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So, 11:11 Uhr
01.04.2007

Modellprojekt zum Tierschutz

Nordhausen/Erfurt (nnz). Am Montag startet in Thüringen ein Modellprojekt im Rahmen des Tierschutzes. Viele Tierbesitzer finden auf Grund ihres Berufes oder ihres Privatlebens nicht mehr genügend Zeit, um sich ihren Hunden oder den anderen Haustieren zu widmen. Die Zeit für das gemeinsame „Gassi-Gehen“ wird immer kürzer. Einzelheiten wie immer in Ihrer nnz.


Entlastung könnte eine neue technische Entwicklung bringen, die ab kommenden Montag in der Landeshauptstadt Erfurt im Rahmen eines Modellversuchs getestet wird. Dabei wird dem Hund ein nur wenige Millimeter großer Mikrochip in sein rechtes Ohr eingepflanzt und so eine kontinuierliche Ton- und Bildverbindung zum Handy seines Besitzers hergestellt. Der völlig schmerzfreie Eingriff ermöglicht es, dass Hund und Herrchen miteinander Kontakt halten können, ohne dass sich beide in räumlicher Nähe befinden. Einzige Voraussetzung ist, dass ein entsprechendes Netz für das Handy besteht.

Tierschutzexperten sind sich einig: Diese Neuentwicklung eröffnet für Mensch und Tier ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten. Zukünftig können Hunde alleine Gassi gehen und werden dabei von ihrem Herrchen, das zu Hause oder im Büro sitzt, überwacht. Durch einen kurzen akustischen Befehl per Handy kann der Hund in verschiedene Richtungen gesteuert werden und je nach Können auch bestimmte Aufträge (zum Beispiel Zeitung holen) erfüllen.

Sollte sich der Hund einmal in der Großstadt verlaufen und nicht mehr den Weg zurück finden, kann der Besitzer von zu Hause aus mit den richtigen Angaben behilflich sein. Das neue Verfahren ist auch ein ganz wichtiger Beitrag zur Diebstahlsicherung. Immer wieder werden auch in Thüringen besonders teure Hunde, wie zum Beispiel Afghanen, von skrupellosen Tierhändlern gestohlen und weltweit weiter verkauft. Durch die Handyüberwachung wird dieser Art von Kriminalität ein Riegel vorgeschoben. Weitere Vorteile ergeben sich auch für Polizeihunde, Lawinensuchhunde und Spürhunde. Sie alle können ihre verantwortungsvollen Tätigkeiten nunmehr eigenverantwortlich ohne ihr Herrchen verrichten.

Gesundheitsminister Dr. Klaus Zeh, der in Thüringen auch für den Tierschutz zuständig ist: „Die Landeshauptstadt ist am besten für dieses Modellprojekt geeignet. Sollten Sie ab kommenden Montag in Erfurt auf unbegleitete Hunde treffen, so sind dies wahrscheinlich keine Streuner, sondern ferngesteuerte Tiere dieses Modellprojektes. Einige dieser Tiere sind auch mit einem so genannten Head Set unterwegs. Ihnen kann man sich gefahrlos nähern und wenn ihnen etwas in ihr Ohr spricht, sogar Kontakt mit dem Herrchen aufnehmen. Bitte informieren Sie deshalb auf keinen Fall ein Tierheim, wenn Sie allein laufenden Tieren begegnen. Sollte dieses Projekt mit Hunden erfolgreich verlaufen ist eine Ausweitung auch auf Katzen, Pferde, Kaninchen und Hamster geplant.“
Autor: nnz

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