Do, 15:40 Uhr
09.08.2007
nnz-Betrachtung: Hier kommt Kurt
Nordhausen (nnz). In der kommenden Woche bekommt Thüringen hohen Besuch. Der aktuelle SPD-Vorsitzende Kurt Beck macht auf seiner Sommerreise Station im Freistaat. Vielleicht zeigt sich der Mann mit den niedrigen Umfragewerten ja auch solidarisch mit den Leuten der Bike Systems GmbH.
In der Landesgeschäftsstelle der Thüringer Sozialdemokratie laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, heute ist der offizielle Beck-Fahrplan an die Redaktionen verschickt worden. Kurt Beck reiht sich mit seinen Stationen in Thüringen dort ein, wo auch andere Landes- und Bundespolitiker gern hingehen. Vor allem im Jahr der Heiligen Elisabeth – nach Eisenach. Natürlich wird es zu Ehren des Pfälzers einen festlichen Empfang auf der Wartburg geben. Dann wird er reden. Von all den Erfolgen in der Politik und von dem, was die SPD dazu beigetragen hat.
In Thüringen wird das bitternötig sein, da hat die SPD schon jahrelang nichts mehr zu sagen. Die Umfragewerte in Thüringen nähern sich denen der Bundes-SPD an. Was für die Thüringer durchaus ein Erfolg ist.
Man wird sich also Mut zusprechen, die Redenschreiber und Adjutanten des Herrn Beck, die werden den Vorsitzenden noch vorbereiten müssen – auf Thüringen, auf die neuen Bundesländer, auf die SPD vor Ort so zusagen. Aber keine Angst, der NL-(Neue Länder) Part wird nur ein Redeblock im Beckschen Manuskript sein.
Und dann am nächsten Tag, heute in einer Woche also, geht’s raus an die Thüringer Basis. Unternehmensbesuch. Nicht bei Bike Systems in Nordhausen, sondern in Eisenach, dort wo die Wirtschaft brummt, geht es in ein Vorzeigeunternehmen. Dort können sich alle sonnen, an den Erfolgen im Aufbau Ost. Und natürlich am Anteil der SPD. Warum nur lassen sich die Parteioberen so am Nasenring durchs Land führen? Wer macht die Tourenpläne? Warum spricht Kurt Beck nicht mit denen, die Opfer der Heuschrecken werden, die sein Vizekanzler, der Franz Müntefering einst so theatralisch brandmarkte? Die Medien wären an seiner Seite gewesen, vielleicht hätten ihm, dem Genossen Beck, aber die richtigen Worte gefehlt?
Die fehlen ja auch unserem Ministerpräsidenten. Dieter Althaus will auch nicht mit den 135 Frauen und Männern von Bike Systems reden. Das ist schade, als konservativer Christdemokrat hat doch auch Dieter Althaus die Wirtschaftspolitik seines großen Vorbildes Ludwig Erhard fast neu erfunden. Und wie Kurt Beck läßt auch Althaus, der an diesem Wochenende silberne Hochzeit feiert, keine Gelegenheit aus, um sich bei Grundsteinlegungen, Richtfesten oder Unternehmenseröffnung ins rechte Licht setzen zu lassen. Nur wenn es um einen wirtschaftlichen Grabgesang geht, da bleibt man lieber fern. Beck wie Althaus.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzIn der Landesgeschäftsstelle der Thüringer Sozialdemokratie laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, heute ist der offizielle Beck-Fahrplan an die Redaktionen verschickt worden. Kurt Beck reiht sich mit seinen Stationen in Thüringen dort ein, wo auch andere Landes- und Bundespolitiker gern hingehen. Vor allem im Jahr der Heiligen Elisabeth – nach Eisenach. Natürlich wird es zu Ehren des Pfälzers einen festlichen Empfang auf der Wartburg geben. Dann wird er reden. Von all den Erfolgen in der Politik und von dem, was die SPD dazu beigetragen hat.
In Thüringen wird das bitternötig sein, da hat die SPD schon jahrelang nichts mehr zu sagen. Die Umfragewerte in Thüringen nähern sich denen der Bundes-SPD an. Was für die Thüringer durchaus ein Erfolg ist.
Man wird sich also Mut zusprechen, die Redenschreiber und Adjutanten des Herrn Beck, die werden den Vorsitzenden noch vorbereiten müssen – auf Thüringen, auf die neuen Bundesländer, auf die SPD vor Ort so zusagen. Aber keine Angst, der NL-(Neue Länder) Part wird nur ein Redeblock im Beckschen Manuskript sein.
Und dann am nächsten Tag, heute in einer Woche also, geht’s raus an die Thüringer Basis. Unternehmensbesuch. Nicht bei Bike Systems in Nordhausen, sondern in Eisenach, dort wo die Wirtschaft brummt, geht es in ein Vorzeigeunternehmen. Dort können sich alle sonnen, an den Erfolgen im Aufbau Ost. Und natürlich am Anteil der SPD. Warum nur lassen sich die Parteioberen so am Nasenring durchs Land führen? Wer macht die Tourenpläne? Warum spricht Kurt Beck nicht mit denen, die Opfer der Heuschrecken werden, die sein Vizekanzler, der Franz Müntefering einst so theatralisch brandmarkte? Die Medien wären an seiner Seite gewesen, vielleicht hätten ihm, dem Genossen Beck, aber die richtigen Worte gefehlt?
Die fehlen ja auch unserem Ministerpräsidenten. Dieter Althaus will auch nicht mit den 135 Frauen und Männern von Bike Systems reden. Das ist schade, als konservativer Christdemokrat hat doch auch Dieter Althaus die Wirtschaftspolitik seines großen Vorbildes Ludwig Erhard fast neu erfunden. Und wie Kurt Beck läßt auch Althaus, der an diesem Wochenende silberne Hochzeit feiert, keine Gelegenheit aus, um sich bei Grundsteinlegungen, Richtfesten oder Unternehmenseröffnung ins rechte Licht setzen zu lassen. Nur wenn es um einen wirtschaftlichen Grabgesang geht, da bleibt man lieber fern. Beck wie Althaus.
Peter-Stefan Greiner


