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Fr, 07:20 Uhr
03.08.2007

nnz-Forum: Asien als Ausrede

Nordhausen (nnz). Als vor einigen Tagen in den Nachrichten kam, das Milchprodukte erheblich teurer würden, „weil die Nachfrage aus Asien“ steigt und es dadurch zu einer Knappheit in Europa kommen würde, war es ein großer Schock. Dazu die Anmerkung von nnz-Lesern.


Kurz darauf waren auch die Fleisch und andere Lebensmittelpreise im Gespräch. Besonders werden wieder mal den Geringverdienern, Erwerbslosen, Familien mit Kindern und den Rentnern tiefer in die Taschen gegriffen, denn die können nicht einfach selbst ihr Einkommen erhöhen um die steigenden Preise auszugleichen. Forscht man aber im Internet etwas nach, kommt man zu der Erkenntnis, dass diese angebliche „Knappheit“ im Großen und Ganzen „hausgemacht ist“.

„Brüssel - In der EU wird noch immer zu viel Milch produziert. Allein die deutschen Bauern müssen deshalb voraussichtlich 62 Millionen Euro Strafe an die EU-Kommission zahlen, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag auf Grundlage vorläufiger Berechnungen mitteilte. Noch größer fiel der Überschuss in Italien und Polen aus: Gegen diese beiden Staaten wurden Strafen von 189 und 91 Millionen Euro verhängt. Insgesamt haben von April 2005 bis März 2006 neun EU-Mitgliedstaaten die Milchquoten überschritten, Deutschland, Italien und Polen sind jedoch für 90 Prozent der Überproduktion verantwortlich.“ vom 03.10.2006 (gefunden bei mehreren Handelsblättern z. B. http://www.dieneueepoche.com/articles/2006/10/03/56326.html)

Alleine dieser Bericht zeigt doch schon, dass es genügend Milch in der EU gibt, was eine „Knappheit“ widerlegt, also ist gerade auch die EU selbst daran schuld.

Durch die Mengenbeschränkung und die Strafzahlungen werden Millionen Bauern Jahr für Jahr gezwungen, ganze Milchseen zu vernichten. Gleiches gilt wahrscheinlich auch für andere Lebensmittel wie Fleisch etc.

Aber auch die Politik trägt an den steigenden Preisen eine erhebliche Mitschuld. Durch die Mehrwertsteuererhöhung wurde auch die Herstellung der Lebensmittel teuerer, obwohl ja laut Politikeraussagen der MwSt-Satz von 7% für Nahrungsmittel „nicht angehoben“ wurde (was ja eigentlich so stimmt). Nicht erwähnt wurde aber, dass gerade bei der Erzeugung und der Weiterverarbeitung ein erheblicher Teil an Energie (Strom usw.) gebraucht wird, die bekanntlich ja mit einem Satz von 19% besteuert wird, dazu noch andere Kosten für Transport (z. B. Benzin) und Vertrieb (z. B. Telefon, Fax usw.), die auch den 19%igen Satz haben, den letztlich auch der Verbraucher zahlen muss.

Die Energieabnehmer und die anderen meist börsennotierten Unternehmen machen durch die „Knappheit“ dazu noch weiter fette Gewinne, denn wenn es weniger gibt, steigt die Nachfrage und somit auch die Aktien.

Die Politik schweigt dazu, nimmt es vielleicht als „Gott gegeben“ hin, verweist wieder mal auf die „Globalisierung“ und die Bürgerinnen und Bürger zahlen.

Besonders trifft es wieder das schwächste Glied unserer Gesellschaft, die Kinder von Erwerbslosen und Geringverdienern. Gerade in den Schulen werden Kurse über „die Erziehung der Kinder zur gesunden Lebensweise und richtiger Ernährung“ veranstaltet, aber keiner fragt, wie man das bei den steigenden Lebensmittelpreisen noch bewerkstelligen soll.

Ob es wirklich so ist, das die Nachfrage aus Asien so hoch ist, kann man nicht beweisen, es sei denn man wirft mit „Statistiken“ und Zahlen um sich, die nur sehr wenige „Normalbürger“ nachvollziehen können.

Fazit: Um die Gewinne der Unternehmen zu steigern, wird (wie immer) ein Vorwand benutzt (hier Asien). Die Bauern verlangen mehr Geld um ihre erhöhten Kosten zu decken, was zwar logisch und evtl. auch nachvollziehbar ist, aber ob sie wirklich dadurch mehr Geld bekommen ist fraglich. Die Politik, die ja eigentlich „zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger“ da sein soll, schweigt weiter und macht nichts und besonders die Einkommensschwachen können sich langsam nicht mehr gesunde und bezahlbare Grundnahrungsmittel leisten..
Evelin Hohnwald, Andreas Koch, Frank Kündiger (AEiD)
Autor: nnz

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