Mi, 11:03 Uhr
27.06.2007
nnz-Forum: Enttäuscht
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte am Montag über den Stand zur Schwimmhalle in Sollstedt berichtet. Zum Beitrag Hornberg in Sollstedt erreichte die Redaktion jetzt eine Statement des Fördervereins für das Hallenbad.
Ziel des Fördervereins (FV) ist es zu erreichen, dass das Hallenbad noch viele Jahre genutzt werden kann. Daher setzt er zunächst alles daran, zu verhindern, dass der Kreistag, möglicherweise aufgrund unvollständiger Informationen über den Sachverhalt, die Bereitstellung der bisher zugesicherten Finanzmittel annulliert, denn wenn das Hallenbad nach der Sommerpause nicht wieder eröffnet würde, bedeutete dies das endgültige Aus.
Wie Sie ja wissen, war am 5. Juni 2007 ein Gutachter vor Ort, um den Zustand des Hallenbades in Augenschein zu nehmen. Einen Tag zuvor besichtigten zwei Vorstandsmitglieder des FV, die Herren Siese und Reinhardt, die zuvor freigelegten Auflager der Hallenträger und den Raum zwischen der Unterhangdecke und den Dachkassettenplatten. Es konnte folgendes festgestellt werden:
· die Hallenträger und deren Auflager befinden sich in einem sehr guten Zustand
· weder die abgehängte Decke noch die Abhänger zeigen Korrosionserscheinungen und die auf der Decke liegende Dämmung ist trocken, da sie in Plastehüllen eingeschweißt ist
· lediglich die nichttragenden Aussteifungen zwischen den Fensterreihungen waren angerostet (ist mit geringem Aufwand in Ordnung zu bringen)
Bei der Begehung durch den Sachverständigen am 5. Juni war auch der Vorstand des FV, Herr J. Siese anwesend. Herr Siese hatte den Eindruck, dass der Gutachter Bedenken hegte, die Tragfähigkeit der Dachkassettenplatten sei infolge der Einwirkung von Regenwasser sowie vorhandener Haarrisse stark reduziert. Außerdem stellte der Gutachter wohl auch fest, dass die vorhandene Wärmedämmung nicht der heutigen Wärmeschutzverordnung entspricht.
Hierzu ist folgendes zu bedenken:
1. Es ist unstrittig, dass eine Zeitlang Regenwasser durch die defekte Dachhaut gedrungen ist (wer hat das wohl zu verantworten?). Aber: jeder gelernte DDR-Bürger weiß, dass dies seinerzeit aufgrund von Materialengpässen bei sehr vielen Plattenbauten der Fall war. Niemand käme aber auf die Idee deshalb alle Plattenbauten abzureißen.
2. Die Haarrisse resultieren nach dem Dafürhalten des FV aus der seinerzeit üblichen Technologie Dachdurchbrüche, nicht wie heute üblich mit Winkelschneidern herzustellen, sondern einzustemmen. Aber auch deshalb werden wohl kaum Plattenbauten aus DDR-Zeit abgerissen.
3. Die Wärmedämmung betreffend gilt das gleiche. Die ENEV gilt generell für Neubauten und die darin festgelegten Werte sollen bei Sanierungen im Altbau angestrebt werden, sind aber nicht zwingend für Altbauten umzusetzen. Auch die Wohnungsunternehmen haben noch immer eine erhebliche Anzahl von WE´s im Bestand, die energetisch noch nicht auf dem neuesten Stand sind. Es kommt aber niemand auf die Idee diese Bauten stillzulegen oder abzureißen.
4. Selbst wenn der Gutachter festlegen sollte, dass Schadstellen an den Dachkassettenplatten repariert werden sollen, wäre dies nach unserer Ansicht mit verhältnismäßig geringem Finanzaufwand machbar.
Zur Problematik undichtes Dach ist es auch unverständlich, dass das Landratsamt dem FV nicht gestattete, die Dachhaut von einer Dachdeckerfirma gratis fachmännisch reparieren zu lassen, um weiteres Eindringen von Regenwasser zu vermeiden. Nach dieser Reparatur wäre das Dach für einen überschaubaren Zeitraum von ca. drei bis vier Jahren absolut dicht. Mit Schreiben vom 16.04.07 teilte dies der FV dem Landrat mit und bat um die Genehmigung zur Ausführung. Leider wurde sie bislang nicht erteilt.
Enttäuscht ist der FV auch darüber, dass die Schulverwaltung des Landratsamtes nicht auf sein Schreiben vom 22.03.07 reagierte. Um die Kostenstruktur rund um das Schwimmen in Sollstedt analysieren zu können baten er darin ihm mitzuteilen wie hoch die derzeitigen Kosten für das Schulschwimmen in Sollstedt sind und wie hoch die voraussichtlichen Kosten bei Inanspruchnahme anderer Bäder sein würden.
Übrigens haben mehrere Bauingenieure und Architekten, die Mitglieder des FV sind, am 26.03.07 mit Zustimmung des Landrates eine Begehung der Schwimmhalle zur Feststellung des baulichen Zustandes und der technischen Ausrüstungen durchgeführt. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass die Bausubstanz keine Schäden aufweist, die eine Gefahr für das Betreiben des Hallenbades bedeuten und das für die kurzfristig durchzuführenden Maßnahmen keine großen finanziellen Aufwendungen erforderlich sind.
Und noch etwas. Auf die Anfrage des FV an das Thüringer Wirtschaftsministerium zu Fördermöglichkeiten teilte der Abteilungsleiter für Tourismus, Sport, Wirtschaftförderung und Energie, Herr Jürgen Lange, im Auftrag des Minister Reinholz am 11.05.07 mit, dass z.Z. keine Fördermöglichkeit für das Sollstedter Hallenbad besteht, weil das Bad nicht im perspektivischen Bädernetz der Thüringer Schwimmbad-Entwicklungskonzeption enthalten ist. Wenn das Hallenbad, das ja kein Spaßbad sondern ein Sportbad ist, durch den Landkreis in die Schwimmbadentwicklungskonzeption aufgenommen würde, könnten gewiss auch Finanzmittel vom Land bereitgestellt werden.
Aus Sorge um die Erhaltung des Sollstedter Hallenbades gründeten am 06. März 2007 16 Interessierte den Förderverein Sollstedter Hallenbad e.V.. Inzwischen wuchs die Anzahl der Mitglieder auf rund 90 an. Interessierte können Mitgliedsanträge in der Schwimmhalle oder dem Sitz des Vereins, der Ernst-Thälmann-Straße 11a in Sollstedt erhalten. Auch Spenden auf das Vereinskonto 300 25 769 BLZ 82054052 sind dort sehr willkommen.
Autor: nnzZiel des Fördervereins (FV) ist es zu erreichen, dass das Hallenbad noch viele Jahre genutzt werden kann. Daher setzt er zunächst alles daran, zu verhindern, dass der Kreistag, möglicherweise aufgrund unvollständiger Informationen über den Sachverhalt, die Bereitstellung der bisher zugesicherten Finanzmittel annulliert, denn wenn das Hallenbad nach der Sommerpause nicht wieder eröffnet würde, bedeutete dies das endgültige Aus.
Wie Sie ja wissen, war am 5. Juni 2007 ein Gutachter vor Ort, um den Zustand des Hallenbades in Augenschein zu nehmen. Einen Tag zuvor besichtigten zwei Vorstandsmitglieder des FV, die Herren Siese und Reinhardt, die zuvor freigelegten Auflager der Hallenträger und den Raum zwischen der Unterhangdecke und den Dachkassettenplatten. Es konnte folgendes festgestellt werden:
· die Hallenträger und deren Auflager befinden sich in einem sehr guten Zustand
· weder die abgehängte Decke noch die Abhänger zeigen Korrosionserscheinungen und die auf der Decke liegende Dämmung ist trocken, da sie in Plastehüllen eingeschweißt ist
· lediglich die nichttragenden Aussteifungen zwischen den Fensterreihungen waren angerostet (ist mit geringem Aufwand in Ordnung zu bringen)
Bei der Begehung durch den Sachverständigen am 5. Juni war auch der Vorstand des FV, Herr J. Siese anwesend. Herr Siese hatte den Eindruck, dass der Gutachter Bedenken hegte, die Tragfähigkeit der Dachkassettenplatten sei infolge der Einwirkung von Regenwasser sowie vorhandener Haarrisse stark reduziert. Außerdem stellte der Gutachter wohl auch fest, dass die vorhandene Wärmedämmung nicht der heutigen Wärmeschutzverordnung entspricht.
Hierzu ist folgendes zu bedenken:
1. Es ist unstrittig, dass eine Zeitlang Regenwasser durch die defekte Dachhaut gedrungen ist (wer hat das wohl zu verantworten?). Aber: jeder gelernte DDR-Bürger weiß, dass dies seinerzeit aufgrund von Materialengpässen bei sehr vielen Plattenbauten der Fall war. Niemand käme aber auf die Idee deshalb alle Plattenbauten abzureißen.
2. Die Haarrisse resultieren nach dem Dafürhalten des FV aus der seinerzeit üblichen Technologie Dachdurchbrüche, nicht wie heute üblich mit Winkelschneidern herzustellen, sondern einzustemmen. Aber auch deshalb werden wohl kaum Plattenbauten aus DDR-Zeit abgerissen.
3. Die Wärmedämmung betreffend gilt das gleiche. Die ENEV gilt generell für Neubauten und die darin festgelegten Werte sollen bei Sanierungen im Altbau angestrebt werden, sind aber nicht zwingend für Altbauten umzusetzen. Auch die Wohnungsunternehmen haben noch immer eine erhebliche Anzahl von WE´s im Bestand, die energetisch noch nicht auf dem neuesten Stand sind. Es kommt aber niemand auf die Idee diese Bauten stillzulegen oder abzureißen.
4. Selbst wenn der Gutachter festlegen sollte, dass Schadstellen an den Dachkassettenplatten repariert werden sollen, wäre dies nach unserer Ansicht mit verhältnismäßig geringem Finanzaufwand machbar.
Zur Problematik undichtes Dach ist es auch unverständlich, dass das Landratsamt dem FV nicht gestattete, die Dachhaut von einer Dachdeckerfirma gratis fachmännisch reparieren zu lassen, um weiteres Eindringen von Regenwasser zu vermeiden. Nach dieser Reparatur wäre das Dach für einen überschaubaren Zeitraum von ca. drei bis vier Jahren absolut dicht. Mit Schreiben vom 16.04.07 teilte dies der FV dem Landrat mit und bat um die Genehmigung zur Ausführung. Leider wurde sie bislang nicht erteilt.
Enttäuscht ist der FV auch darüber, dass die Schulverwaltung des Landratsamtes nicht auf sein Schreiben vom 22.03.07 reagierte. Um die Kostenstruktur rund um das Schwimmen in Sollstedt analysieren zu können baten er darin ihm mitzuteilen wie hoch die derzeitigen Kosten für das Schulschwimmen in Sollstedt sind und wie hoch die voraussichtlichen Kosten bei Inanspruchnahme anderer Bäder sein würden.
Übrigens haben mehrere Bauingenieure und Architekten, die Mitglieder des FV sind, am 26.03.07 mit Zustimmung des Landrates eine Begehung der Schwimmhalle zur Feststellung des baulichen Zustandes und der technischen Ausrüstungen durchgeführt. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass die Bausubstanz keine Schäden aufweist, die eine Gefahr für das Betreiben des Hallenbades bedeuten und das für die kurzfristig durchzuführenden Maßnahmen keine großen finanziellen Aufwendungen erforderlich sind.
Und noch etwas. Auf die Anfrage des FV an das Thüringer Wirtschaftsministerium zu Fördermöglichkeiten teilte der Abteilungsleiter für Tourismus, Sport, Wirtschaftförderung und Energie, Herr Jürgen Lange, im Auftrag des Minister Reinholz am 11.05.07 mit, dass z.Z. keine Fördermöglichkeit für das Sollstedter Hallenbad besteht, weil das Bad nicht im perspektivischen Bädernetz der Thüringer Schwimmbad-Entwicklungskonzeption enthalten ist. Wenn das Hallenbad, das ja kein Spaßbad sondern ein Sportbad ist, durch den Landkreis in die Schwimmbadentwicklungskonzeption aufgenommen würde, könnten gewiss auch Finanzmittel vom Land bereitgestellt werden.
Aus Sorge um die Erhaltung des Sollstedter Hallenbades gründeten am 06. März 2007 16 Interessierte den Förderverein Sollstedter Hallenbad e.V.. Inzwischen wuchs die Anzahl der Mitglieder auf rund 90 an. Interessierte können Mitgliedsanträge in der Schwimmhalle oder dem Sitz des Vereins, der Ernst-Thälmann-Straße 11a in Sollstedt erhalten. Auch Spenden auf das Vereinskonto 300 25 769 BLZ 82054052 sind dort sehr willkommen.
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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