz, Monteverdi u. a., gingen mit uns die Pferde durch! Es wurde richtig drollig!“ blickte er auf die langen, intensiven und akribischen Vorbereitungen zurück. Dank der großen Unterstützung durch die Stadt Harzgerode, insbesondere durch deren Altbürgermeister Manfred Diwinski, konnte mit dem Innenhof des dortigen mittelalterlichen Schlosses dann auch eine einmalige und ideale Kulisse für die konzertante Aufführung gefunden werden.

Das Grusical-Spektakel schickt die Zuschauer per Zeitreise zurück ins Jahr 1625 und erzählt ihnen eine spannende Geschichte aus dem Selketal des 30-jährigen Krieges. Die Hauptakteure, Ännchen Wohlgeboren und Tilman Ströbling, fliehen in dieser düsteren Zeit vor plünderndem Adel sowie marodierenden Söldnern aus dem Harzvorland in die Wildnis der dunkel-mystischen Wälder des Selketals. Dort schließen sie sich den „Harzschützen“ an, einer Gruppe von Widerstandskämpfern, die sich durch Überfälle schon sehr bald Respekt bei der Obrigkeit verschafft und am Ende der Geschichte zur großen Schlacht gegen die Unterdrücker ausholt. Im Rahmen der kurzweiligen Dramaturgie kommt natürlich auch nicht die Liebe zu kurz.

Getragen wird die mit vielen Specialeffects und einer Videoleinwand zusätzlich ausgestaltete Geschichte durch die einfühlsame und in Liedform gestaltete musikalische Untermalung. So wechseln sich passend zum jeweiligen Ort und Inhalt des Geschehens sanfte Balladen und harte Rockmusik ab. Die Musik stammt aus der bewährten Feder der Komponistin Conny Schediwie, die gleichzeitig auch als „Ännchen“ in einer Hauptrolle zu sehen ist und vielen Zuschauern bereits bestens als Hexe aus „Faust – Die Rockoper auf dem Brocken“ bekannt ist. Gespielt von Schediwies Dresdener Rockband „Die Copiloten“ und gesungen von den glänzenden Stimmen der mit viel Herzblut teilweise in mehreren Rollen agierenden Darsteller Istvan Kobela („Tilman“), Constanze Eschrig, Christoph Mangel, Sven Hoffmann sowie Marco Pfennig verleihen die Musik sowie die schauspielerischen Leistungen dem Stück seine besondere Ausdruckskraft.

Zum Ende der Uraufführung dankte HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener allen beteiligten Akteuren sowie der Stadt Harzgerode für ihr großes Engagement. „Wir möchten mit den Harzschützen ein neues touristisches Highlight dauerhaft im Selketal und dem Harz etablieren und sind sehr zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird“ warf Wagener bereits einen Blick auf die kommenden Aufführungstermine. Berechtigter Optimismus, denn die beiden Folgeveranstaltungen am 11. und 12. August waren so gut wie ausgebucht.

Karten für die nächsten Vorstellungen am 14., 15. und 16. September sind beim Kundenservice der HSB unter 03943-558153, per E-Mail unter kundenservice@hsb-wr.de, im „Dampfladen Nr. 7“ am Quedlinburger Markt sowie bei der Stadtinformation Harzgerode unter 039484-32420 erhältlich. Im Preis von 29 Euro ist auch die Fahrt mit dem nostalgischen „Harzschützen-Express“ ab Quedlinburg sowie allen Unterwegsbahnhöfen enthalten. Für Gäste, die eine individuelle Anreise nach Harzgerode bevorzugen, kosten die Eintrittskarten 20 Euro - diese Karten stehen allerdings nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung.
Autor: nnz

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