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Do, 11:55 Uhr
26.07.2007

nnz-Forum: Nah, ganz nah!

Nordhausen (nnz). Über den weiteren Rohstoffabbau im Südharz machte sich eine Leserin der nnz so ihre Gedanken. Mit einem einzigen Klick können auch Sie daran teilhaben.


Woffleben ist nah. Petersdorf ist nah. Und Brandberg und Westerberg sind uns am nächsten: Im Harzfelder Holz und im Günzdorfer Holz, gleich am Markttal (oder Martal) liegen die bewaldeten Gipskuppen und prägen die Silhouette des Bergzuges, der Neustadt mit der Rüdigsdorfer Schweiz verbindet. Alle vier Hügel sind vom Gipsabbau bedroht, und am Himmelsberg ist kürzlich schon eine erste Waldfläche gerodet worden – die Gipsindustrie macht Ernst. Aber war da nicht was??

Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass Ministerpräsident Althaus vor wenigen Jahren zu Wahlkampfzeiten verkündete, hier dürfe es keinen neuen Gipsabbau mehr geben – und nun gibt die Landesregierung jede nur erreichbare Zusage der Gipsindustrie - und nicht den Menschen, die sich schon seit Jahren aus verschiedenen Gründen um ihre unversehrte Heimat sorgen.

Diese Region lebt vom Tourismus, die Gäste sind entzückt und beeindruckt nicht nur von den Harzwäldern, sondern ebenso von der Schönheit und Vielfalt der Landschaft südlich von Neustadt, sie genießen Ruhe und gute Luft, sie freuen sich über Wiesen voller Blüten und Schmetterlinge, über stille Wanderwege, über die großartige Panoramasicht vom Karstwanderweg aus.

Ganze neun Kilometer (Luftlinie) von der Südharzlandschaft zwischen Niedersachswerfen und Rottleberode sind noch nicht von großflächigen Steinbrüchen verunstaltet. Was die Natur in Jahrtausenden geschaffen hat, kann in dreißig Jahren irreparabel zerstört sein. Lassen wir uns nicht täuschen: Eine Re - Naturierung kann es nicht geben, weil sich Natur nicht herstellen lässt durch Menschenhand. Eine Re - Kultivierung wird immer Stückwerk bleiben müssen, weil einmal Verschwundenes nicht ersetzt werden kann.

Auf einer Bürgerversammlung vor kurzem in Woffleben wurde deutlich: Kein Arbeitsplatz für Menschen in unserer Region entsteht durch diesen Abbau! Keine Steuergelder bleiben hier, weil das Gipsgestein nach Niedersachsen transportiert und auch dort verarbeitet wird! Und das Ungeheuerlichste: Ganze 40 Cent (vierzig!!!) je abgefahrene Tonne Gestein zahlt die Gipsindustrie an das Land Thüringen. Für vierzig Cent je Tonne wird unsere Landschaft verscherbelt! Dafür bekommen wir Sprengungen, Abfahrtstraßen, 40-Tonnen-Laster x-mal täglich, Lärm, Staub und kaputte Natur auf Jahrzehnte hin.

Das kann doch wohl nicht wahr sein? Liebe Mitbürger in Neustadt und in unserer ganzen Region: Bitte bleiben Sie wach, informieren Sie sich, wo sie können, unterstützen Sie Aktionen gegen den Abbau, wo immer welche stattfinden (sie werden ja angekündigt) – und zwar nicht nur bei uns, sondern auch bei den betroffenen Nachbargemeinden. Wir sitzen alle in einem Boot – in einem sehr schönen Boot, sein Name ist „Südharzer Gipskarst-Landschaft“. Es darf bei uns nicht leckschlagen und untergehen, das ist unsere Verantwortung für die Zukunft.
Heinke Richter, Neustadt
Autor: nnz

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