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Mo, 12:05 Uhr
23.07.2007

Wacker-Sommer-Rückblick: Das waren Zeiten!

Nordhausen (nnz). Unser letzter Rückblick vor Beginn der neuen Saison führt uns in den Sommer vor zehn Jahren. Die politische Wendezeit war schon längst wieder Geschichte. Auch auf sportlichem Gebiet waren für Vereine aus dem Osten neue Realitäten entstanden – nicht nur mit der Drei-Punkte-Regel. Betriebliche Förderungen wie vor 1989 in den BSG gab es nicht mehr...

Die Mannschaft (Foto: nnz) Die Mannschaft (Foto: nnz)

Um so beachtlicher war es, dass sich Wacker Nordhausen schon das zweite Jahr in der Regionalliga gehalten hatte. Die Gegner hießen z.B. mit Cottbus, Aue, Dresden, Erfurt, Union, Dynamo und Tennis Borussia Berlin, Chemnitz, Plauen, Sachsen Leipzig. Wacker belegte den 12. Platz in dieser starken Staffel. Auf die überdurchschnittlichen Leistungen wurde z.B. Bundesligist 1860 München aufmerksam und holte zuerst Trainer Klaus-Dieter Koschlick und dann die starken Gorges und Schneider an die Isar.

Die Vorbereitungsspiele auf die Saison 1997/98 mussten zeigen, ob die Abgänge (auch noch Gogsch, Große, Scharnitzki und Weigel) zu kompensieren waren. Innerhalb von neun Tagen gewann Wacker zunächst drei Auswärtsspiele gegen unterklassige Vereine aus dem Landkreis: Salza (3:2), Heringen (8:1) und Kraja (7:2). Man höre und staune; denn am letzten Sonnabend schossen die Rot-Weißen wieder zwei Tore und Wacker gelang nur ein Treffer, und das durch einen Elfmeter. Die Zeiten ändern sich eben.

Im Trainingslager geplante Spiele gegen Eisenhüttenstadt und Fortuna Magdeburg fielen 1997 aus, dafür trat man dort eben zweimal gegen Einheit Perleberg (3:1 und 9:3) sowie den 1. FSV Schwerin (3:0) an. Auch das siebente Auswärtsspiel hintereinander beim 1. FC Aschersleben ging mit 2:0 an Wacker. Zwölf Tage vor dem Punktspielstart wurde man zu Hause vor 450 Zuschauern vom Halleschen FC geprüft. Sachs und Frank Ludwig sorgten für das 2:0-Endergebnis. Auch der FC Zeulenroda wurde vier Tage danach nicht zum Stolperstein (1:0). Die Zugänge Gohr, Gottschalk, Jekel, Kiss, Sachs hatten erste Bewährungsproben bestanden – alle Vorbereitungsspiele wurden gewonnen!

Schon im Juli (!) begannen die Punktspiele. Mitten in der Woche gab es sogar weitere Freundschaftsspiele trotz der laufenden Punktehatz. Trainer Fritz Bohla wollte es so. Nach dem 3. Spieltag der Regionalliga mit 18 Vereinen lag Wacker ungeschlagen (ein Sieg, zwei Unentschieden) auf Platz 8.

Namen (Foto: Archiv Verkouter) Namen (Foto: Archiv Verkouter) Es folgte aber noch der Sommerknüller des Jahres. Die DFB-Pokalspiele gegen den 1. FC Köln (1992) und 1860 München (1996) nach Wackers Finalsiegen im Landespokal gegen Gera und Erfurt waren noch in bester Erinnerung, da klopfte mit dem Hamburger SV am 16. August 1997 wieder ein großer deutscher Traditionsverein im Albert-Kuntz-Sportpark an die Pforte und wollte in der 1. Hauptrunde die Nordhäuser eliminieren. Wacker war es zuvor erneut gelungen, die hoch dotierten Profis des FC Rot-Weiß Erfurt mit ihren Stars Weißhaupt, Bärwolf und Hebestreit in ihren grell-bunt gefärbten Haartrachten im Landespokal mit 3:2 zu schlagen. Unvergessen bleiben dabei die zwei Traumtore von Jens Ludwig zur 2:0-Halbzeitführung. Die 500.000-DM-Finanzspritze des Thüringer Ministeriums für die Erfurter hatte dem Klub also nicht geholfen.

Die Hanseaten waren ein anderes Kaliber als die Blumenstädter. Trotzdem hatte der HSV, dessen Trainer Frank Pagelsdorf nach Spielschluss sogar meinte, dass eine Überraschung in der Luft gelegen habe, große Mühe, das Spiel mit 3:1 zu gewinnen. Aber die Routine der Butt, Salihamidzic, Böger, Cardoso entschied das Weiterkommen des Bundesligisten.

Trotz positiver Vorbereitungsspiele und guten Punktspielstarts stand Wacker am Saisonende auf einem Abstiegsplatz. Der (fast) freie Fall bis in die Landesklasse innerhalb von fünf Jahren begann.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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