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Mi, 16:13 Uhr
28.03.2007

Die Mitte in der neuen Mitte

Nordhausen (nnz). Die Ausstellung „China in Nordhausen – Kunst aus dem Reich der Mitte“, öffnet morgen um 19.30 Uhr im Nordhäuser „Kunsthaus Meyenburg“. Die Schau zeigt als einmaliges Ausstellungsprojekt chinesische Leihgaben aus mehreren großen deutschen Museen. Einzelheiten wie immer in Ihrer nnz.


Aus der alten Mitte (Foto: psv) Aus der alten Mitte (Foto: psv) Die eigens auf das Kunsthaus Meyenburg abgestimmte Ausstellungskonzeption beinhaltet zahlreiche Werke – z.B. aus der Sammlung Wallenstein – die erstmals in Thüringen zu sehen sind. Inspiriert wurde das Projekt von der chinesischen Thematik der Puccini-Oper „Turandot“ im Theater Nordhausen, die am Freitag Premiere an der Nordhäuser Bühne hat. „Damit wird der enge Kooperation zwischen Theater und Kunsthaus Meyenburg auch im Jahr 2007 fortgesetzt“, sagte Susanne Hinsching vom „Kunsthaus Meyenburg“.

Das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin stellt für diese Ausstellung 36 handkolorierte Holzschnitte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zur Verfügung, darunter die farbenprächtigen Darstellungen von Türgöttern, die zum Typus der Neujahrsbilder zählen.

Im Jahre 1984 gelangte die in dieser Sonderausstellung mit einer Auswahl vorgestellte „Sammlung Wallenstein“ als Schenkung durch die Cosmopolitan Arts Foundation, New York, in das Museum für Asiatische Kunst nach Berlin. Die Schenkung umfasste insgesamt 489 chinesische Farbholzschnitte vom Typus der Neujahrsbilder, Kalenderblätter und Opferbilder. Sie stammen aus Yangliuqing und anderen Orten Nord- und Mittelchinas und sind im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden. Die Sammlung enthält Neujahrsbilder von großer thematischer Vielfalt, darunter auch Darstellungen aus der Peking-Oper, Wiedergaben von historischen Begebenheiten und Legenden sowie Genredarstellungen.

Eine der ältesten und beliebtesten Legenden der chinesischen Mythologie ist die ‘Geschichte vom Rinderhirten und der Weberin’, die in der Ausstellung auf 11 Blättern dargestellt wird. Die Ausstellung präsentiert darüber hinaus neben Kalenderblättern und Darstellungen von Türgöttern, Himmelsbeamten und Türknaben zahlreiche Opferbilder mit Götterbildnissen aus dem gewaltigen volksreligiösen Pantheon Chinas zu sehen, die nicht direkt zu den Neujahrsbildern zählen. Zusammengetragen hat diese umfassende Sammlung populärer und religiöser Druckgraphik das aus Berlin stammende jüdische Ehepaar Gerd und Lotti Wallenstein. In der Zeit des ‚Dritten Reiches’ hatten die Wallensteins in China Zuflucht gefunden.

Das Kupferstichkabinett der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha stellt für die Nordhäuser China-Ausstellung einen Teil ihrer umfangreichen interessanten Speckstein-Sammlung sowie einige Porzellanobjekte zur Verfügung. Einen besonderen Reiz üben die 4 Blätter aus einem Album mit chinesischen Schalenlandschaften aus. Das in dieser Ausstellung in Auszügen präsentierte Album mit eigentlich 36 Blättern entstand um 1800 in Kanton, wo in spezialisierten Werkstätten Alben dieser Art speziell für den Export hergestellt wurden.

Die Blätter des Gothaer Albums sind zunächst mit Deckweiß grundiert und dann mit kräftigen Wasserfarben bemalt. Jedes Blatt trägt unten rechts die Bezeichnung des dargestellten Baumes. Den Bäumen zugesellt sind jeweils bizarre Gartenfelsen, die sich dem Betrachter in großer Vielfalt an Formen und Farben darbieten. Auch die Formen und Dekore der Keramikschalen sind von bestechender Mannigfaltigkeit.

Ergänzt werden die Leihgaben durch kleine Figuren aus Elfenbein, Porzellanvasen sowie Bronzegefäße aus dem eigenen Bestand des Kunsthauses Meyenburg. Diese Sammlungsgegenstände, die größtenteils noch nie ausgestellt waren, stammen aus der Privatsammlung von Camillo Kleemann, die 1937 als Schenkung an das Meyenburg-Museum ging. Sie beinhaltet umfangreiche Reisesouvenirs aus der Zeit um 1900, wie Spiele aus Elfenbein, Münzen sowie Fotoalben, die einen Einblick in das Leben der Mitglieder der Chinaexpedition von 1900/1901 geben.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai 2007 Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat finden jeweils um 11.00 h Führungen durch die Ausstellung statt. Die erste Führung findet am 1. April statt.
Autor: nnz

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