Di, 09:14 Uhr
24.04.2007
Das Ziel steht fest
Nordhausen (nnz). Über Nordhausen im Jahr 2020 ist in den zurückliegenden Tagen viel geschrieben worden. Eines scheint jedoch festzustehen, fragt man im Nordhäuser Rathaus nach: Nordhausen ist die künftige Nordthüringer Kreisstadt...
Eine Gebietsreform hin zu effizienteren Verwaltungsstrukturen sowohl auf Landkreisebene in Thüringen als auch auf Bundesländer-Ebene in Mitteldeutschland hat Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) gefordert. Zugleich wiederholte Jendricke den Anspruch, Nordhausen müsse Kreisstadt eines künftigen Nordthüringer Großkreises sein.
Auf dem Stadtkongress zum demografischen Wandel sagte Jendricke: Angesichts des drastischen Bevölkerungsrückgangs ist es nicht vermittelbar, dass wir an kleinen überholten Strukturen festhalten. Man kann nicht einerseits von den Menschen Flexibilität verlangen und andererseits in unineffizienten Verwaltungsstrukturen verharren, so Jendricke. Dies gilt umso mehr, wenn dieses Verharren noch dazu führt, dass finanzielle Mittel vergeudet werden.
Jendricke machte dies am Beispiel der Kreisumlage deutlich, jener Abgabe, die die Stadt Nordhausen Monat für Monat an das Landratsamt überweist: Diese 9,3 Millionen Euro fressen Jahr für Jahr unsere Einnahmen aus der Gewerbsteuer komplett auf. Geld, das wir ansonsten für Investitionen zum Beispiel in Kindergärten und Schulen ausgeben könnten. Anhand dieses Beispiels wird klar, was es heißt, wenn ein zu kleiner Landkreis durch immer weniger Menschen finanziert werden muss. Die Lasten steigen Jahr für Jahr, so der Bürgermeister, deshalb ist eine Kreisreform unausweichlich und wird auch bis spätestens 2010 kommen.
Und wenn sie dann auf der Tagesordnung stehe, dann ist unser Anspruch klar: Wir wollen die Kreisstadt eines großen Nordthüringer Landkreises sein, denn wir sind in der Region die zahlenmäßig größte und wirtschaftlich stärkste Kommune!
Dieser Anspruch müsse allerdings bereits jetzt artikuliert werden, ähnlich wie es im Nachbarkreis Sangerhausen war: Der Sangerhäuser Landrat hat sich frühzeitig zum einen für die Kreis-Reform stark gemacht und zum anderen gemeinsam mit dem Sangerhäuser Bürgermeister über Parteigrenzen hinweg zugleich für die Kreisstadt Sangerhausen gekämpft - mit Erfolg. Sangerhausen ist der Kreissitz geworden und nicht die zuvor von der Landesregierung favorisierte Stadt Eisleben. Das könnte ein gutes Beispiel als Strategie für unseren Landkreis sein, so der Bürgermeister.
Jendricke hatte auf dem Stadtkongress ausführlich die Gebietsreformen in den anderen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erläutert. Thüringen hinkt dieser notwendigen Veränderung zurzeit weit hinterher. In der Thüringer Politik wird allerdings mit einer Kreis- und Gebietsreform umgehend nach den nächsten Landtagswahlen im Herbst 2009 gerechnet. Im Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt wurden am letzten Wochenende daher auch die neuen Landräte gewählt, welche ab Juli diesen Jahres die neuen größeren Landkreise leiten werden.
So wurde der Landkreis Eisleben/Hettstedt mit Sangerhausen zusammengelegt (ca. 160.000 Einwohner) und im Nordharz wurde aus Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt ein neuer Landkreis gebildet (ca. 250.000 Einwohner). Zum Vergleich - der Landkreis Nordhausen hat zurzeit nur noch knapp 90.000 Einwohner.
Auch eine Struktur-Reform der Bundesländer sei nötig. Mitteldeutschland braucht ein großes einheitliches Bundesland und nicht drei kleine, fast entvölkerte Klein-Staaten. Ich jedenfalls freue mich schon jetzt, auf der A 38 in unsere künftige Landeshauptstadt Leipzig zu fahren, erklärte der Bürgermeister etwas ironisch.
Autor: nnzEine Gebietsreform hin zu effizienteren Verwaltungsstrukturen sowohl auf Landkreisebene in Thüringen als auch auf Bundesländer-Ebene in Mitteldeutschland hat Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) gefordert. Zugleich wiederholte Jendricke den Anspruch, Nordhausen müsse Kreisstadt eines künftigen Nordthüringer Großkreises sein.
Auf dem Stadtkongress zum demografischen Wandel sagte Jendricke: Angesichts des drastischen Bevölkerungsrückgangs ist es nicht vermittelbar, dass wir an kleinen überholten Strukturen festhalten. Man kann nicht einerseits von den Menschen Flexibilität verlangen und andererseits in unineffizienten Verwaltungsstrukturen verharren, so Jendricke. Dies gilt umso mehr, wenn dieses Verharren noch dazu führt, dass finanzielle Mittel vergeudet werden.
Jendricke machte dies am Beispiel der Kreisumlage deutlich, jener Abgabe, die die Stadt Nordhausen Monat für Monat an das Landratsamt überweist: Diese 9,3 Millionen Euro fressen Jahr für Jahr unsere Einnahmen aus der Gewerbsteuer komplett auf. Geld, das wir ansonsten für Investitionen zum Beispiel in Kindergärten und Schulen ausgeben könnten. Anhand dieses Beispiels wird klar, was es heißt, wenn ein zu kleiner Landkreis durch immer weniger Menschen finanziert werden muss. Die Lasten steigen Jahr für Jahr, so der Bürgermeister, deshalb ist eine Kreisreform unausweichlich und wird auch bis spätestens 2010 kommen.
Und wenn sie dann auf der Tagesordnung stehe, dann ist unser Anspruch klar: Wir wollen die Kreisstadt eines großen Nordthüringer Landkreises sein, denn wir sind in der Region die zahlenmäßig größte und wirtschaftlich stärkste Kommune!
Dieser Anspruch müsse allerdings bereits jetzt artikuliert werden, ähnlich wie es im Nachbarkreis Sangerhausen war: Der Sangerhäuser Landrat hat sich frühzeitig zum einen für die Kreis-Reform stark gemacht und zum anderen gemeinsam mit dem Sangerhäuser Bürgermeister über Parteigrenzen hinweg zugleich für die Kreisstadt Sangerhausen gekämpft - mit Erfolg. Sangerhausen ist der Kreissitz geworden und nicht die zuvor von der Landesregierung favorisierte Stadt Eisleben. Das könnte ein gutes Beispiel als Strategie für unseren Landkreis sein, so der Bürgermeister.
Jendricke hatte auf dem Stadtkongress ausführlich die Gebietsreformen in den anderen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erläutert. Thüringen hinkt dieser notwendigen Veränderung zurzeit weit hinterher. In der Thüringer Politik wird allerdings mit einer Kreis- und Gebietsreform umgehend nach den nächsten Landtagswahlen im Herbst 2009 gerechnet. Im Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt wurden am letzten Wochenende daher auch die neuen Landräte gewählt, welche ab Juli diesen Jahres die neuen größeren Landkreise leiten werden.
So wurde der Landkreis Eisleben/Hettstedt mit Sangerhausen zusammengelegt (ca. 160.000 Einwohner) und im Nordharz wurde aus Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt ein neuer Landkreis gebildet (ca. 250.000 Einwohner). Zum Vergleich - der Landkreis Nordhausen hat zurzeit nur noch knapp 90.000 Einwohner.
Auch eine Struktur-Reform der Bundesländer sei nötig. Mitteldeutschland braucht ein großes einheitliches Bundesland und nicht drei kleine, fast entvölkerte Klein-Staaten. Ich jedenfalls freue mich schon jetzt, auf der A 38 in unsere künftige Landeshauptstadt Leipzig zu fahren, erklärte der Bürgermeister etwas ironisch.


