Mo, 15:53 Uhr
09.07.2007
Beifall im Plenarsaal
Nordhausen (nnz). Seit Jahren bemüht sich Anja Nüßle um die Verbesserung der Lern- und Betreuungsbedingungen der Frühfördereinrichtung in Nordhausen Ost. Heute ist ihr Kampf von Erfolg gekrönt worden. Doch zuvor war im Kreisausschuss eine standesamtliche Angelegenheit behandelt worden.
Nicht im kleinen, sondern im großen Plenarsaal tagte heute der Kreisausschuss. An der Seite waren Kuchen, Kaffee und Sekt aufgetafelt worden. Der Grund: Am 7.7.07 hatte die erste Beigeordnete Jutta Krauth (SPD ihrem langjährigen Lebenspartner das Ja-Wort gegeben. Frau Krauth wird auch weiterhin Frau Krauth heißen, so dass keine Namensschilder ausgewechselt werden müssen. Von allen Fraktionen gab es Blumen und Glückwünsche und so geriet die Sitzung temporär zur Party, da auch die zweite Beigeordnete Loni Grünwald (Die Linke) auf ihre Wiederwahl anstoßen ließ.
Noch war Anja Nüßle und Bärbele Herr, der Leiterin des Pestalozzi-Förderzentrums nicht nach Feiern zumute. Sie warteten auf einen zusätzlich in die Tagesordnung aufgenommenen Punkt. Hierbei ging es – lapidar ausgedrückt – um einen Mietvertrag mit der Stadtverwaltung Nordhausen. Genauer betrachtet, es ging um die Zukunft von Kindern im Vorschulalter und der ersten Klasse, die einer besonderen Förderung bedürfen. Die nnz hatte über die Um- und Zustände in der Einrichtung in Nordhausen-Ost bereits ausführlich und mehrfach berichtet (siehe nnz-Archiv).
Einstimmig bekannten sich die Mitglieder des Kreisausschusses für die Annahme des Entwurfes eines Mietvertrages der Stadtverwaltung Nordhausen. Die hatte dem Landratsamt Laufzeiten von einem und fünf Jahren angeboten, der so auch beschlossen wurde. Bei Annahme der längeren Laufzeit könnte noch in den anstehenden Sommerferien mit der Instandsetzung der Räumlichkeiten und Außenanlagen begonnen werden, soll das Rathaus in einem Schreiben mitgeteilt haben. Da gab es denn Beifall. Anja Nüßle sah sich bestätigt in ihrem Gang durch die Verwaltungen und dem Klinkenputzen in diversen Fraktions- und Parteibüros. Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen paarten sich in diesem Fall mit familiärer Unterstützung. Eine Seilschaft im äußerst positiven Sinne. Nutznießer sind hier die Kinder.
Nachwehen wird dieser gesamte Vorgang schon noch bringen, Anja Nüßle förderte bei ihren Recherchen im Rathaus sowie in der Kreisverwaltung einige erstaunliche Dinge ans Tageslicht, die den Rechungsprüfungsausschuss im Kreistag wohl noch einige Zeit beschäftigen dürften.
Erst hieß es, die Kreisverwaltung zahlt an den Vermieter – das Jugendsozialwerk – keine Miete, sondern nur die Betriebskosten. Das Jugendsozialwerk selbst hatte die Räumlichkeiten von der Stadtverwaltung gemietet. Ob zwischen diesen beiden Vertragspartnern ein Mietzins gezahlt wurde, soll geklärt werden. Auch war bis dieser Tage nicht klar, dass es überhaupt einen Mietvertrag mit dem Jugendsozialwerk gegeben habe, sagte Dagmar Becker (SPD) der nnz. Und es kommt noch schlimmer. Seit 1993 soll die Kreisverwaltung monatlich rund 3.400 Euro an den gemeinnützigen Verein überwiesen haben, da kommen bis dato 500.000 Euro zusammen, wie Egon Primas (CDU) zusammenrechnete. Wenn diese Gelder, von denen der Kreistag anscheinend nichts wusste und die laut Dagmar Becker in den Haushalten der Verwaltung nicht unter Miete auftauchten, aber nun geflossen sind, warum hatte der Empfänger des Geldes, das Jugendsozialwerk, keine Instandsetzungen vornehmen lassen? Hier gibt es Aufklärungsbedarf in Paketform.
Nun erst einmal kann wirklich gefeiert werden. Bärbele Herr rief im Foyer des Landratsamtes aufgeregt ihre Mitarbeiter an und berichtete vom Ausgang der Sitzung. Und die Kinder in Nordhausen-Ost, die können sich ab dem kommenden Schuljahr vielleicht wieder auf die Benutzung einer Terrasse freuen.
Autor: nnzNicht im kleinen, sondern im großen Plenarsaal tagte heute der Kreisausschuss. An der Seite waren Kuchen, Kaffee und Sekt aufgetafelt worden. Der Grund: Am 7.7.07 hatte die erste Beigeordnete Jutta Krauth (SPD ihrem langjährigen Lebenspartner das Ja-Wort gegeben. Frau Krauth wird auch weiterhin Frau Krauth heißen, so dass keine Namensschilder ausgewechselt werden müssen. Von allen Fraktionen gab es Blumen und Glückwünsche und so geriet die Sitzung temporär zur Party, da auch die zweite Beigeordnete Loni Grünwald (Die Linke) auf ihre Wiederwahl anstoßen ließ.
Noch war Anja Nüßle und Bärbele Herr, der Leiterin des Pestalozzi-Förderzentrums nicht nach Feiern zumute. Sie warteten auf einen zusätzlich in die Tagesordnung aufgenommenen Punkt. Hierbei ging es – lapidar ausgedrückt – um einen Mietvertrag mit der Stadtverwaltung Nordhausen. Genauer betrachtet, es ging um die Zukunft von Kindern im Vorschulalter und der ersten Klasse, die einer besonderen Förderung bedürfen. Die nnz hatte über die Um- und Zustände in der Einrichtung in Nordhausen-Ost bereits ausführlich und mehrfach berichtet (siehe nnz-Archiv).
Einstimmig bekannten sich die Mitglieder des Kreisausschusses für die Annahme des Entwurfes eines Mietvertrages der Stadtverwaltung Nordhausen. Die hatte dem Landratsamt Laufzeiten von einem und fünf Jahren angeboten, der so auch beschlossen wurde. Bei Annahme der längeren Laufzeit könnte noch in den anstehenden Sommerferien mit der Instandsetzung der Räumlichkeiten und Außenanlagen begonnen werden, soll das Rathaus in einem Schreiben mitgeteilt haben. Da gab es denn Beifall. Anja Nüßle sah sich bestätigt in ihrem Gang durch die Verwaltungen und dem Klinkenputzen in diversen Fraktions- und Parteibüros. Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen paarten sich in diesem Fall mit familiärer Unterstützung. Eine Seilschaft im äußerst positiven Sinne. Nutznießer sind hier die Kinder.
Nachwehen wird dieser gesamte Vorgang schon noch bringen, Anja Nüßle förderte bei ihren Recherchen im Rathaus sowie in der Kreisverwaltung einige erstaunliche Dinge ans Tageslicht, die den Rechungsprüfungsausschuss im Kreistag wohl noch einige Zeit beschäftigen dürften.
Erst hieß es, die Kreisverwaltung zahlt an den Vermieter – das Jugendsozialwerk – keine Miete, sondern nur die Betriebskosten. Das Jugendsozialwerk selbst hatte die Räumlichkeiten von der Stadtverwaltung gemietet. Ob zwischen diesen beiden Vertragspartnern ein Mietzins gezahlt wurde, soll geklärt werden. Auch war bis dieser Tage nicht klar, dass es überhaupt einen Mietvertrag mit dem Jugendsozialwerk gegeben habe, sagte Dagmar Becker (SPD) der nnz. Und es kommt noch schlimmer. Seit 1993 soll die Kreisverwaltung monatlich rund 3.400 Euro an den gemeinnützigen Verein überwiesen haben, da kommen bis dato 500.000 Euro zusammen, wie Egon Primas (CDU) zusammenrechnete. Wenn diese Gelder, von denen der Kreistag anscheinend nichts wusste und die laut Dagmar Becker in den Haushalten der Verwaltung nicht unter Miete auftauchten, aber nun geflossen sind, warum hatte der Empfänger des Geldes, das Jugendsozialwerk, keine Instandsetzungen vornehmen lassen? Hier gibt es Aufklärungsbedarf in Paketform.
Nun erst einmal kann wirklich gefeiert werden. Bärbele Herr rief im Foyer des Landratsamtes aufgeregt ihre Mitarbeiter an und berichtete vom Ausgang der Sitzung. Und die Kinder in Nordhausen-Ost, die können sich ab dem kommenden Schuljahr vielleicht wieder auf die Benutzung einer Terrasse freuen.


