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So, 14:55 Uhr
29.07.2007

nnz-Forum: Brief an „Münte“

Nordhausen (nnz). In der Nordhäuser Region gründet sich derzeit eine Ortsgruppe der Vereinigung „Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEID). Die hat einen Brief an Bundesarbeitsminister Franz Müntefering geschrieben...


Sehr geehrter Herr Minister,

vor gut zwei Jahren haben Sie mit den Worten "Wir müssen denjenigen Unternehmern, die die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen und die Interessen ihrer Arbeitnehmer im Blick haben, helfen gegen die verantwortungslosen Heuschreckenschwärme, die im Vierteljahrestakt Erfolg messen, Substanz absaugen und Unternehmen kaputtgehen lassen, wenn sie sie abgefressen haben. Kapitalismus ist keine Sache aus dem Museum, sondern brandaktuell" die bis heute aktuelle Debatte über die Praktiken der Private-Equity-Gesellschaften angestoßen.

Vor einigen Tagen hat es erneut eine Firma und mit ihr 135 Arbeitnehmer getroffen. Im thüringischen Nordhausen steht die Firma "Bike Systems GmbH" stellvertretend für viele andere kleinere Betriebe in Deutschland vor dem Aus. Nachdem der amerikanische Investor "Lone Star" sich in den Betrieb "eingekauft" hat und das Betriebskapital abgeschöpft hatte, wird Bike Systems GmbH nun geschlossen und 135 Arbeitnehmer stehen vor der Entlassung.

Einen Sozialplan gibt es nicht, da Lone Star diesen ablehnt. Der Betrieb wird mittlerweile rund um die Uhr besetzt und die Betroffenen kämpfen mit großer Unterstützung aus der Region für ihre Rechte. Die Heuschrecken haben sich erneut breit gemacht und bringen Menschen in diesem Land um ihre Existenz.

Leider haben Sie sich, als zuständiger Minister auf Bundesebene, bisher nicht zu den Vorgängen geäußert. Wahrscheinlich hat Ihr Ministerium das noch nicht einmal zur Kenntnis genommen. Es kann nicht sein, dass allein aus finanziellen Interessen Menschen, die jahrelang für einen Betrieb gearbeitet haben, einfach in die Arbeitslosigkeit getrieben werden. Dazu noch ohne jegliche Absicherung durch einen Sozialplan. Es wird Zeit, dass diesem Treiben ein Riegel vorgeschoben wird.

Ebenso unverständlich ist es, dass die Politik reagiert, wenn große Firmen betroffen sind, dass jedoch bei kleineren Firmen jegliches Interesse zu fehlen scheint. Wir fordern Sie hiermit auf - ganz klar Stellung zu den Vorgängen zu beziehen - den Streikenden Ihre Unterstützung zuzusichern - und endlich ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das jede weitere Vernichtung von Arbeitsplätzen verhindert.
Für die AeiD: Evelin Hohnwald

Die Unterschriftenliste zum downloaden gibt es hier:.
Autor: nnz

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