Mo, 09:40 Uhr
21.05.2007
Richter Kropp: Knast statt Klassenzimmer
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Im Kyffhäuserkreis gab es in den letzten Jahren eine drastische Zunahme von sogenannten Schulbummlern, zwischen den Jahren 2004 bis Juli 2006 waren es 136 Verfahren. Viel Arbeit für Amtsrichter Christian Kropp...
Dabei handelt es sich um Jugendliche, die lieber die Schule schwänzen, und teilweise um Eltern, denen das Verhalten ihrer Zöglinge völlig gleichgültig ist. Für beide gibt es nach dem Thüringer Schulgesetz ein Bußgeldverfahren, denn das verschuldete Versäumen des Unterrichtes stellt einen Bußgeldtatbestand dar, genauso wie die fehlende Beaufsichtigung der Kinder. Da Jugendliche im Regelfall nicht über die erforderlichen Geldbeträge verfügen, sieht das Ordnungswidrigkeitengesetz hierfür als Ersatz die Ableistung von gemeinnützigen Arbeitsstunden vor.
Viel Arbeit für Jugendrichter Christian Kropp vom Sondershäuser Amtsgericht, bei dem die Zahl der Verfahren 2006 auf über 60 drastisch zugenommen hat. In einem komplizierten Verfahren sind die Jugendlichen anzuhören, die Zahl der Stunden festzusetzen und auch zu überwachen.
Viele der Schulbummler gehen auch dort nicht hin, so Amtsrichter Kropp, der dann bis zu einer Woche Arrest in der Arrestanstalt in Weimar verhängen kann. Dieser wird dann aber auch vollstreckt, zur Not unter Zwang mit Hilfe von Polizeibeamten. 2007 haben bislang schon 15 Schüler aus dem Kyffhäuserkreis Arresteinrichtungen des Freistaates besuchen dürfen. Viele Schulbummler, die dann zum Anhörungstermin bei Kropp sitzen, meinen immer noch, es handele sich nur um eine Spaßveranstaltung.
Bis der Richter seine Arrestentscheidung verkündet: Dann laufen rasch die Tränen. Aber viele ändern ihr Verhalten danach auch nicht mehr. Denn Amtsrichter Kropp kennt zahlreiche der jugendlichen Schulbummler, die nicht selten aus sozialschwachem Elternhaus kommen, im übrigen aus seiner Arbeit als Jugendrichter. Hat er doch einige von ihnen bereits wegen Diebstahls und Straßenverkehrsdelikten verurteilt.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser traurige Rekord im Kyffhäuserkreis einmalig ist. Denn wer nicht zur Schule geht und keinen Abschluß erhält, der bekommt auch keinen Arbeitsplatz. Für manchen dann eine Spirale mit der Folge weiterer Straftaten und schlechten Chancen im späteren Leben.
Autor: nnzDabei handelt es sich um Jugendliche, die lieber die Schule schwänzen, und teilweise um Eltern, denen das Verhalten ihrer Zöglinge völlig gleichgültig ist. Für beide gibt es nach dem Thüringer Schulgesetz ein Bußgeldverfahren, denn das verschuldete Versäumen des Unterrichtes stellt einen Bußgeldtatbestand dar, genauso wie die fehlende Beaufsichtigung der Kinder. Da Jugendliche im Regelfall nicht über die erforderlichen Geldbeträge verfügen, sieht das Ordnungswidrigkeitengesetz hierfür als Ersatz die Ableistung von gemeinnützigen Arbeitsstunden vor.
Viel Arbeit für Jugendrichter Christian Kropp vom Sondershäuser Amtsgericht, bei dem die Zahl der Verfahren 2006 auf über 60 drastisch zugenommen hat. In einem komplizierten Verfahren sind die Jugendlichen anzuhören, die Zahl der Stunden festzusetzen und auch zu überwachen.
Viele der Schulbummler gehen auch dort nicht hin, so Amtsrichter Kropp, der dann bis zu einer Woche Arrest in der Arrestanstalt in Weimar verhängen kann. Dieser wird dann aber auch vollstreckt, zur Not unter Zwang mit Hilfe von Polizeibeamten. 2007 haben bislang schon 15 Schüler aus dem Kyffhäuserkreis Arresteinrichtungen des Freistaates besuchen dürfen. Viele Schulbummler, die dann zum Anhörungstermin bei Kropp sitzen, meinen immer noch, es handele sich nur um eine Spaßveranstaltung.
Bis der Richter seine Arrestentscheidung verkündet: Dann laufen rasch die Tränen. Aber viele ändern ihr Verhalten danach auch nicht mehr. Denn Amtsrichter Kropp kennt zahlreiche der jugendlichen Schulbummler, die nicht selten aus sozialschwachem Elternhaus kommen, im übrigen aus seiner Arbeit als Jugendrichter. Hat er doch einige von ihnen bereits wegen Diebstahls und Straßenverkehrsdelikten verurteilt.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser traurige Rekord im Kyffhäuserkreis einmalig ist. Denn wer nicht zur Schule geht und keinen Abschluß erhält, der bekommt auch keinen Arbeitsplatz. Für manchen dann eine Spirale mit der Folge weiterer Straftaten und schlechten Chancen im späteren Leben.


