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Mo, 13:20 Uhr
23.04.2007

Einen Blick hinter den Vorhang...

Nordhausen (nnz). ... hat die nnz gewagt und das Programm der nächsten Spielzeit gefunden. Theater und Lohorchester bieten für fast jeden Geschmack das Passende. Eine Auswahl stellt Ihnen nnz vor.

Jutta Wörne, Kerstin Weiß, Lars Tietje, Dr. Anja Eisner, Bianca Sue Henne (Foto: Wiethoff) Jutta Wörne, Kerstin Weiß, Lars Tietje, Dr. Anja Eisner, Bianca Sue Henne (Foto: Wiethoff)

Zuerst einmal die schlechte Nachricht, Theaterbesuche werden teuer, und zwar mit 17-18 Prozent recht erheblich. Um auch nach 2009 noch fürs Nordhäuser Publikum zu spielen, muß das Haus seine Eigeneinnahmen erhöhen. Seit 2004 ist das dem Team um Intendant Lars Tietje bereits gelungen, soll aber noch zulegen, denn die Einnahmen sind im Vergleich zu anderen Häusern immer noch zu gering. Unter der nun nicht mehr ganz neuen Theaterleitung stieg die Zahl der Besucher kontinuierlich. Seit zwei Jahren kommen mit fast 89.000 Besuchern die meisten Gäste seit Gründung der GmbH 1991. „Unsere Operninszenierungen und die unterhaltsamen Musicalproduktionen sind unsere größten Erfolge. Sie locken überregional Publikum an.“ Freut sich Intendant Lars Tietje. Damit werde man weitermachen.

Mit Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ kommen die Freunde klassischen Musiktheaters voll auf ihre Kosten. Das 200 Jahre alte Stück nach einer wahren Begebenheit wird am 28. September Premiere feiern. Das Schußbild von der Befreiung der Gefangenen als Symbol für die Befreiung der Menschen hat nichts an Aktualität eingebüßt. Ein weiterer Höhepunkt wird „La Boheme“ von Giacomo Puccini sein. Am 25. Januar ist die Premiere der Oper, die wieder in Originalsprache mit deutschen Untertiteln aufgeführt wird. Beide Werke stehen unter der musikalischen Leitung von Hiroaki Masuda.

Unter der Hand hatte man aus Erfurt gehört, daß die Ballettsparte vielleicht doch gestrichen werden könnte. Mit einer zusätzlichen Zuschußsumme von jährlich 300.000 Euro von der Stadt Nordhausen konnte das verhindert werden. Der Erhalt des Tanzes ist dem Theater wichtig, denn die Sparte hat viele neue Fans gewonnen. Jutta Wörne, immer noch die jüngste Ballettdirektorin in Deutschland, ist es gelungen ein breites Publikum zu begeistern. Zum Jahr der heiligen Elisabeth von Thüringen hat sie ein Ballett einstudieren lassen, das am 26. Oktober Uraufführung erlebt. Für die Musik wurde an Rene Hirschfeld ein Kompositionsauftrag vergeben. Der Komponist ist selbst leidenschaftlicher Tänzer und weiß worauf es ankommt.

„Mitnight Tango-Die Stunde Null“ ist zwar nur ein Arbeitstitel, soll aber ein Ballett mit internationalem Flair werden. Tindaro Silvano, ein in seiner Heimat Südamerika gefeierter Choreograph, kommt dafür nach Nordhausen. Ein Treffen von europäischer und amerikanischer Musik soll es werden, der Tango, der beide Stile tänzerisch verbindet, steht dabei im Mittelpunkt. Auf den Tanzabend im Theater unterm Dach, wo Tänzer der Ballettkompanie für ihre Kollegen choreographieren, steht natürlich auch wieder auf dem Programm „Momente getanzter Art“, vorerst noch ohne Premierentermin.

Einen besonderen Spielort außerhalb des Theaters hatte man im vergangenen Jahr für „RequiMozarTanz“ mit der Blasii Kirche gefunden. Da die Kooperation mit der Kirchgemeinde und der Kantorei so gut geklappt hat, wird dieses Jahr die Oper „Orpheus und Eurydike“ gemeinsam aufgeführt. Am 20. Juni 2008 wird Premiere sein.

Kinder und Jugendliche kommen nicht zu kurz, dafür sorgt Bianca Sue Henne, die neue Theaterpädagogin. Die beliebten Festivals „Frühlingsrollen“ für Kinder und die Schultheatertage gibt es 2008 auch wieder. Die Kooperation mit dem Studio 44 bleibt bestehen. Die Jugendlichen werden verschiedene Produktionen im TuD aufführen. Der Jugendklub des Theaters nimmt sich in der nächsten Spielzeit der Nibelungensage an. „Es soll kein Musiktheater werden und auch nicht Wagner“ so Henne. Was daraus wird entscheiden die Jugendlichen selbst. Am 29. März 2008 ist es dann zu sehen.

Als Weihnachtsmärchen kommt in Kooperation mit dem Theater Rudolstadt das unaussprechliche Stück „ Der Satanarchäolügenilkohöllische Wünschpunsch“ von Michael Ende auf die Bühne. Weitere Rudolstädter Produktionen werden „Kleiner Mann-Was nun?“ von Hans Fallada und das Kriminalstück von Agatha Christie „und dann gab`s keines mehr“ sein.

Immer wieder nachgefragt von den zahlreichen Fans erlebt der Bühnenball eine Neuauflage. Am 22. und 23. Februar 2008 wird unter dem Thema „Herzklopfen“ im Theater gefeiert. Ein großes Programm soll sich unterhaltsam dem Thema Singles annehmen. In allen Räumen kann getanzt werden. Die Künstler sind nicht nur auf der Bühne präsent sondern mischen sich während des Abends unter das Publikum.

Darüber hinaus teilte Lars Tietje mit, dass Oberspielleiterin Kerstin Weiß (nächste Inszenierung: P. Hindemith, „Neues vom Tage“, Premiere: 22. Juni 2007) das Theater Nordhausen zum Ende der Spielzeit 2007/2008 auf eigenen Wunsch verlassen werde, um als freischaffende Regisseurin und Autorin arbeiten zu können. Die Stelle werde im Rahmen der durch die Reduzierung der Zuschüsse des Freistaats Thüringen erforderlich werdenden Umstrukturierungen voraussichtlich vorerst nicht wiederbesetzt.
Autor: wf

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