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Mi, 13:57 Uhr
11.04.2007

Leiden, Leben und Vermächtnis

Nordhausen (nnz). Heute jährt sich zum 62. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora. Parteien, ehemalige Häftlinge sowie Vertreter von öffentlichen Einrichtungen und Institutionen gedachten auf verschiedene Weise der Opfer der „Hölle“.


Im Gedenken an die Opfer waren am Vormittag Kränze am ehemaligen Krematorium niedergelegt worden. Etwa 20 ehemalige KZ-Häftlinge waren zu diesem Anlass aus vielen Teilen West- und Osteuropas sowie aus Israel und Australien nach Nordhausen angereist. Nach einer Begrüßung durch den Leiter der KZ-Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner, sprach ein Überlebender. In Anschluss an die Gedenkrede war in der rekonstruierten Ausstellungsbaracke im ehemaligen Häftlingslager die von der Gedenkstätte Grafeneck (Baden-Würtemberg) erarbeitete Sonderausstellung „Krankenmord im Nationalsozialismus. Grafeneck 1940“ eröffnet. Der Kern der Sonderausstellung zeigt Grafeneck als Tatort der NS-Euthanasieverbrechen in den Jahren 1939 bis 1941.


Auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte wird am späten Nachmittag mit einer Kranzniederlegung der 4.000 Opfer dieses Lagers gedacht. Die Gedenkrede wird Bürgermeister Matthias Ehrhold halten. Um 18 Uhr wird der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Historiker, Dr. Jens-Christian Wagner, im Rathaus Ellrich einen öffentlichen Vortrag über die Geschichte des Außenlagers halten. Das Lager Ellrich-Juliushütte war nach Dora das größte der Mittelbau-Lager. Das ehemalige Lagergelände soll auf Initiative der französischen Association Dora, Ellrich et Kommandos neu gestaltet werden.

Das Lager Dora wurde im August 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und wurde im Oktober 1944 zusammen mit weiteren Buchenwalder Außenlagern in der Harzregion zum KZ Mittelbau verselbständigt. Es entwickelte sich zum Zentrum eines großen Lagerkomplexes mit über 40 Außenlagern und Arbeitskommandos in beinahe allen Orten der Region. Der Südharz sollte zu einem Zentrum der unterirdischen Rüstungsproduktion werden. Die meisten Häftlinge des KZ Mittelbau mussten auf den zahlreichen Baustellen arbeiten, andere wurden zur Zwangsarbeit in der V2-Produktion herangezogen.

Von 60 000 Häftlingen des KZ Mittelbau-Dora kamen 20 000 ums Leben. Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bietet Führungen im Lagergelände und in den Stollenanlagen an. Im September 2006 wurde eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers eröffnet. Kernthema der Ausstellung ist die KZ-Zwangsarbeit, für die das KZ Mittelbau-Dora modellhaft steht.
Autor: nnz

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