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Mo, 15:50 Uhr
18.02.2002

"Luther" contra Frauen-Stammtisch

Nordhausen (nnz). Durch einen ungewöhnlichen Leserbrief angeheizt, steht die Diskussion um die Zukunft des Lutherplatzes im besonderen öffentlichen Interesse. Heute äußerte sich die Bürgerinitiative dazu. nnz mit den Einzelheiten.


„Der Leserbrief des ominösen Frauen-Stammtisch polemisiert, kritisiert ungerechtfertigt und beleidigt. Damit werden unsere Arbeit und unser Engagement diskreditiert,“ reagierte heute Mittag Christian Besser, Begründer der Bürgerinitiative Lutherplatz. Für ihn und die Bürgerinitiative stellt der Leserbrief, der letzte Woche in der Wochenchronik veröffentlicht wurde, nicht nur eine Gefahr für die reelle Einschätzung über die Bemühungen um den Lutherplatzes, sondern auch eine Verfälschung der Tatsachen dar. Dieser Brief hatte vor allem die Veränderungen Nordhausens im Rahmen der Landesgartenschau hinsichtlich zukünftiger Planungen aufgegriffen. Sei es nun der Bahnhofsplatz, der Pferdemarkt, oder der Lutherplatz, den Damen vom Frauen-Stammtisch scheinen alle Veränderungen gegen den Strich zu gehen.

Wer sie sind oder was sie genau wollen, weiß man nicht. Fest stehen scheint zumindest, dass man sich bei den Damen in toller Runde neben einem Bierchen oder einem Weinchen zwar über alles Gedanken gemacht haben muss, aber zu einem offenen Gespräch mit der Bürgerinitiative ist es laut Aussage von Christian Besser bis jetzt nicht gekommen. Auch Künstler Peter Genßler hat für diesen Leserbrief noch andere Worte parat: „Also das, was der Frauen-Stammtisch sich geleistet hat, ging weit unter die Gürtellinie. Es steht noch nicht einmal fest, wie eine eventuelle Lutherstatue aussehen soll und die Damen kritisieren jetzt schon das Nicht-Vorhandene.“ Das geplante Luther-Standbild dürfe nach Aussage des Stammtisches nicht auf 30 Zentimeter geschrumpft werden. „Doch davon war auch nie die Rede,“ Peter Genßler weiter „Wir haben uns ein halbes Jahr darauf vorbereitet, alles analysiert, uns sogar mit Nordhausen und der Reformation auseinander gesetzt. Wir müssen uns nicht rechtfertigen und schon gar nicht das Projekt-Lutherplatz vermiesen lassen.“

Harte Worte auf einen sicherlich weniger harten Leserbrief. Wie es nun mit dem Lutherplatz weitergeht, ist noch im Ungewissen. Theoretisch gäbe es verschiedene Möglichkeiten, die seitens der Bürgerinitiative realisiert werden können. Aber die Hoffnung auf eine breite Akzeptanz wird nicht aufgegeben, zumal sich bereits 35 Sponsoren gefunden haben, um das Projekt zu finanzieren.
Autor: vf

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