eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 10:25 Uhr
23.04.2007

Unternehmen machen Druck

Nordhausen (nnz). Im Südharz soll mehr Gips abgebaut werden. Mehrere Unternehmen wollen sich das „weiße Gold“ auch langfristig nicht entgehen lassen. Sie machen Druck. Die Landesregierung scheint dem nachzugeben, was aber machen die kommunalen Politiker?


Die Südharzer Gipswerke wollen sich ihren Rohstoff langfristig sichern. Bestehende Abbaugebiete würden nicht reichen, heißt es aus Ellrich. Und so wird Lobby-Arbeit betrieben. Zuständige Adresse ist hierfür das Thüringer Wirtschaftsministerium. Schon im Januar ließ dessen Chef, Jürgen Reinholz (CDU), den Präsidenten der Regionalen Planungsgemeinschaft, den Sondershäuser Landrat Peter Hengstermann (CDU), wissen: „Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Peter“, schreibt Reinholz, „der Ausgang des beim Thüringer Landesbergamt anhängigen Genehmigungsverfahrens zum Gipsabbau am Winkelberg erscheint aufgrund der bestehenden FFH- und Vogelschutzproblematik ungewiss. Daher besteht Einvernehmen, dass die Suche nach Alternativstandorten für den Gipsabbau fortgesetzt werden soll. Aufgrund der bereits in der Vergangenheit durchgeführten Untersuchungen kommt hierfür die Erweiterung des bestehenden Steinbruchs Rüsselsee in Richtung Osten, Rüsselsee-Ost, am ehesten in Frage.“

Wenn Minister Reinholz von Einvernehmen spricht, so meint er das mit seinem Kollegen Volker Sklenar (CDU), denn das „Objekt der vereinten Begierde“ ist im Regionalen Raumordnungsplan (RROP) als Vorranggebiet für Natur und Landschaft ausgewiesen. Das Gebiet soll umgewidmet werden – in ein Vorranggebiet für die Gipsgewinnung. Dafür sollte nach Ansicht von Jürgen Reinholz die gegenwärtige Fortschreibung des RROP genutzt werden. Hintergrund sei die Notwendigkeit, vorhandene Arbeitsplätze zu sichern, „um die Wirtschaftskraft in der Region Nordthüringen insgesamt zu verbessern“. Das bekannte „Totschlags“-Argument, wenn die Vernunft am Ende sei, meinen Naturschützer im Südharz.

Am Donnerstag ist eine Sitzung der Planungsgemeinschaft angesetzt. Daran nimmt auch der Nordhäuser Landrat Joachim Claus (CDU) teil. Er wird dort nach nnz-Informationen seinen und den Standpunkt der Südharz-Gemeinden deutlich vertreten. „Mit mir gibt es im Südharz keine Neuverritzung. Das habe ich in der vergangenen Woche auch den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden in einem Gespräch deutlich gemacht. Das ist der Wille der Region und das ist auch mein Wille“, so Claus auf Anfrage.

Eine andere, eine kleine Anfrage im Thüringer Landtag will auch SPD-Frau Dagmar Becker stellen. Sie wendet sich ebenfalls gegen jeglichen Neuaufschluss im Südharz. Hier stehe auch Ministerpräsident Dieter Althaus mit seinem Wort in der Pflicht, so Becker zur nnz.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)